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Panorama Vierjährige stirbt in Italien an Malaria
Nachrichten Panorama Vierjährige stirbt in Italien an Malaria
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16:11 05.09.2017
Malaria kann auch in untypischen Ländern von Mücken wie dieser übertragen werden. Quelle: dpa
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Brescia

Ein vierjähriges Mädchen ist im italienischen Brescia an Malaria gestorben. Wie sich das Kind in Italien mit der tropentypischen Krankheit infizieren konnte, sei noch nicht abschließend geklärt, sagte eine Sprecherin des Krankenhauses in Brescia am Dienstag. Das Gesundheitsministerium beauftragte Experten damit, den Ansteckungsweg zu klären. Das Mädchen sei noch nie in ein Land gereist, in dem die Infektionskrankheit auftritt, hieß es in einer Mitteilung. Eine Möglichkeit ist, dass es von einer eingeschleppten Überträgermücke gestochen wurde.

Ihm sei völlig schleierhaft, wie sich die Kleine mit der Tropenkrankheit infizieren konnte, äußerte der Experte Claudio Paternoster am Krankenhaus Santa Chiara in Trient, in dem das Mädchen behandelt wurde: „So einen Fall habe ich noch nie gesehen. Sie hätte sich eigentlich unmöglich anstecken können.“

Infektion gibt Rätsel auf

Den Sommer verbrachte die Vierjährige mit ihrer Familie in der nordostitalienischen Region Venetien. Wegen einer anderen Erkrankung kam die Kleine zunächst in die Kinderabteilung des Santa-Chiara-Hospitals. Dort hatte sie zwar Kontakt mit zwei Kindern, die sich während eines Aufenthalts in Burkina Faso mit Malaria angesteckt hatten. Die Krankheit wird jedoch „nur von bestimmten Mückenarten von Mensch zu Mensch übertragen“, sagte Paternoster, der die Abteilung für Infektionskrankheiten leitet und am Wochenende im Fall des Mädchens hinzugezogen wurde. „Und diese Mücken gibt es nicht in Italien“.

Dem Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin zufolge sterben weltweit jährlich etwa 600 000 Menschen an Malaria, drei Viertel davon sind Kinder unter fünf Jahren. Malaria kommt überwiegend in Ländern Asiens und Südamerikas vor, die meisten Opfer fordert die Krankheit aber in Afrika.

2016 in Deutschland 970 „importierte“ Malaria-Fälle

In Italien gibt es Malaria wie auch in Deutschland mittlerweile nicht mehr, es werden aber immer wieder Infektionen eingeschleppt. 2016 gab es dem RKI zufolge 970 solche „importierten“ Malaria-Fälle. Die Patienten hatten sich jeweils im Ausland infiziert.

Es gibt zudem seltene Sonderformen der Infektion außerhalb eines Endemiegebietes, die Flughafen- oder Baggage-Malaria genannt werden. Dabei erfolgt die Infektion durch importierte infektiöse Mücken im Reisegepäck, im Flugzeug, auf einem Flughafen oder in dessen unmittelbarer Umgebung.

Ronald Ross stellte 1902 den tatsächlichen Zusammenhang her

In Europa gilt die Krankheit seit dem Ender der 1960er Jahre als ausgerottet. Ausgerechnet in Italien bekam die ursprünglich als Wechselfieber bekannte Erkrankung ihren heutigen Namen. Der Physiker Francesco Torti veröffentlichte 1709 ein umfassendes Werk über die Krankheit, deren Ursachen er in der schlechten Luft vermutete: auf Italienisch „Mal’aria“. Die Brutstätten der Mücken, die feuchten Sümpfe Italiens, wurden trockengelegt, der Übertragungsweg war aber noch immer nicht bekannt. Nachdem man bis zum Ende des 19. Jahrhunderts immer noch die namensgebende schlechte Luft für die Infektion verantwortlicht gemacht hatte, stellte der Tropenmediziner Ronald Ross den tatsächlichen Zusammenhang her. 1902 wurde Ross dafür mit dem Nobelpreis geehrt.

Von dpa/RND/

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