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Panorama Wie brandsicher sind deutsche Hochhäuser?
Nachrichten Panorama Wie brandsicher sind deutsche Hochhäuser?
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17:14 14.06.2017
In Bad Dürrenberg kamen im Januar nach einem Hochhaus-Brand drei Menschen ums Leben. Quelle: dpa
Hannover

Der Brand im Westen Londons fügt sich in diesem Jahr in eine Reihe von Schicksalen, bei denen weltweit Menschen durch Hochhausbrände schwer verletzt oder gar getötet wurden. Auch Deutschland bildete zuletzt keine Ausnahme. So kamen erst in der Nacht zum Montag zwei Menschen bei einem Hochhausbrand in Karlsruhe ums Leben.

Angesichts des verheerenden Brands in London keimen nun auch die Fragen nach den Sicherheitsbestimmungen in deutschen Hochhäusern auf. Wie funktioniert der Brandschutz in Deutschland? Wie sind die Gebäude vor und während großer Feuer geschützt? Das RND hat sich den wichtigsten Fragen angenommen.

Was regelt der Brandschutz in Deutschland?

Der Brandschutz ist hierzulande in zwei Kategorien unterteilt. Während der abwehrende Brandschutz die Maßnahmen der Feuerwehr im Einsatz regelt, findet sich im vorbeugenden Brandschutz eine Vielzahl an Rechtsvorschriften. Hierunter fallen insbesondere die Bauordnungen der sechzehn Bundesländer. Der vorbeugende Brandschutz gliedert sich in den baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Brandschutz und umfasst alle Regelungen, die im Vorfeld getroffen werden, um die Entstehung sowie die Ausbreitung von Bränden einzuschränken.

Welche Vorschriften greifen bei der Errichtung von Hochhäusern in Deutschland?

Eine Muster-Richtlinie über den Bau und Betrieb von Hochhäusern existiert als empfohlene Bauvorschrift. Die Bundesländer sind angehalten, diese auf Regionalebene politisch zu verankern. In Niedersachsen beispielsweise gibt es keine solche empfohlene Bauvorschrift von der Landesregierung, weshalb man sich an der Vorschrift aus Hessen orientiert. Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Brandenburg haben die Vorschrift als Verwaltungsbestimmung regional festgelegt.

Ist ein Hochhaus-Brand wie in London auch in Deutschland denkbar?

Michael Luitjens, Mitarbeiter beim vorbeugenden Brandschutz der Berufsfeuerwehr in Göttingen, hält dieses Szenario für sehr unwahrscheinlich: „Es wäre vermutlich so nicht möglich, da keine brennbaren Materialien offen an der Außenfassade verbaut werden. Der Brand würde sich in Deutschland daher nicht in dieser rasanten Geschwindigkeit ausbreiten, sondern bliebe beherrschbar.“

Was erschwert den Kampf der Feuerwehrleute in einem Hochhaus?

Generell bereite die Höhe mit ihren langen Angriffswegen für die Einsatzkräfte große Probleme, erklärt Michael Luitjens. In der Höhe kann es auch zu Druckverlusten in den Feuerlöschleitungen kommen, wenn die Gebäude keine modernen Brandschutzvorrichtungen aufweisen.

Welche Brandschutzvorrichtungen helfen den Feuerwehrleuten heute in einem Hochhaus?

Vorrichtungen wie ein Feuerwehraufzug und Wand-Hydrantenanlagen erleichtern den Einsatzkräften den Kampf gegen die Flammen. Einen Feuerwehraufzug gibt es bei älteren Hochhäusern oft erst ab einer Gebäudehöhe von 30 Metern. Da ein Hochhaus als Gebäude mit mehr als 22 Metern über Fußbodenhöhe definiert wird, ist der Aufzug heutzutage auch bei modernen Gebäuden erforderlich, die etwas kleiner als 30 Meter sind.

Der Feuerwehraufzug ist ein besonders gesicherter, vom zivilen Aufzug abgetrennter Bereich mit eigenem Fahrschacht, sicherer Stromversorgung und eigenem Maschinenraum, durch den Material und Personal auch im Brandfall sicher transportiert werden können. Über die Wand-Hydrantenanlagen in den Geschossen ist der Feuerwehr eine direkte Wasserentnahme in den Stockwerken möglich. Diese stellt die autonome Löschwasserversorgung sicher. Auf eine weitere Einspeisung der Feuerwehr kann somit im Notfall verzichtet werden.

Zudem sind Hochhäuser in der Regel mit Brandmeldeanlagen ausgestattet, die eine frühzeitige Alarmierung der Feuerwehr ermöglichen.

Wie ist die Struktur eines brandsicheren Hauses?

Jedes Hochhaus ist in Brandabschnitte unterteilt. Dabei besitzt jedes Geschoss eine feuerwiderstandsfähige Wand, die minimal 30 Minuten und maximal 120 Minuten den Flammen standhält. Bei den Decken des Gebäudes weitet sich die Resistenz auf 90 bis 120 Minuten aus, wie Michael Luitjens von der Berufsfeuerwehr Göttingen erklärt. Die tragenden Bauteile haben eine Feuerwiderstandsfähigkeit von 90 Minuten. Decken in Gebäuden mit einer Höhe von mehr als 60 Metern weisen eine Widerstandsdauer von 120 Minuten auf.

Welchen Einfluss hat der zunehmende Einbau von Wärmedämmungen in Wohnhäusern auf den Brandschutz?

Hochhäuser werden in der Regel mit Mineral- oder Steinwolle gedämmt, also nicht brennbaren Materialien, schildert Michael Luitjens. Sollte brennbares Material für die Fassade verwendet werden, muss es in nicht brennbaren, geschlossenen Profilen verbaut werden.

Von RND/Kevin Röhler

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