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Panorama Säureopfer soll 250.000 Euro Schmerzensgeld bekommen
Nachrichten Panorama Säureopfer soll 250.000 Euro Schmerzensgeld bekommen
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11:28 02.10.2018
Ihr Ex-Freund hatte Vanessa Münstermann im Februar 2016 mit einer ätzenden Flüssigkeit überschüttet und ihr Gesicht für immer entstellt.  Quelle: HAZ/Rainer-Droese
Hannover

Das Landgericht Hannover hat am Dienstag entschieden, dass das Säureopfer Vanessa Münstermann Anspruch auf 250.000 Euro Schmerzensgeld hat. Die damals 27 Jahre alte Kosmetikerin war Anfang 2016 von ihrem Ex-Freund mit Schwefelsäure übergossen worden.

Ihre linke Gesichtshälfte wurde zerstört. Der jetzt 35 Jahre alte Täter ist bereits zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zum Auftakt des Zivilprozesses hatte die Richterin gesagt, die Forderung von 250.000 Euro sei hoch, aber es sei „eine extreme Tat mit extremen Folgen“ gewesen.

Mehr als 20 Operationen notwendig

Es war Montag der 15. Februar 2016, 5.30 Uhr in Hannover-Leinhausen. Wie jeden Morgen ging Münstermann schon früh mit ihrem Beagle Kylie aus dem Haus. Die Routine kannte auch ihr Ex-Freund, der ihr im Dunkeln auflauerte. In seiner Jackentasche hielt er ein Glas Schwefelsäure. Völlig unvermittelt sprang er hinter einem Busch hervor und kippte Münstermann die Säure ins Gesicht.

Die Frau lag später mehrere Tage im Koma und wurde mehr als 20 Mal operiert. Sie verlor ein Auge und ein Ohr, Narben zerfurchten die Haut. Der Anwalt des Täters, Max Marc Malpricht, machte damals keine Angaben dazu, ob sein Mandant die Tat bereue. Noch aus der Haft schrieb der Täter beleidigende Briefe an seine Ex-Freundin.

Kann der Täter das Geld überhaupt zahlen

Obwohl der Täter nun die Viertel Million Euro zahlen muss, ist es fraglich, ob Münstermann das Schmerzensgeld tatsächlich erhält. Der Täter ist nach Angaben seines Anwalts pleite. Münstermann könnte 30 Jahre mit Hilfe eines Gerichtsvollziehers versuchen, zumindest an einen Teil des Geldes zu kommen.

Die Eltern des Täters hatten Münstermann einige Monate nach der Tat 50.000 Euro gegeben. Weitere 100.000 Euro hatten sie in Aussicht gestellt - allerdings mit der Bedingung, dass Münstermann nicht mehr öffentlich über den Täter spricht. „So ein Schweigegeld kann ich nicht akzeptieren“, hatte Münstermann damals betont.

Von RND/lni

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