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Berlin

Verdächtiger im Poker-Raub wieder auf freiem Fuß

Wenige Stunden nach dem vermeintlichen Fahdungserfolg stehen die Ermittler im Berliner Poker-Raub wieder mit leeren Händen da. Die Polizei musste einen Verdächtigen wieder freilassen, da er offenbar Opfer einer Verwechslung geworden war.
Am vergangenen Sonnabend waren vier bewaffnete Männer während des Pokerturniers in das Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz gestürmt und hatten rund 242 000 Euro erbeutet.

Am vergangenen Sonnabend waren vier bewaffnete Männer während des Pokerturniers in das Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz gestürmt und hatten rund 242 000 Euro erbeutet.

© dpa

Nicht einmal 24 Stunden nach seiner Festnahme ist ein Tatverdächtiger des Raubüberfalls auf ein Berliner Poker-Turnier wieder frei. Das teilte Polizeisprecher Frank Millert am Samstag mit und bestätigte damit einen Vorab-Bericht der „Berliner Morgenpost“ (Sonntag). Es bestehe kein dringender Tatverdacht mehr. Damit zerrann der erste Fahndungserfolg der Polizei in dem spektakulären Raub in einem Grandhotel mitten in Berlin. Laut Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ war die Ausrichtung des Turniers rechtlich nicht sauber.

Spezialeinsatzkräften der Polizei hatten den Mann am Freitagabend gegen 21.00 Uhr in einer Wohnung in Berlin festgenommen. Dem Mann wurde vorgeworfen, vergangenen Samstag gemeinsam mit drei bewaffneten und maskierten Komplizen ein internationales Poker-Turnier im Grand Hyatt Hotel überfallen und 242 000 Euro erbeutet zu haben.

Nach Informationen der dpa und der „Berliner Morgenpost“ handelte es sich bei dem Festgenommenen um einen Mann, der bei einem Überfall auf ein Berliner Casino im Jahr 2004 beteiligt war. Dafür war er zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Er war erst seit kurzen wieder auf freiem Fuß. Bilder von Überwachungskameras hatten die Fahnder auf seine Spur gebracht. Offenbar sah der Mann auf den Videos dem Festgenommenen ähnlich. Nach seiner Festnahme stellten die Ermittler fest, dass dies eine Verwechslung war.

Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ schreibt, war das Poker- Turnier nicht mit dem Glücksspielstaatsvertrag vereinbar. Andere Bundesländer wie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hätten das Spiel deshalb verhindert. Grundsätzlich sei Pokerspiel mit hohen Einsätzen nur in zugelassenen Spielbanken mit entsprechenden Sicherheitseinrichtungen erlaubt. Um das Turnier dennoch ausrichten zu können, sei die Spielbank Berlin zum alleinigen Veranstalter und das Grand Hyatt zum „zeitweiligen Spielbankstandort“ erklärt worden.

Danach war scharfe Kritik an den geringen Sicherheitsvorkehrungen laut geworden. Der Chef der Polizeigewerkschaft im Beamtenbund, Rainer Wendt, hatte dem Turnierveranstalter European Poker Tour (EPT) vorgeworfen, wer mit solchen Geldsummen in bar hantiere und sie offen herumliegen lasse, müsse dafür sorgen, dass genügend Sicherheitspersonal da ist.

dpa


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