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Deutschland / Welt „Wir New Yorker sind stark und unverwüstlich“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „Wir New Yorker sind stark und unverwüstlich“
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08:48 01.11.2017
Der Ort des Attentats in New York. Quelle: imago stock&people
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New York

Die Hintergründe des tödlichen Angriffs in New York sind weiterhin unklar, aber einiges deutet auf einen radikalislamistischen Hintergrund hin: Als der Täter aus dem demolierten Pickup-Truck flüchtet und mit einer Paintball-Pistole und einem Luftgewehr um sich schießt, soll er mehrfach auf arabisch „Allah ist groß“ (Allahu Akbar) gerufen haben. Später finden Ermittler ein Bekennerschreiben, das sich auf den sogenannten Islamischen Staat bezieht. Acht Menschen wurden bei dem mutmaßlichen Terroranschlag getötet und elf verletzt. Unter den Verletzten ist auch eine Deutsche. Das bestätigt das Auswärtige Amt. Über ihre Zustand wurden keine weiteren Angaben gemacht.

Der New-Yorker-Streifenpolizist Ryan Nash, der sich zufällig in der Nähe aufhält, schießt den 29-jährigen Usbeken mit einem Bauchschuss nieder, tötet ihn aber nicht. Vielleicht kann er noch am Mittwoch erstmals vernommen werden, war bei der Polizei am Dienstag zu hören.

Bei einer Attacke mit einem Fahrzeug in New York hat es am Dienstag nach Polizeiangaben Tote und Verletzte gegeben. Der Lieferwagen sei im Süden von Manhattan auf einen Fahrrad- und Fußgängerweg gefahren, teilte die Polizei per Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Wie mehrere New Yorker Medien übereinstimmend berichten, soll es sich bei dem Täter um Sayfullo S. handeln, der sich seit 2010 legal in den USA aufhält und über eine Arbeitsgenehmigung verfügt. Nach seiner Einreise soll er zunächst bei Bekannten seines Vaters in Cincinnati gewohnt haben. Später habe er sich bei Tampa im Bundesstaat Florida niedergelassen und eine Familie gegründet. In jüngster Zeit wohnte der Täter nach bisherigem Ermittlungsstand in Paterson im Bundesstaat New Jersey, das etwa eine Autostunde von Manhattan entfernt liegt.

Aus welcher Region Usbekistans Sayfullo S. stammt, ist zurzeit noch unklar. Einige Beobachter erinnerten aber daran, dass mehrere Landstriche der früheren Sowjetrepublik, wie etwa das Ferghana-Tal, als Rückzugsraum radikaler Islamisten gelten.

„Er war ein sehr freundlicher, netter Kerl. Er kam aus meinem Heimatland und war wie mein kleiner Bruder“, sagte Kobilkon Matkarov – ein enger Freund des Täters. Im Juni hatte ihn der 37-Jährige das letzte Mal gesehen: „Er hat mich, meine fünf Kinder und Frau zum JFK-Flughafen gebracht. Wir sind nach Usbekistan geflogen. Das einzige, was komisch war ist, dass er keine Erinnerungsfotos machen wollte.“ Der 37-Jährige ist fassungslos über Saipovs Bluttat: „Ich hatte keine Ahnung, dass er Verbindungen zu Terrororganisationen hatte.“

„Diese Tat sollte uns brechen“

Der Angriff in Manhattan erinnert an Attentate, wie sie in ähnlicher Form in jüngster Zeit in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweden und Spanien verübt wurden. Auffällig ist, dass das Verbrechen in unmittelbarer Nähe zum World Trade Center verübt wurde, das am 11. September 2001 von islamistischen Terroristen angegriffen wurde. Hinweise auf konkrete Kontakte zwischen dem Täter und dem IS-Terrornetzwerk gibt es nach Angaben der Ermittler bisher nicht. Sie gehen davon aus, dass er durch die IS-Milizen eventuell inspiriert wurde.

Unter den Opfern sind laut Polizeiangaben fünf Touristen aus Argentinien und eine Belgierin. Außerdem wurden drei Belgier - Mutter, Vater und Kind einer Familie - schwer verletzt.

In einer ersten öffentlichen Reaktion sprach New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus: „Diese Tat sollte uns brechen, aber wir New Yorker sind stark und wir sind unverwüstlich.“ Gleichwohl sei es ein sehr schmerzvoller Tag für die Metropole.

Auch Andrew Cuomo, Gouverneur des Bundesstaates New York, meldet sich gleich zu Wort. Es sei bedrückend, dass New York als Symbol für Demokratie und Frieden für diejenigen zu einem Angriffsziel werde, die diese Werte nicht vertreten.

In einer ersten Stellungnahme kondolierte auch das Weiße Haus den Angehörigen. In der Nacht zum Mittwoch kündigte der Präsident zudem schärfere Einreisebestimmungen an, ohne allerdings konkrete Details zu nennen. Er habe das Heimatschutzministerium angewiesen, die Überprüfungen nochmals auszuweiten, schreibt Donald Trump auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Von Stefan Koch/Dierk Sindermann/RND

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