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Deutschland / Welt Bericht: Kushner plante Geheim-Leitung nach Russland
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Bericht: Kushner plante Geheim-Leitung nach Russland
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08:22 27.05.2017
Die Einschläge kommen näher: Das FBI hat Jared Kushner (l.), Donald Trumps Schwiegersohn und Spitzenberater, im Visier. Quelle: dpa
Washington

Der Trump-Schwiegersohn und US-Präsidentenberater Jared Kushner hat einem Medienbericht zufolge über den Aufbau eines geheimen Kommunikationsdrahts nach Russland nachgedacht. Der russische Botschafter in den USA habe im Dezember an seine Vorgesetzten gemeldet, dass er, Sergej Kisljak, darüber mit Kushner gesprochen habe, berichtete die „Washington Post“. Zu diesem Zeitpunkt war Donald Trump bereits gewählter Präsident und in der Übergangsphase zur Amtsübernahme.

Geheimleitung nach Moskau

Sein Team sollte demnach einen geheimen Kanal zum Kreml bekommen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf US-Regierungsmitarbeiter, die mit Geheimdienstinformationen über abgefangene Kommunikation nach Russland vertraut waren. Dem Bericht nach schlug Kushner Kisljak vor, für die geheime Kommunikation russische diplomatische Einrichtungen zu nutzen; anscheinend um so die Überwachung zu erschweren. Der Botschafter soll darüber „verblüfft“ gewesen sein, schrieb die „Post“.

Im März hatte das Weiße Haus bestätigt, dass Kushner und der entlassene Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn ein Treffen mit Kisljak im Trump Tower im Dezember hatten. In dieser Woche hatte die Nachrichtenagentur AP bereits von Vertretern der Vorgängerregierung unter Barack Obama erfahren, dass die Anzahl der Gespräche Flynns mit Kisljak genügend Warnungen bei Beratern erzeugt habe. Diese hätten demnach die Möglichkeit diskutiert, ob Trump eine Eins-zu-Eins-Kommunikation, also eine Art Rückkanal, mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin erstellen wollte.

Kushner bietet Kongress Kooperation an

Schon am Donnerstag hatte die „Washington Post“ berichtet, dass das FBI seine Ermittlungen in der Russland-Affäre auf Kushner ausgeweitet habe. Dies bedeute aber nicht, dass er eines Verbrechens verdächtigt werde, hieß es. Kushners Anwältin Jamie Gorelick teilte mit, dieser habe bereits vorher angeboten, dem US-Kongress Informationen über die Treffen zu geben. Falls er in diesem Zusammenhang nun kontaktiert werde, würde er dies wieder tun.

Flynn räumte im Februar seinen Posten als Sicherheitsberater, weil er Vize-Präsident Mike Pence über Gespräche mit dem russischen Botschafter in die Irre geführt hatte. Gegen Flynn wird wegen seiner Geschäftsverbindungen ins Ausland ermittelt. Im Januar wurde er vom FBI zu seinen Kontakten zu Kisljak befragt.

Weißes Haus plant propagandistischen Gegenschlag

Zur Verteidigung in der Russland-Affäre plant das Weiße Haus offenbar einen sogenannten War Room, eine Einsatzzentrale, einzurichten. Hier soll, so melden es unterschiedliche US-Medien, auch wieder der bereits in Ungnade gefallene Trump-Lautsprecher Steve Bannon eine führende Hauptrolle spielen. Ziel sei ein politischer Gegenangriff. Mit dabei im War Room seien außerdem Stabschef Reince Priebus, etliche Spitzenanwälte wie Trumps Dauerbeistand Marc Kasowitz sowie Theodore Olson, Reid Weingarten and Robert Giuffra. Giuffra vertritt als Anwalt gleichzeitig VW in der Dieselaffäre in den USA.

Von RND/AP/dk