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Panorama Wie der vierjährige Tobias zum Helden wurde
Nachrichten Panorama Wie der vierjährige Tobias zum Helden wurde
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16:57 25.05.2017
Ausgezeichnet: Vom bayerischen Innenminister Joachim Hermann hat Tobias Neuner die Christophorus-Medaille überreicht bekommen. Quelle: Foto:
Saulgrub

Tobias ist jetzt ganz offiziell ein Held. Das bescheinigte ihm der Freistaat Bayern am Mittwoch. Kein Wunder also, dass der Junge stolz in die vielen Kameras lächelte, als ihm Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Christophorus-Medaille überreichte. Tobias Neuner wurde damit als Lebensretter ausgezeichnet. Mit gerade einmal fünf Jahren ist er der jüngste Preisträger.

Für seine Familie ist der kleine Junge schon lange ein Held – wenn auch aus sehr traurigen Umständen: Am Morgen des 24. Oktobers fiel seine Oma plötzlich zu Hause in Saulgrub im Landkreis Garmisch-Partenkirchen um, blieb regungslos liegen. Eigentlich hätte sie Tobias wie jeden Morgen in den Kindergarten bringen sollen. Der damals vierjährige Junge verfiel aber nicht in Panik, als seine Oma da so lag. Er wusste sich schnell zu helfen – und rief die 112 an.

Kinderbuch hilft beim Notruf absetzen

„Wir hatten einige Zeit vorher schon einmal durchgespielt, was man in einem Notfall machen muss“, erzählt seine Mutter Barbara Neuner nun, ein halbes Jahr nach dem Vorfall. Auch im Kindergarten sei das Absetzen eines Notrufs Thema gewesen. „Es war eine Intuition, dass es gut wäre, das mal mit ihm zu üben.“

Als es dann tatsächlich zum Notfall kam, erinnerte sich Tobias an die Erklärungen der Eltern und an sein Kinderbuch über die Feuerwehr und den Rettungsdienst. Der Junge holte sich schnell das Buch, in dem auch die Notrufnummer abgebildet ist. „Tobias hat der Bergwacht dann seinen Namen und die Adresse genannt und gesagt, dass er Hilfe brauche, weil seine Oma umgefallen sei und sich nicht mehr bewege“, sagt seine Mutter.

„Tobias hat uns ein Riesengeschenk gemacht“

Als der Rettungsdienst nach zehn Minuten eintraf, öffnete Tobias ihnen die Tür und erklärte, wo genau seine Oma liegt. Nach einer Reanimation wurde die 67-Jährige nach Murnau ins Krankenhaus gebracht. Dort starb sie fünf Tage später auf der Intensivstation.

„Tobias hat uns mit seinem Einsatz ein Riesengeschenk gemacht“, sagt seine Mutter. Der Zusammenbruch der 67-Jährigen sei aus heiterem Himmel gekommen. Durch Tobias Notruf konnte sich die Familie noch von ihr verabschieden. „Die Situation ist nicht leicht für Tobias, aber er fühlt sich schon auch als Retter.“

Auch die Bergwacht in Bad Kohlgrub, bei der der Notruf des Jungen einging, ist begeistert von seiner geistesgegenwärtigen Reaktion. Sie hätten es noch nicht erlebt, dass ein Vierjähriger einen einwandfreien Notruf abgesetzt habe, erzählten sie Barbara Neuner.

Junge ist jüngster Preisträger

Daher haben die Rettungskräfte den Kleinen für die Verleihung der Christophorus-Medaille vorgeschlagen. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ehrte damit in München 64 Menschen aus Bayern, die einen Menschen in schwierigen Umständen aus Lebensgefahr gerettet haben. „Menschen wie Sie sind Bayerns Stärke, Menschen wie Sie schenken unserer Heimat Menschlichkeit und Zuversicht“, sagte Herrmann bei der Verleihung. Die Geehrten seien Lebensrechter und echte Mutmacher. „Sie beweisen: Bei uns in Bayern halten die Menschen zusammen.“

Tobias ist in diesem Jahr der jüngste Preisträger. Minister Herrmann nahm sich bei der Verleihung viel Zeit für den Kleinen, der kräftige Applaus und die Auszeichnung zauberten Tobias ein stolzes Lächeln ins Gesicht. Die Medaille ließ er sich von seinen Verwandten gleich an seine Lederhosen stecken.

Von Fabian Nitschmann und Isabell Rollenhagen

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