Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Auf Zypern kaufen sich Russen EU-Pässe – ganz legal
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Auf Zypern kaufen sich Russen EU-Pässe – ganz legal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:33 16.06.2017
Geteilte Insel: Zypern ist halb türkisch. Bei Russen ist das kleine Land besonders beliebt, viele lassen sich einbürgern. Quelle: KEYSTONE
Nikosia

Russen sind auf Zypern gerngesehene Urlauber. Nach den Briten, die als ehemalige Kolonialherren traditionell die meisten Besucher stellen, haben sie sich im vergangenen Jahr mit knapp 780 000 Touristen als zweitgrößte Urlaubernation auf Zypern etabliert. Aber nicht alle Russen kommen wegen der 300 Sonnentage oder der schönen Strände. Einige haben es auf ein kleines Büchlein abgesehen.

Andrej hat das begehrte Dokument bereits. ΕΥΡΩΠΑΙΚΗ ΕΝΩΣΗ – ΚΥΠΡΙΑΚΗ ΔΗΜΟΚΡΑΤΙΑ steht in goldenen Buchstaben auf dem weinroten Einband – ein Reisepass der Republik Zypern. Seinen Nachnamen möchte er nicht in der Zeitung lesen. „Diskretion ist alles“, sagt Andrej. 2008 kam er als Manager eines russischen Energiekonzerns auf die Insel, später machte sich der 52-Jährige als Unternehmensberater selbstständig. Jetzt ist er zyprischer Staatsangehöriger – und EU-Bürger. In 146 Länder kann Andrej mit dem zyprischen Pass ohne Visum reisen. Das Dokument hat allerdings seinen Preis: knapp 2,5 Millionen Euro hat der Russe in ein Penthouse und zwei Büroetagen in Limassol investiert. „Mir hat es immer schon auf Zypern gefallen, aber jetzt fühle ich mich hier richtig zuhause“, sagt der Russe zufrieden.

Vier Milliarden Euro Einnahmen

Ausländer, die in Zypern mindestens zwei Millionen Euro in Immobilien investieren und drei Jahre lang nicht weiterverkaufen, können die Staatsbürgerschaft der Inselrepublik beantragen. Bedingung: Der Investor darf nicht vorbestraft sein. Mit dem Einbürgerungsmodell wollte die Regierung des konservativen Inselpräsidenten Nikos Anastasiades nach der schweren Finanzkrise die Wirtschaft ankurbeln. Das hat funktioniert. Rund 2000 Reisepässe habe man bisher an ausländische Investoren vergeben, berichtete Finanzminister Harris Georgiades kürzlich. Rund vier Milliarden Euro flossen so ins Land. Reisepässe sind damit der wichtigste Exportartikel der Inselrepublik. Zum Vergleich: Mit dem Tourismus verdiente die Insel 2016 „nur“ 2,4 Milliarden.

Die von der Krise schwer gebeutelte Bauindustrie profitiert von dem Pass-Programm. Die Zahl der ausländischen Immobilienkäufer stieg im vergangenen Jahr um rund 60 Prozent. „Vor allem die russischen und chinesischen Käufer treiben den Markt“, weiß der Immobilienberater Vasilis Iosif. „Für viele von ihnen ist der Preis zweitrangig, ihnen geht es vor allem um den Pass.“ Rund die Hälfte der bisher vergebenen Pässe ging an Russen. Auch andere EU-Staaten wie Malta und Portugal haben ähnliche Pass-Programme aufgelegt, aber bei den Russen ist Zypern besonders beliebt. Rund 30 000 Russen leben auf der Insel. Es gibt russische Banken und Restaurants, einen russischen Radiosender und eine russische Zeitung. Viele Geschäfte werben mit kyrillischer Schrift um Kunden. Die russisch-zyprischen Beziehungen haben eine lange Tradition. Schon vor 900 Jahren gab es erste Kontakte zwischen der griechisch-orthodoxen Kirche Zyperns und den russisch Orthodoxen. Die gemeinsame Religion ist noch heute ein starkes Bindeglied.

Kritik von der EU

Aber die Einbürgerungspraxis ist nicht unumstritten. Das Europäische Parlament forderte 2014 in einer Resolution: „Die EU-Staatsbürgerschaft darf nicht zu einer Handelsware werden.“ Und dann ist da das Thema Geldwäsche: In den 2000er Jahren strömte viel Schwarzgeld aus der ehemaligen UdSSR zu den zyprischen Banken. Der aufgeblähte Bankensektor war die Hauptursache der Finanzkrise von 2013. Fällt Zypern jetzt beim Werben um ausländisches Kapital in schlechte Gewohnheiten zurück?

Im Finanzministerium in Nikosia weist man diesen Verdacht entschieden zurück. Man halte sich peinlich genau an alle EU-Regeln zur Bekämpfung der Geldwäsche, heißt es dort. Dazu habe sich Zypern schließlich im Rahmen des 2013 aufgelegten Rettungsprogramms verpflichtet.

Von Gerd Höhler

Abu Bakr al-Bagdadi macht seinem Ruf als „unsichtbarer Scheich“ alle Ehre. Der Chef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) regiert sein zunehmend schrumpfendes „Kalifat“ auf syrischem und irakischem Boden aus dem Verborgenen heraus. Nun soll er nach russischen Angaben getötet worden sein. Doch wer ist al-Bagdadi?

16.06.2017

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums soll der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, bei einem Luftangriff getötet worden sein. Neben ihm sollen weitere IS-Anführer sowie bis zu 300 IS-Kämpfer ums Leben gekommen sein. Die USA konnten den Tod al-Bagdadis noch nicht bestätigen.

16.06.2017

Der US-Präsident möchte keine komplette Abkehr von Kuba. Donald Trump macht die Reformen seines Vorgängers in kleinen Schritten rückgängig, will die von Obama begonnenen diplomatischen Beziehungen aber fortsetzen.

16.06.2017