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Deutschland / Welt 235 Tote durch Bomben und Schüsse auf Moschee
Nachrichten Politik Deutschland / Welt 235 Tote durch Bomben und Schüsse auf Moschee
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20:06 24.11.2017
Muslimische Gläubige stehen in der Nähe der Provinzhauptstadt Al-Arisch vor der al-Rawdah-Moschee, die am Freitag Ziel eines Anschlags wurde. Quelle: dpa
Kairo

Bei dem bislang opferreichsten Anschlag islamistischer Extremisten in Ägypten sind am Freitag mindestens 235 Menschen getötet worden. Mehrere Attentäter griffen während der Freitagsgebete eine volle Moschee auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel an, indem sie Sprengsätze zündeten und das Feuer auf die Gläubigen eröffneten. Es gab außerdem 109 Verletzte, wie die staatliche Nachrichtenagentur Mena am Freitagabend berichtete. Zu der Tat bekannte sich bisher niemand.

Der IS zieht gegen „Ketzer“ zu Felde

Der Anschlag richtete sich gegen die Al-Raudah-Moschee in der Stadt Bir al-Abd, die rund 40 Kilometer von der Hauptstadt des nördlichen Sinai, Al-Arisch, entfernt liegt. Das Gotteshaus wird von Anhängern des Sufismus besucht, einer mystischen Strömung des Islam. Islamistische Kämpfer wie diejenigen des auf dem Sinai aktiven Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat betrachten Sufisten wegen deren weniger wörtlichen Interpretation der Religionslehre als Ketzer.

Der lokale IS-Ableger verübt seit Jahren vermehrt Gewalttaten auf dem nördlichen Sinai. Er hat sich auch zu tödlichen Bombenanschlägen auf Kirchen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo und in anderen Städten bekannt. Dabei wurden Dutzende Christen getötet. Die Extremisten sollen auch hinter dem Abschuss eines russischen Passagierflugzeugs stecken, bei dem im vergangenen Jahr 226 Menschen ums Leben kamen.

Ägypten Präsident droht der Terrororganisation

Während die Extremisten ansonsten vor allem Polizisten und Soldaten attackiert hatten, stellte die Tat vom Freitag den ersten großen Anschlag auf ein muslimisches Gotteshaus dar. Das dramatische Blutbad stellte jeden vorherigen Angriff dieser Art in den Schatten.

Nach Angaben von Polizisten schossen die Angreifer aus vier Geländewagen auf die Gläubigen, als gerade die Predigt gehalten wurde. Sie sprengten demnach Fahrzeuge in die Luft, um so mögliche Fluchtwege rund um die Moschee zu versperren.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi verurteilte den Anschlag ebenso wie US-Präsident Donald Trump und Staats- und Regierungschefs zahlreicher anderer Länder. Die Tat werde nicht unbestraft bleiben, sagte Al-Sisi am Abend in einer Fernsehansprache. Das Leid der Opfer werde die Beharrlichkeit seines Landes beim Kampf gegen Terrorismus nur verstärken. Er verkündete nach Mena-Angaben eine dreitägige Staatstrauer.

Von AP/dpa/RND