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Deutschland / Welt Zahlreiche Tote bei Angriff auf Militärparade im Iran
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Zahlreiche Tote bei Angriff auf Militärparade im Iran
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20:19 22.09.2018
Auf diesem vom der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim zur Verfügung gestellten Foto flüchten Zivilisten und Streitkräfte in der Stadt Ahwas nach dem Angriff auf eine Militärparade. Quelle: Tasnim New Agency/dpa
Teheran

Bei einem Angriff auf eine Militärparade in der iranischen Stadt Ahwas sind mindestens 25 Menschen getötet worden. Weitere 60 Personen seien verletzt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna mit. Um die Verantwortung für den Anschlag stritten sich die Terrormiliz Islamischer Staat und eine Gruppe arabischer Separatisten.

Wie genau sich der Angriff auf die Parade im Südwesten des Landes abspielte, war zunächst unklar. Ein unverletzter Soldat berichtete im Staatsfernsehen: „Wir haben plötzlich bemerkt, dass einige bewaffnete Personen in falschen Militäruniformen begannen, die Kameraden von hinter (der Bühne) anzugreifen und dann auf Frauen und Kinder feuerten.“ Laut Irna schossen die Angreifer auf eine Tribüne, auf der Kommandeure von Militär und Polizei saßen. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars meldete, zwei Angreifer in khakifarbenen Uniformen auf Motorrädern hätten den Angriff ausgeführt.

Bilder des Staatsfernsehens zeigten, wie sich Journalisten und Zuschauer nach den ersten Schüssen umschauten. Dann rannten Paradeteilnehmer durcheinander und suchten Deckung. „Lauf, lauf, lauf! Leg Dich hin! Leg Dich hin!“, rief ein Mann hinter einer Frau her, die mit ihrem Baby floh.

Außenminister Sarif macht die USA mit verantwortlich

Irna berichtete unter Berufung auf den Gouverneur der Provinz Chusistan, Gholamresa Schariati, zwei der Angreifer seien getötet und zwei weitere festgenommen worden. Das Staatsfernsehen meldete später, alle vier Angreifer seien getötet worden. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif machte die Hintermänner des Anschlags im Ausland aus. Die Angreifer seien Terroristen, die von fremden Mächten ausgewählt, trainiert, bewaffnet und bezahlt worden seien. Es handle sich um Staaten in der Region und ihre „US-Herren“. Der „Iran werde schnell und entschieden antworten, um iranische Leben zu schützen“, twitterte Sarif. Die Staatsmedien des iranischen Erzfeindes Saudi-Arabien meldeten den Anschlag zunächst nicht.

IS reklamiert Anschlag für sich

Die Terrormiliz Islamischer Staat reklamierte den Anschlag über ihr Sprachrohr Amak für sich, legte aber keine Beweise vor. Auch erklärte sie zunächst, das Attentat habe Präsident Hassan Ruhani gegolten. Der befand sich aber nicht in Ahwas, sondern bei einer Parade in Teheran die an den Beginn des Golfkriegs mit dem Irak vor 38 Jahren erinnerte. Später erklärte sich die Arabische Kampfbewegung für die Befreiung von Ahwas zur Verantwortlichen des Attentats. Der Angriff untergrabe die iranische Regierung an einem Tag, an dem sie der Welt ihre Macht und ihre Kontrolle habe demonstrieren wollen, sagte der Sprecher der Organisation, Jacub Hor al-Tostari, der Nachrichtenagentur AP.

Die staatlichen Medien und die Regierung hatten schon zuvor gemutmaßt, dass arabische Separatisten für den Angriff verantwortlich seien. Diese hatten in der Vergangenheit in der ölreichen Provinz Chusistan Anschläge auf Ölpipelines verübt. Auch IS-Anhänger verübten 2017 einen Angriff im Iran. Ziel des Angriffs waren im Vorjahr das iranische Parlament und das Mausoleum des Revolutionsführers Ruhollah Chomeini. Dabei wurden 18 Menschen getötet.

Syrien verurteilte den Angriff auf seinen Verbündeten scharf. In einer Mitteilung des Außenministeriums hieß es, denjenigen, die in der Region den Terror unterstützen, werde es nicht gelingen, ihre Pläne mit diesen schmutzigen Verbrechen zu erreichen.

Von RND/AP