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Deutschland / Welt AfD-Whatsapp-Gruppe offenbart rechte Gesinnung
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15:14 21.06.2017
Steht zu seinen Äußerungen: AfD-Sachsen-Anhalt-Chef André Poggenburg. Quelle: dpa
Berlin

Die Whatsapp-Gruppe des AfD-Landesverbandes Sachsen-Anhalt war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Und doch kann jetzt jeder online lesen, worüber sich die rund 200 Mitglieder der Gruppe „AfD Info LSA“ seit Mai 2016 unterhalten haben. Ein Insider muss den Chatverlauf weitergegeben haben, der von der Internetseite Indymedia veröffentlicht wurde.

Das Dokument belegt, wie die AfD-Mitglieder aus Sachsen-Anhalt reden, wenn sie glauben, unter sich zu sein. „Deutschland den Deutschen“ schreibt etwa der Landes- und Fraktionsvorsitzende André Poggenburg, als er gerade auf dem Weg zur Vorstellung der Bundestagswahlkampagne ist. Hinter der Parole, die sonst vor allem von der rechtsextremen NPD genutzt wird, postet er ein Smiley und eine Deutschlandflagge.

Volksfeindliche Medien sollen verboten werden

Auch gegen die Medien wird wieder gewettert: „Mit der Machtübernahme muss ein Gremium alle Journalisten und Redakteure überprüfen und sieben. Chefs sofort entlassen, volksfeindliche Medien verbieten“, schreibt ein Mitglied. Der Mann soll Bundespolizist sein. Dass diese verfassungsfeindliche Aussage fast 200 Teilnehmer lesen, scheint dieses AfD-Mitglied nicht zu stören. Ein anderer allerdings mahnt: „Viel Platz für Interpretation!! Das hier ist fast öffentlich, also vorsichtiger agieren!“

Das geleakte Dokument offenbart außerdem die Fremdenfeindlichkeit der Parteimitglieder. So schreibt einer: „Diese Verbrecher hält keine wie auch immer geartete ’Integrationsmassnahme’ davon ab, sich an unseren Frauen zu vergreifen.“ Ein anderer meint: „Ich fürchte nach der Bundestagswahl im September werden uns die Politiker wieder mit Asylanten überschwemmen. Bis dahin halten sie schön die Füße still.“ Ganz generell ist ein Dritter der Meinung: „Toleranz ist die Tugend einer untergehenden Gesellschaft.“

„Was ich hasse, sind Kommunisten“

Auch politisch Andersdenkenden werden in der Whatsapp-Gruppe angegriffen. „Was ich hasse, sind Kommunisten und die damit verbundenen Unverbesserlichen“, ist da zum Beispiel zu lesen. Oder auch: „Für mich bitte den Posten des Gesundheitsministers freihalten, um endlich die Grünen allesamt in die Geschlossene einzuweisen!“

In der Nacht zu Mittwoch hat der AfD-Landesvorsitzende Poggenburg eine Stellungnahme zu der geleakten Whatsapp-Gruppe abgegeben. Darin heißt es, er sei nur über einen Bruchteil des Inhaltes der Chat-Gruppe informiert, da er weder deren Betreiber noch Moderator sei. Zu seiner mit einem Smiley versehene Botschaft „Deutschland den Deutschen“ stehe er aber. „Selbstverständlich sollte ein Land denen ,gehören‘, die dort lange ansässig sind, die über Jahrzehnte oder sogar viele Generationen dort Wurzeln geschlagen und sich in den Staat eingebracht haben.“ Er nehme „liebend gerne in Kauf“, wenn sich „damit linke Ideologen, die scheinbar oft genug das Ziel vor Augen haben, Deutschland abzuschaffen, provoziert fühlen“.

Von ang/RND

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