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Panorama Schlossherr gesucht – und gefunden
Nachrichten Panorama Schlossherr gesucht – und gefunden
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11:08 15.01.2018
Romantisch gelegen: Die Burgruine La Mothe-Chandeniers hat 25 000 neue Eigentümer. Quelle: AFP
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Paris

Bewohnbar ist diese Burg nicht – so romantisch sie aussieht. Bäume und Sträucher haben sich zwischen den Steinen eingenistet, die alten Gemäuer verfallen. Nun aber steht der Burgruine La Mothe-Chandeniers im Westen Frankreichs, zwischen Orléans und Nantes, eine Renaissance bevor – dank ihrer 25 000 neuen Eigentümer, die sie gerettet haben.

In einer bislang einmaligen Spendenaktion haben sie Geld gegeben und besitzen nun selbst jeweils einen kleinen Anteil an dem Monument. Ihre Namen blieben anonym. Der Mindesteinsatz lag bei 50 Euro pro Person – so kamen mehr als 1,6 Millionen Euro zusammen.

Geldgeber aus 115 Ländern

„Das ist viel mehr, als wir erwartet hatten. Bei unserer Aktion handelt es sich um eine bisher einmalige auf der Welt“, freut sich Romain Delaume, Mitbegründer und Direktor des Pariser Start-ups Dartagnans, dessen Name sich von der Trilogie über D’Artagnan und die drei Musketiere ableitet. Gemeinsam mit dem Verein Adopte un château (Adoptiere ein Schloss) hat es das ungewöhnliche Projekt ins Leben gerufen. Über die reine Summe hinaus sei vor allem die Zahl der Geldgeber beeindruckend, so Delaume. Diese kommen aus 115 Ländern der Welt, selbst aus Burkina Faso oder Peru gingen Spenden ein, einige auch aus Deutschland. Aus Frankreich stammt nur etwa die Hälfte der Geldgeber.

Dartagnans hat sich seit seiner Gründung vor zweieinhalb Jahren darauf spezialisiert, historische Monumente zu bewahren, indem es Crowdfunding- oder andere öffentliche Unterstützungsaktionen organisiert. Die Burg La Mothe-Chandeniers ist der bisher größte Coup des siebenköpfigen Teams. „Frankreichs Schatz sind seine Kulturgüter, aber die öffentlichen Subventionen sinken ständig“, erklärt der 31-jährige Delaume. „Wir wollen zeitgemäße Finanzierungsmöglichkeiten schaffen, um sie zu erhalten.“

Das Schloss ist derzeit nicht bewohnbar – soll aber wieder aufgebaut werden. Quelle: Dartagnans

Bei der von einem Wassergraben umgebenen Burgruine handelt es sich um die Überreste einer mittelalterlichen Festung aus dem 13. Jahrhundert, die im 19. Jahrhundert stark umgestaltet wurde. Seit ein Brand im Jahr 1932 das Gebäude verwüstete, wurde es weitgehend sich selbst überlassen und verfiel zusehends. 1982 kaufte es ein Privatmann – nun wollte der inzwischen 82-Jährige das Bauwerk verkaufen. „Aber nicht an irgendwen“, sagt Romain Delaume. „Unser originelles Projekt gefiel ihm.“

Als Kaufpreis wurden 500.000 Euro vereinbart – das war das erste Ziel, das sich die Initiatoren der Corwdfunding-Kampagne gesetzt hatten. Sollte noch mehr Geld zusammenkommen, hofften sie, erste Studien für eine mögliche Restaurierung in Auftrag geben zu können. Dies ist mit der gesammelten Summe ohne Weiteres möglich. Für einen zusätzlichen Euro konnte jeder Besitzer der Burg auch Aktionär einer Gesellschaft werden, die sich um die Restaurierung kümmern soll.

Aktionäre entscheiden über Nutzung

Was genau mit ihr passiert, ist noch nicht entschieden. „Wir kümmern uns um die grobe Richtung, aber die Entscheidungen für die Renovierung und Nutzung werden gemeinschaftlich getroffen“, versichert Dartagnans-Direktor Delaume. Alle Aktionäre können auf einer Internetseite eigene Ideenvorschläge einbringen, Reaktionen darauf verfolgen und über die weiteren Schritte abstimmen. Schließlich sind sie zumindest zu meist sehr kleinen Anteilen Mitbesitzer.

Idyllisch mit Burggraben: Es gibt bereits Anfragen für Film- und Fernsehnutzung des Gebäudes. Quelle: Dartagnans

Mittelfristig hoffen sie, den Ort so abzusichern, dass er gefahrlos zugänglich ist, und das historische Baudenkmal dann auch für Besucher zu öffnen. Unter den Vorschlägen der Spender für die zukünftige Verwendung befinden sich die Organisation kultureller Veranstaltungen, die Einrichtung einer Künstlerresidenz oder auch von Gästezimmern, damit sich die Burg in der Zukunft selbst trägt. Auf der Baustelle sollen Webcams eingerichtet werden, um die vielen Besitzer über den Fortgang der Arbeiten zu informieren – schließlich sind sie über die ganze Welt verstreut.

Von Birgit Holzer/RND

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