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Panorama Bundeswehrsoldaten täuschten Angriff vor – als Ausrede für Verspätung
Nachrichten Panorama Bundeswehrsoldaten täuschten Angriff vor – als Ausrede für Verspätung
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19:07 30.07.2018
Eine deutsche Fahne ist an der Uniform eines Soldaten befestigt. Quelle: dpa
Bad Hersfeld

Zwei junge Bundeswehrsoldaten haben einen Angriff auf sich als Ausrede für eine Verspätung vermutlich vorgetäuscht. Die Männer hätten die Attacke von unbekannten Männern am Mittwochmorgen im osthessischen Bad Hersfeld als Ausrede für ihren Dienstherren erfunden, teilte die Polizei in Fulda am Montag mit.

Die Soldaten hatten angegeben, von drei Männern beschimpft, geschlagen, getreten und bespuckt worden zu sein. Die Polizei ermittelte wegen einer politisch motivierten Straftat. Nun kam bei bisherigen Ermittlungen heraus: Sie standen auf dem Weg zum Dienst lediglich im Stau. Und weil sie arbeits- und dienstrechtliche Konsequenzen befürchteten, täuschten sie den Angriff vor.

Verletzungen selbst zugefügt

Die leichten Verletzungen hatten sie sich vor der Anzeigenerstattung selbst zugefügt, wie die Beamten berichteten. Nun müssen sich die Soldaten wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat verantworten.

Der vermeintliche Angriff hatte in der vergangenen Woche für Schlagzeilen gesorgt, auch in sozialen Netzwerken. Unter anderem hatte der Bundestagsabgeordnete Peter Tauber den Fall bei Twitter kommentiert: „Was für feige Angreifer! Unsere Soldaten haben jede Solidarität verdient. Wer sie angreift, greift uns alle an.“ Nachdem klar wurde, dass der Angriff erfunden war, schrieb Tauber am Montag: „So ein Verhalten geht gar nicht! Damit erweisen sie all jenen Kameraden einen Bärendienst, die wirklich von Übergriffen betroffen sind!“

Von seb/RND/dpa