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Nach Gewaltverbrechen in Delligsen

Jugendamt weist Mitschuld am Tod von Julian zurück

Es habe keinerlei Hinweise gegeben, dass Julian gefährdet sei, heißt es am Freitag von Seiten des Jugendamts Holzminden, das eine Mitverantwortung für den gewaltsamen Tod des kleinen Jungen zurückwies.
Julian war in der Nacht zu Dienstag vom 26-jährigen Lebensgefährten seiner Mutter stundenlang gequält worden, bis er starb.

Julian war in der Nacht zu Dienstag vom 26-jährigen Lebensgefährten seiner Mutter stundenlang gequält worden, bis er starb.

© dpa

Nach dem Tod des kleinen Julian aus Delligsen hat das zuständige Jugendamt eine Mitverantwortung für das Schicksal des fünfjährigen Jungen zurückgewiesen. Der Leiter der Behörde im Kreis Holzminden, Andreas Kopp, sagte am Freitag der Nachrichtenagentur dpa, es habe im Vorfeld keinerlei Hinweise darauf gegeben, dass der Fünfjährige und seine beiden jüngeren Brüder in der Familie gefährdet sein könnten.

„Wer jetzt sagt, das habe man schon immer gewusst und das Jugendamt habe nichts getan, der sollte sich fragen, warum er sich nicht vorher bei den Behörden gemeldet hat“, sagte Kopp. Julian war in der Nacht zum Dienstag vom 26-jährigen Lebensgefährten seiner Mutter stundenlang gequält worden, bis er starb. Nachbarn hatten kritisiert, die das Jugendamt habe nicht rechtzeitig eingegriffen.
Die beiden ein und drei Jahre alten Brüder Julians befinden sich nach Angaben des Behördenleiters inzwischen bei Verwandten. „Dort sind sie gut aufgehoben“, sagte Kopp.
Der Amtschef erklärte, Julians 28-jährige Mutter habe nach der Trennung vom leiblichen Vater ihrer drei Kinder von sich aus Kontakt zum Jugendamt gesucht. Von möglichen Drogenproblemen des Lebensgefährten habe die Jugendbehörde nichts gewusst. Der Mann soll im Zuge der Ermittlungen nun auch psychiatrisch begutachtet werden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hildesheim, Bernd Seemann. Dies sei schon allein wegen deswegen erforderlich, weil der 26-Jährige behauptet habe, bei der Tat unter dem Einfluss von Aufputschmitteln gestanden zu haben. Der arbeitslose Mann hatte ausgesagt, er nehme bereits seit längerer Zeit Amphetamine.
Der 26-Jährige hatte den kleinen Jungen stundenlang misshandelt, bis der Fünfjährige an inneren Blutungen starb. Staatsanwalt Seemann sagte, er habe nie zuvor in seiner langen Zeit bei Gericht eine vergleichbar schrecklich zugerichtete Leiche gesehen.
Wann das Kind beerdigt wird und ob es eine öffentliche Trauerfeier geben wird, ist noch unklar. Eine Mitarbeiterin der örtlichen Kirchengemeinde sagte, nach Rücksprache mit den Angehörigen werde es dazu erst am Montag Details geben.
Jugendamtsleiter Kopp erläuterte, bei den Gesprächen und bei einem unangekündigten Hausbesuch im Mai bei der Familie habe nichts darauf hingedeutet, dass das Wohl der Kinder gefährdet sein könnte. Im Juni habe die Mutter ihren neuen Lebensgefährten mit zu einem Beratungsgespräch ins Amt gebracht. Auch bei dieser Gelegenheit habe es keinen Anhaltspunkt für eine Gefährdung gegeben.

dpa


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