Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Panorama USA verschärfen nach Unfall Triebwerkskontrollen
Nachrichten Panorama USA verschärfen nach Unfall Triebwerkskontrollen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:28 29.04.2018
Selfie mit dramatischer Botschaft: Passagier Marty Martinez (vorn links) fotografierte sich und die entsetzten Gesichter seiner Mitreisenden an Bord von Flug 1380. Quelle: Martinez/AP
Anzeige
Philadelphia

Ein Flugzeugtriebwerk explodiert in Tausenden Metern Höhe, Trümmerteile zerstören die Außenhaut und ein Fenster, eine Frau wird ins Freie gesogen und tödlich verletzt – das Horrorszenario, das sich am Dienstag am Himmel über Pennsylvania abgespielt hat, lässt die schlimmsten Ängste von Fluggästen wahr werden. Die US-Luftfahrtbehörde hat bereits Konsequenzen aus dem Unglück gezogen: Innerhalb der kommenden zwei Wochen werden verschärfte Vorschriften über zusätzliche Kontrollen von Flugzeugtriebwerken erlassen.

Die Rotorenblätter bei sämtlichen Triebwerken des Typs CFM56-7B, mit denen auch die Boeing der Fluggesellschaft Southwest ausgestattet war, sollen einer Ultraschallüberprüfung unterzogen werden, wenn sie eine bestimmte Anzahl von Starts und Landungen erreicht haben. Schaufelblätter, die die Kontrolle nicht überstünden, müssten ausgetauscht werden, hieß es.

Risse im Metall

Ein solches Schaufelblatt war dem Southwest-Flug am Dienstag offenbar zum Verhängnis geworden. Ersten Ermittlungen zufolge hat sich das Blatt gelöst und einige Teile mitgerissen – die Trümmer gerieten ins Triebwerk und brachten es zum Explodieren. Möglicherweise war Materialermüdung am Metall des Schaufelblatts der Grund – die Experten der Luftfahrtbehörde haben an der Bruchstelle entsprechende Spuren gefunden.

Mitarbeiter der US-Transportbehörden untersuchen das defekte Triebwerk Quelle: National Transportation Safety Board

Im Lauf der Zeit bekommt derart beanspruchtes Metall mikroskopisch kleine Risse, die sich bei mechanischer Belastung ausdehnen und zu Problemen führen können. Das Risiko ist bekannt, Triebwerkshersteller hatten daher bereits vor einem Jahr zusätzliche Inspektionen empfohlen. Die europäischen Behörden ordneten vor einem Monat entsprechende Überprüfungen für ihre Airlines an, die USA ziehen jetzt nach.

Todesangst in der Kabine

Die schrecklichen Ereignisse während des Southwest-Fluges macht das allerdings nicht mehr ungeschehen. Während Pilotin Tammie Jo Shults im Cockpit mit bewundernswerter Ruhe den defekten Flieger für die Notlandung vorbereitet, herrscht in der Kabine nackte Todesangst. Mehrere Passagiere versuchten verzweifelt, die 43-jährige Jennifer R. zu retten, die durch das bei der Explosion zerstörte Fenster halb nach draußen gesogen worden war.

Pilotin Tammy Jo Shults vor einem Kampfflugzeug der U.S. Navy. landete das kaputte Flugzeug in Philadelphia Quelle: dpa

Einer von ihnen war Tim McGinty, der mit seiner Frau und einer Freundin unterwegs war. Wie die „New York Times“ berichtet, beruhigte er zuerst seine beiden Begleiterinnen, zog ihre Sicherheitsgurte fest und half dann einem Feuerwehrmann, die Schwerverletzte auf den Boden zwischen den Sitzreihen zu legen. Bis zur Notlandung in Philadelphia versuchten die Männer mit Herzmassagen und Beatmung, die blutüberströmte Frau wiederzubeleben, aber ihre Mühe blieb vergebens.

Passagiere applaudieren

In der sicheren Gewissheit, sterben zu müssen, zückten andere Passagiere ihre Handys und schickten ihren Angehörigen letzte Botschaften. Oder sie beteten, wie der 36-jährige Timothy C. Bourman. Der Pastor aus Woodside berichtete der „New York Times“, dass er nicht damit gerechnet habe, zu überleben. Er sei nicht auf Anhieb mit seiner Sauerstoffmaske zurechtgekommen und habe dann beschlossen, dass sie sein Leben ohnehin nicht mehr retten werde. Also habe er einfach nur noch gebetet, während seine Frau ihrem Schwiegervater eine Botschaft an die drei kleinen Töchter sendete: „Bete für uns. Und sag den Mädchen, wir lieben sie und dass Jesus immer bei ihnen sein wird.“

Rund 20 bange Minuten später hatte die unerschütterliche Captain Shults das defekte Flugzeug sicher in Philadelphia notgelandet. Die Passagiere applaudierten und fingen dann sofort an zu telefonieren, um ihren Angehörigen die frohe Botschaft zu überbringen: Wir leben! Dann jedoch wurde es sehr still in der Kabine: Sanitäter legten die Leiche von Jennifer R. vorsichtig auf eine Bahre und trugen sie aus der Maschine. R. blieb das einzige Todesopfer, sieben weitere Passagiere erlitten leichtere Verletzungen – die Erlebnisse von Flug SW 1380 werden aber allen Mitreisenden noch lange in den Knochen stecken.

Von Stefanie Gollasch

Eine Familie aus Essen soll bei Ikea Ware im Wert von 350.000 Euro erbeutet haben. Für ihre täglichen Diebeszüge nutzte die Bande einen präparierten Kinderwagen. Nun stehen fünf Angeklagte vor Gericht.

19.04.2018

Unwahrscheinlicher geht es wohl kaum: In Michigan hat ein Paar, das bereits zwölf Söhne hat, noch einmal Nachwuchs bekommen. Und wieder war es ein Junge. Dabei hatte der Vater sich endlich mal eine Tochter gewünscht.

19.04.2018

Nach dem jahrelangen Missbrauch eines Jungen haben die Richter am Landgericht Freiburg das erste Urteil gesprochen. Der 41-jährige Täter, des bereits wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraft war, wurde zu einer zehnjährigen Haftstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Sieben weitere Urteile stehen noch aus.

19.04.2018
Anzeige