Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt „Barschel-Affäre“ war der größte Machtmissbrauch
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „Barschel-Affäre“ war der größte Machtmissbrauch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:56 10.10.2017
Hält Barschel für einen Ganoven: SPD-Politiker Ralf Stegner. Quelle: dpa
Berlin

Vor 30 Jahren, in der Nacht auf den 11. Oktober 1987, starb der Politiker Uwe Barschel (CDU) in einem Genfer Hotelzimmer. Die Umstände seines Todes konnten bis heute nicht abschließend geklärt werden. Die polizeilichen Ermittlungen deuten auf Suizid.

Barschel war von 1982 bis 1987 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Infolge der „Barschel-Affäre“ trat er am 2. Oktober 1987 als Ministerpräsident zurück. Uwe Barschel soll mehrere manipulatorische Aktionen gegen seinen SPD-Gegenkanidaten Björn Engholm veranlasst haben, unter anderem habe er ihn von einem Detektiv beschatten lassen.

Heute vor 30 Jahren wurde Uwe Barschel im Zimmer 317 des Genfer Hotel Beau-Rivage tot aufgefunden. Wie hat dieser Tag die Politik verändert?

Es war der Höhepunkte in einer spektakulären und skurrilen Geschichte und der größte Skandal in der Nachkriegszeit. Da war auch klar, dass Barschel der Ganove war, für den er gehalten wurde.

Wie haben Sie diesen Tag wahrgenommen?

Ich war damals zum Studieren in Amerika. Damals wusste ich auch noch nicht, dass ich bald in Schleswig-Holstein arbeiten würde. Der Fall war so spektakulär, dass unter den deutschen Studenten überall darüber gesprochen wurde. Das waren Dimensionen von Machtmissbrauch, die waren undenkbar.

Ist für Sie die Frage Mord oder Selbstmord geklärt?

Ich kenne die Akteure, die die Mordthese verfechten – eine suspekte These. Deshalb glaube ich, dass es Selbstmord war.

Ihre Einschätzung: Würden Sie den Fall Barschel als größte Affäre der jüngeren deutschen Geschichte bezeichnen?

Ja, In meinen Augen war die Geschichte der größte Machtmissbrauch. Auch die Öffentlichkeit war schockiert.

Von Lisa Neumann/RND

Donald Trump will seinen IQ mit dem von US-Außenminister Rex Tillerson messen. Jedenfalls, wenn der ihn tatsächlich einen Idioten genannt hat. Man kann es kurz sagen: Die US-Soap geht in eine neue Runde.

10.10.2017

Bundeskanzlerin Merkel hat angekündigt, die Ungleichheiten zwischen dem Leben in ländlichen Regionen und in den Städten verringern zu wollen. Im RND-Interview versprach sie außerdem steuerliche Förderung für den Wohnungsbau.

10.10.2017

In der Türkei beginnt am 11. Oktober der Prozess gegen die deutsche Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu. Ihr droht wegen „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“ langjährige Haft. Der Prozess gilt als ein Prüfstein für die schwer strapazierten deutsch-türkischen Beziehungen.

10.10.2017