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Panorama So leben wir in der Stadt der Zukunft
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18:06 30.06.2018
Stadt der Zukunft Stadt der Zukunft Quelle: Fraunhofer
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Berlin

Wie sehen die Städte der Zukunft aus? Das Horrorszenario sind überbevölkerte Metropolen, die im Smog und Verkehrschaos ersticken. Der Gegenentwurf: Elektroautos gleiten geräuschlos durch die Straßen, die Luft ist sauber. Dachgärten versorgen die Menschen mit frischem Gemüse, Solarpanels mit nachhaltiger Energie.

Im Rahmen des Forschungsprojekts “Morgenstadt“ suchen Experten der Fraunhofer-Gesellschaft nach Wegen, um das Horrorszenario zu verhindern. Den Gegenentwurf hingegen wollen sie mit moderner Technik und klugen Ideen zumindest teilweise in die Realität umsetzen. Sie möchten die Städte der Zukunft zu lebenswerteren Orten machen, die lärm- und abgasfrei sind.

Alanus von Radecki leitet bei der Fraunhofer-Gesellschaft den Bereich “Urban Governance Innovation“. Er hat eine klare Vision davon, wie zum Beispiel die Mobilität in der idealen Zukunftsstadt aussehen wird. Das Problem ist klar: Die Straßen sind schon jetzt überfüllt, das Verkehrssystem stößt an seine Grenzen. “Neben einem gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr wird man in der Zukunft autonom fahrende Elektroautos über Sharing-Konzepte gemeinsam nutzen“, sagt von Radecki.

“Privatautos werden die Ausnahme sein“

Beim Carsharing leiht man sich per Smartphone-App ein Auto. In den meisten großen Städten ist das bereits heute möglich – in der Zukunft könnte der Großteil des Verkehrs so organisiert werden. Er würde dadurch flüssig gehalten, dass die Autos selbstständig fahren und von einem intelligenten System gelenkt werden.

“Privatautos werden eher die Ausnahme sein“, sagt von Radecki. “Denn für die gibt es einfach nicht mehr genug Platz in der Stadt.” So will zum Beispiel Helsinki innerhalb der nächsten Jahre private Autos ganz aus dem Stadtverkehr verbannen. Auch Verbrennungsmotoren werde es bald nicht mehr geben.

Wenn es weniger, dafür gemeinsam genutzte Autos gäbe, würde mehr Raum für Grünflächen in der Stadt entstehen. Und der, sagt von Radecki, werde in den Metropolen der Zukunft auch benötigt. “Parks und Grünanlagen verbessern das Klima, denn sie kühlen die Luft herunter.“ In zugebauten Städten hingegen staut sich im Sommer die Hitze.

Energie aus Abwasser

Eine weitere große Herausforderung in den Städten der Zukunft wird der Umgang mit Ressourcen sein. Wichtige Fragen sind: Wie stellt man die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und sauberer Energie sicher und schont gleichzeitig die Umwelt? “Das größte Potenzial besteht darin, die Systeme intelligent zu vernetzen“, sagt von Radecki. “Dann kann man viel effizienter sein.“

Zu diesem Zweck haben die Fraunhofer-Institute Deus 21 entwickelt, ein technisches System, mit dem sich Wasser sparen und aus Abwasser Energie gewinnen lässt. Die Wasserversorgung in der Morgenstadt könnte demnach so aussehen: Regenwasser wird von den Hausdächern aufgefangen und so aufbereitet, dass es zum Waschen und Duschen verwendet werden kann.

Toiletten werden mithilfe eines Unterdrucksystems gespült, ähnlich dem aus Flugzeugen, dabei wird noch einmal Wasser gespart. Aus den Abwässern der Häuser wird schließlich Biogas erzeugt, das sich zur Energiegewinnung nutzen lässt. Der Ansatz wurde in einer Neubausiedlung im baden-württembergischen Knittlingen bereits erfolgreich getestet.

Eine neue Technik, um in Zukunft Energie zu gewinnen, ist die Abwasserwiederaufbereitungsanlage des Projekts Deus 21. Quelle: Rafael Krötz/Fraunhofer IGB

Nicht zuletzt gilt es, in der Morgenstadt eine weitere Aufgabe zu lösen. Schon heute werden Menschen mit geringerem Einkommen an den Stadtrand gedrängt, weil sie sich zentrales Wohnen nicht mehr leisten können. “Einer solchen Spaltung der Gesellschaft gilt es vorzubeugen”, sagt Radecki.

Wie das gelingen kann, auch dazu haben die Fraunhofer-Wissenschafter ein paar Ideen. Eine, sagt von Radecki, seien Mehrnutzungsangebote: “Wenn zum Beispiel in der Innenstadt ein Möbelhaus gebaut werden soll, kann man doch gleich eine Kita integrieren. Und obendrauf einen Block für sozialen Wohnungsbau setzen.”

Ein weiterer Ansatz ist, auf Quartiersebene Coworking-Spaces einzurichten, Arbeitsplätze für Selbstständige mit meist geringerem Einkommen. So könnten diese die Infrastrukturen ideal nutzen und sich mit Unternehmen in der Stadt vernetzen.

Tiny Houses als Ausweg bei steigenden Mieten

Ein Ausweg bei steigenden Mieten seien sogenannte Tiny Houses: Kleine, oftmals mobile Wohneinheiten, die auf einer Grundfläche von wenigen Quadratmetern alles bieten und sehr günstig vermietet werden könnten. Denkbar sei, diese rund um gemeinschaftlich nutzbare Räume aufzustellen, sodass jeder einen privaten Wohnbereich hat, aber nicht wirklich beengt leben muss.

Nur: Wie sollen sich die unwirtlichen, stickigen Betonwüsten, die heute schon aus allen Nähten platzen, wundersam in schöne saubere Morgenstädte verwandeln? In den Großstädten Asiens oder Südamerikas müssten größere Investitionen gemacht werden, gibt von Radecki zu. Dafür nähmen die skandinavischen Länder bei der Optimierung ihrer Städte eine Vorreiterrolle ein.

Man müsse sich heute nur Kopenhagen, Amsterdam, Malmö oder Eindhoven anschauen. Die Wandlung zur modernen, für jeden lebenswerten Stadt sei aber auch kein Selbstläufer: “Dafür sind politische Entscheidungen nötig. Zu spät für eine Veränderung ist es jedenfalls nie.”

Von Irene Habich

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