Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Panorama Schweres Erdbeben erschüttert die Türkei
Nachrichten Panorama Schweres Erdbeben erschüttert die Türkei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:19 12.06.2017
Ein Erdbeben hat die türkische Küste erschüttert. Quelle: AP
Istanbul

Ein starkes Erdbeben hat die Westküste der Türkei und die griechischen Inseln in der Ägäis erschüttert. Nach Angaben des Erdbeben-Monitors des Helmholtz-Zentrums in Potsdam hatte das Beben am Montag eine Stärke von 6,4. Das Zentrum lag in der Ägäis zwischen der griechischen Insel Lesbos und der türkischen Küstenmetropole Izmir. Die Stöße waren noch in der rund 330 Kilometer entfernten türkischen Millionenmetropole Istanbul und in der etwa 300 Kilometer entfernten griechischen Hauptstadt Athen zu spüren.

Eine Tote, mindesten zwölf Verletzte

Dabei kam eine Frau ums Leben. Bei dem Opfer handelt es sich um eine Frau, die die Feuerwehr aus den Trümmern ihres Hauses in einem Dorf auf der griechischen Insel Lesbos barg, wie die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA am Montagabend berichtete. Auf Lesbos wurden mindestens zwölf Menschen verletzt.

In der Region der Ortschaft Plomari im Süden der Insel wurde nach Angaben von Vize-Bürgermeister Manolis Armenakas der Glockenturm einer Kirche schwer beschädigt. Mehrere Häuser wiesen Risse auf. Zudem gab es Erdrutsche, die zum Teil Straßen versperrten, wie der Lokalpolitiker weiter mitteilte. „Die Menschen sind fast alle auf die Straße gerannt“, berichteten Augenzeugen aus Lesbos im Fernsehen.

Der Ausschlag beim Erdbeben vor der Ägäisküste im Westen der Türkei, aufgezeichnet durch das Seismometer des Helmholtz-Zentrum Potsdam. Quelle: dpa

Der Gouverneur der türkischen Provinz Izmir, Erol Ayyildiz, sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, nach ersten Erkenntnissen gebe es weder Opfer noch Schäden zu beklagen. Das Hauptbeben ereignete sich vor der Küste des Bezirks Karaburun in der Provinz.

Bezirksbürgermeister Muhammet Özyüksel sagte dem Nachrichtensender CNN Türk, das Beben habe etwa 15 bis 20 Sekunden gedauert und sei sehr stark gewesen. „So einen Stoß habe ich noch nie erlebt. Ich habe gedacht, das Gebäude stürzt ein“, sagte er mit Blick auf die Bezirksverwaltung. CNN Türk berichtete, in Karaburun seien nach dem ersten Beben drei Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 4,9 verzeichnet worden. Auch an der türkischen Ägäis-Küste berichteten Augenzeugen, Menschen seien in Panik auf die Straßen gerannt.

Eine Ladenbesitzerin aus Lesbos zeigt die entstandenen Schäden. Quelle: AP

Die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad gab die Stärke des Hauptbebens am Montagnachmittag mit 6,2 an. Die US-Erdbebenwarte USGS bezifferte es mit 6,3.

Der Seismologie Marco Bohnhoff vom Helmholtz-Zentrum in Potsdam sagte, es habe sich um ein sogenanntes Dehnungsbeben gehandelt, bei dem sich die obere Erdplatte in diesem Fall in Richtung Nord-Süd ausgedehnt habe. Das Epizentrum habe in zehn Kilometern Tiefe gelegen. Ein Beben in dieser Tiefe werde auch in mehreren hundert Kilometern Entfernung gespürt. Man müsse mit Nachbeben von einer Stärke bis 5 Grad rechnen. Beben dieser Art würden in dieser Gegend etwa zweimal im Jahr registriert.

Im europäischen Raum kommen die meisten Erdbeben in Griechenland, den südlichen Teilen des Balkans sowie im Westen der Türkei vor. Auch Italien und der westliche Balkan sind besonders betroffen. Der größte Teil der schweren europäischen Beben ereignet sich nahe den Rändern von Afrikanischer und Europäischer Platte. Dort kann es zu Spannungen kommen, die zu Beben führen.

Die Erdbebenregion Türkei

Nur wenige Länder sind häufiger von schweren Erdbeben betroffen als die Türkei. Denn unter der Oberfläche kollidieren dort seit rund 50 Millionen Jahren zwei der weltweit größten Kontinentalplatten: die afrikanische und die eurasische Platte. Der allergrößte Teil der türkischen Bevölkerung lebt in dauernder Erdbebengefahr.

Besonders schwere Beben gab es immer wieder entlang der 900 Kilometer langen Nordanatolischen Verwerfung, einer der seismisch aktivsten Zonen der Erde. Sie reicht von der Nordägäis im Westen bis fast zum Kaukasus im Osten und läuft quer durch die nördliche Türkei. Die Beben dort liegen oft in geringer Tiefe. Daher breiten sie sich nicht so stark aus, sind aber sehr intensiv.

1999 wurde das Land von einer der schwersten Naturkatastrophen in seiner Geschichte heimgesucht: Ein Beben in der Region um die nordwestliche Industriestadt Izmit, östlich von Istanbul, kostete damals mehr als 17 000 Menschen das Leben.

Seit Anfang des vorigen Jahrhunderts wandern die großen Beben in der Türkei entlang der Nordanatolischen Verwerfung systematisch von Osten nach Westen. Neben den Menschen in Nordanatolien sind daher auch die Bewohner der Ägäis-Region besonders gefährdet.

Von RND/dpa

Fünf Monate hat sie sich Zeit gelassen, jetzt ist die First Lady dort, wo sie hingehört: im Weißen Haus. Melania Trump ist am Wochenende mit dem Sohn Barron nach Washington gezogen. Der verspätete Einzug hatte die Gerüchte um eine Ehekrise befeuert.

12.06.2017
Panorama Attacke auf AfD-Politikerin - Tortenwerferin muss Strafe zahlen

Der klebrige Angriff auf Beatrix von Storch hat ein juristisches Nachspiel: Eine 22-jährige Kielerin wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie der AfD-Politikerin eine Torte ins Gesicht geworfen hat. Storch ist nicht die einzige, der so etwas passiert ist.

12.06.2017

Zwei Monate hat der Serienmörder Todd Kohlhepp sein Opfer Kala Brown in einem Container gefesselt. Er vergewaltigte und quälte sie – ihren Freund erschoss er vor ihren Augen. Jetzt haben US-Behörden das dramatische Befreiungsvideo veröffentlicht.

12.06.2017