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Deutschland / Welt Anastasiades wirbt mit alten Versprechungen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Anastasiades wirbt mit alten Versprechungen
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19:53 25.01.2018
Der konservative Amtsinhaber Nikos Anastasiades gilt als Favorit. Quelle: AP
Zypern

Im griechischen Süden Zyperns findet am Sonntag der erste Durchgang der Präsidentenwahlen statt. Als Favorit gilt der konservative Amtsinhaber Nikos Anastasiades. Er verspricht neue Bemühungen um eine Wiedervereinigung der geteilten Insel. Doch viele Zyprer machen gerade ihn für das Scheitern der Einigungsverhandlungen im vergangenen Sommer verantwortlich.

Umfragen zufolge wird Anastasiades mit gut 30 Prozent aus dem ersten Wahlgang als Sieger hervorgehen. Fast gleichauf liegen der unabhängige Kandidat Stavros Malas und Nikolas Papadopoulos, der Vorsitzende der Mitte-Rechts-Partei Diko mit knapp 20 Prozent auf dem zweiten Platz. Gegen einen von beiden muss Anastasiades in der Stichwahl am 4. Februar antreten.

Anastasiades gewann die Wahl von 2013 mit dem Versprechen, eine Wiedervereinigung mit dem seit 1974 türkisch besetzten Inselnorden anzustreben. Fünf Jahre später ist Zypern immer noch geteilt. Die Einigungsverhandlungen waren im vergangenen Juli im schweizerischen Crans-Montana vor allem an der Kontroverse um den Abzug der türkischen Besatzungssoldaten und der Rolle der Türkei als künftiger Garantiemacht sowie an territorialen Streifragen gescheitert.

Anastasiades stößt auf Skepsis

Viele machen Anastasiades für den Schiffbruch verantwortlich. Er habe im letzten Moment kalte Füße bekommen und hingeschmissen statt hartnäckig weiter zu verhandeln. Sein Versprechen, einen neuen Anlauf zu versuchen, stößt deshalb auf Skepsis. Andererseits haben die EU und die Nato ein großes Interesse an einer Zypernlösung. Mit einer Wiedervereinigung der Insel würde ein hartnäckiger Konfliktpunkt zwischen der Türkei und der EU ausgeräumt. Aus dem Krisenherd Zypern könnte ein Pol der Stabilität an der verwundbaren Südostflanke Europas werden.

Doch die Entwicklung im türkisch besetzten Inselnorden spricht gegen eine schnelle Zypernlösung. Aus den Parlamentswahlen Anfang Januar ging die nationalistische UBP als Sieger hervor. Sie tritt für engere Bindungen an die Türkei ein. Das Wahlergebnis zeigte, dass viele türkische Zyprer nach dem Scheitern der Verhandlungen offenbar nicht mehr an eine Verständigung mit den Inselgriechen glauben.

Wirtschaft wieder im Wachstum

Erfolgreicher als in den Einigungsverhandlungen war Anastasiades in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Als er im März 2013 die Präsidentschaft übernahm, stand die Insel am Rand des Staatsbankrotts. Mit einem Hilfsprogramm von zehn Milliarden Euro konnten die Europartner die drohende Pleite abwenden. Viel schneller als erwartet ließ die Insel die Krise hinter sich. 2017 dürfte die Wirtschaft um 3,5 Prozent gewachsen sein. Die Investitionen stiegen sogar um 7,8 Prozent.

Vor allem mit seinem erfolgreichen Krisenmanagement kann Anastasiades auftrumpfen. Die meisten Meinungsforscher sehen ihn als wahrscheinlichen Sieger einer Stichwahl. Gewonnen hat er das Rennen aber noch nicht – zumal offen ist, welcher seiner beiden Mitbewerber es in die entscheidende zweite Runde schafft.

Von Gerd Höhler/RND

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