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San Francisco

Vier Tote bei Flammeninferno von San Bruno

In der Nähe des Flughafens von San Francisco ist eine Erdgasleitung explodiert und hat ein ganzes Wohnviertel in Brand gesetzt. Acht Stunden später sind die Brände immer noch nicht unter Kontrolle. Nach offiziellen Angaben der kalifornischen Landesregierung sind vier Menschen gestorben, Dutzende wurden verletzt.
Wie aus einem gewaltigen Bunsenbrenner schießen die Flammen aus dem Leck in alle Richtungen und setzen Häuser und Autos in Brand.

Wie aus einem gewaltigen Bunsenbrenner schießen die Flammen aus dem Leck in alle Richtungen und setzen Häuser und Autos in Brand.

© dpa

Viele haben zunächst an einen Terroranschlag geglaubt, als in der Nacht zum Freitag – kurz vor dem Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 – eine gewaltige Explosion den nur etwa drei Kilometer vom Flughafen entfernten Vorort San Bruno erschüttert und binnen Minuten ein ganzer Straßenzug in Flammen steht. Menschen rennen in Panik davon, vom Himmel regnet es Glassplitter und Trümmer.

Der Grund für das Inferno ist eine geborstene Erdgasleitung unter einer Straße von San Bruno. Wie aus einem gewaltigen Bunsenbrenner schießen die Flammen aus dem Leck in alle Richtungen und setzen Häuser und Autos in Brand. Mindestens vier Menschen sterben in den Flammen, knapp 53 weitere müssen mit Verbrennungen und anderen Verletzungen in Krankenhäusern behandelt werden. 38 Häuser brennen bis auf die Grundmauern nieder, mindestens 120 weitere sind beschädigt. Rund hundert Einwohner werden in Notunterkünften untergebracht.

Maldonado, der Gouverneur Arnold Schwarzenegger während dessen Asien-Reise vertritt, rechnet mit weiteren Opfern, nachdem er sich vor Ort ein Bild von der Unglücksstelle gemacht hat. „Es sieht aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen“, sagt er dem US-Fernsehsender CNN. Er habe in vielen Einfahrten verbrannte Autos gesehen: „Das sagt mir, dass viele ihre Häuser nicht verlassen haben, und das macht mir große Sorge.“

Zeugen berichten, die Explosion habe einen Krater von der Größe einer mehrspurigen Straßenkreuzung hinterlassen. „Ich hörte einen Lärm wie von einem tief fliegenden Flugzeug, dann wackelte plötzlich das Haus“, sagte Tina Diloia, die sich während des Unglücks mit ihrem Baby in ihrer Wohnung in San Bruno aufhielt. Sie habe eine zweite Explosion gehört. „Ich ging nach draußen, und es fielen Trümmer vom Himmel.“ Wucht und Lautstärke seien unbeschreiblich gewesen. „Es sieht aus, als würde die ganze Bergseite brennen“, erzählt die junge Frau weiter. Ein anderer Bewohner berichtet von einem „riesigen Feuerball“. „Schlimmer als die Explosion war die Hitze – eine enorme Hitzewelle, die eine Minute lang alle Luft aufsaugte.“

Der Bürgermeister von San Bruno, Jim Ruane, bestätigt, dass der Bruch einer 60 Zentimeter breiten Hochdruckleitung Schuld an dem Brandinferno sei. Medienberichten zufolge hatten Anwohner schon Tage zuvor Gasgeruch vernommen und den Behörden gemeldet. Ein Mann schimpft am Freitag vor den schwelenden Überresten seiner Nachbarschaft, dass der Energiekonzern Pacific Gas & Electric auf die Beschwerden nicht reagiert habe.

Der Sprecher des Energieversorgers spricht nach der Explosion von einer „schrecklichen Situation“. Sollte sich herausstellen, dass sein Unternehmen Schuld an dem Unglück trage, „werden wir die volle Verantwortung übernehmen“.

Am Morgen nach der Tragödie „scheint zwar die Sonne wieder, aber es liegt eine dunkle Wolke über unserer Stadt“, berichtet Bürgermeister Ruane. Tatsächlich liegt der Rauch auch Stunden nach der Explosion noch wie eine graue Glocke über dem Ort, der Qualm ist weithin zu riechen. Aus einigen Gebäuden schlagen noch immer Flammen.

Barbara Munke/dpa/afp


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