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Panorama „Wir brauchen ein Gesetz gegen Mobbing“
Nachrichten Panorama „Wir brauchen ein Gesetz gegen Mobbing“
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13:00 20.09.2018
„Das Verhalten der Jugendlichen der Generation Smartphone setzt sich jetzt im Arbeitsleben weiter fort“: Schüler mit Handys auf dem Schulhof. Quelle: klicksafe
Karlsruhe


Herr Leest, die Zahl der Mobbing-Opfer hat ihrer neuen Studie zufolge zuletzt noch einmal zugelegt. Wie lässt sich das konkret erklären?

Das Interessante ist, dass das Verhalten der Jugendlichen – die Generation Smartphone – sich jetzt im Arbeitsleben weiter fortsetzt. Das erlernte negative Handeln erscheint auch im Erwachsenenalter normal. Während früher aber noch zweifelhafter Spaß im Vordergrund stand, ist es jetzt ernst geworden. Es geht darum, Macht über andere auszuüben. Ob man nun Politiker, Journalisten oder Musiker beschimpft und bedroht oder einfach Menschen mit einer anderen Meinung – mit Sanktionen ist leider kaum zu rechnen.

Das heißt, die Generation Handy wird mit zunehmendem Alter nicht reifer?

Die Gesellschaft wird auf jeden Fall unsensibler, je mehr sie mit Mobbing, das nicht sanktioniert wird, in Berührung kommt. Wir nehmen Äußerungen oft nur noch wahr, ohne sie zu hinterfragen. Wir gewöhnen uns an den rauen Ton und werden selbst zu Tätern. Das macht Schule – ob gegenüber einzelnen Fachleuten, ganzen Unternehmen oder auch unter Kollegen.

Wird das Problem auch am Arbeitsplatz größer – also in der realen Welt?

Natürlich. Wenn ich mich erst einmal daran gewöhnt habe, andere zu diffamieren, dann fällt das auch im Alltag einfacher. Die Entwicklung zeigt sich sowohl beim klassischen Mobbing unter Kollegen als auch auf hierarchischer Ebene beim sogenannten Bossing, also von oben nach unten.

Das Thema ist nicht neu. Wie reagieren die Arbeitgeber?

Es ist kaum etwas passiert. Unserer aktuellen Studie zufolge ist das Niveau der Aktivitäten gegen Mobbing am Arbeitsplatz im Vergleich zu 2014 nahezu gleich geblieben. Dabei sollten vor allem die Arbeitgeber ein Interesse daran haben, das Problem in den Griff zu bekommen.

Warum?

Es ist mehrfach schon nachgewiesen worden, dass Mobbing zu schweren gesundheitlichen Schäden führen kann und es damit zu Krankheitsausfällen kommt. Unseren Untersuchungen zufolge wechseln Mobbing-Opfer auch doppelt so häufig den Arbeitsplatz. Insgesamt liegen die Folgekosten des Mobbings in Milliardenhöhe, wie wir errechnet haben.

In welchen Berufen ist Mobbing am stärksten ausgeprägt?

Die meisten Betroffenen gibt es in sozialen Berufen. Ganz oben stehen Pflegeberufe wie Alten- oder Krankenpfleger. Also in Berufen, wo es sowieso schon vielfach schlechte Arbeitsbedingungen gibt. Da kann es noch so gute Qualitätsbeurteilungen für etwa Pflegeheime geben: Sie glauben gar nicht, was da hinter den Kulissen gesagt und getan wird.

Laut Ihrer Schüler-Studie von 2017 hat jeder fünfte befragte Schüler, der schon einmal Opfer wurde, im Zusammenhang mit Cybermobbing schon einmal an Suizid gedacht. Ist das bei Erwachsenen ähnlich?

Ja, aber hier sind die Zahlen Gott sei dank nur halb so groß. Der aktuelle Fall Daniel Küblböck zeigt deutlich, wie Menschen reagieren können. Das müssen wir mit allen Mitteln versuchen zu verhindern.

Was kann getan werden?

Wir brauchen für Mobbing dringend einen Straftatbestand, ein Cybermobbing-Gesetz, das es seit 2016 in Österreich schon gibt. Wir dürfen uns nicht mehr länger auf anderen Paragrafen ausruhen, die das Verhalten nicht deutlich erfassen. Denn was rechtlich nicht geahndet wird, wird weder reflektiert noch reglementiert. Und wir sollten uns an dem Artikel 1 des Grundgesetzes orientieren – und die Würde des Menschen über alles stellen, auch über die Meinungsfreiheit.

Von Sonja Fröhlich

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