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Deutschland / Welt Berlin ist als ehrlicher Makler gefragt
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21:51 14.04.2018
Angela Merkel wollte Deutschland nicht an der Militäraktion gegen Syrien beteiligen, sagte aber den Amerikanern aber politisch Unterstützung zu. Quelle: imago/Jürgen Heinrich
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Washington

Washington Nach den wüsten Twitter-Tiraden des US-Präsidenten stand zunächst, Schlimmes zu erwarten. Provozierend schleuderte Donald Trump Moskau entgegen: „Mach dich fertig. Die schönen, neuen und intelligenten Raketen zielen auf Syrien und sind startklar.“

Allem Anschein nach ist es der Intervention der Pentagon-Führung zu verdanken, dass die nächtlichen Attacken auf Damaskus und Homs nicht zur weiteren Eskalation beitrugen und sich strikt auf ein konkretes Ziel konzentrierten: den jüngsten Einsatz von Giftgas zu vergelten und die Fähigkeiten des Assad-Regimes zu reduzieren, die Massenvernichtungswaffen in Zukunft einzusetzen.

Ganz gleich, ob nun einige Geschosse von der syrisch-russischen Luftabwehr abgefangen wurden oder nicht, steht fest: Die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich senden eine unmissverständliche Botschaft.

Seit bald 100 Jahren stellt der Einsatz von chemischen Waffen eine rote Linie für die internationale Gemeinschaft dar - und sie soll mit allen Mitteln auch in Zukunft aufrechterhalten werden.

Bei aller berechtigten - und notwendigen - Kritik am erratischen Führungsstil im Weißen Haus folgt der Militärschlag, ebenso wie der Angriff vor einem Jahr, einer einfachen Strategie: Selbst in den schrecklichsten Kämpfen gibt es Grenzen, die es einzuhalten gilt.

Angesichts des siebenjährigen Krieges, an dem sich die unterschiedlichsten Kräfte und Mächte beteiligen, erhält die Strafmaßnahme allerdings nur eine tiefere Glaubwürdigkeit, wenn den Raketenangriffen möglichst schnell neue und ernsthafte Friedensinitiativen folgen.

Für eine Supermacht wie den USA reicht es eben nicht aus, sich auf Vergeltungsschläge zu beschränken und den brodelnden Konfliktherd anderen Staaten wie Iran, Russland und Saudi-Arabien zu überlassen.

Die Erwartungen richten sich in den kommenden Wochen und Monaten allerdings auch verstärkt an die Bundesregierung. Der eigenwillige Kurs, die Vergeltung „politisch“ zu unterstützen, ohne sich militärisch zu beteiligen, lässt sich letztlich nur erklären, wenn sich Berlin mit Nachdruck in die Friedensverhandlungen einbringt und die Rolle eines ehrlichen Maklers anstrebt.

Von Stefan Koch/RND

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