Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Panorama S-Bahn-Surfer schocken mit waghalsigem Video
Nachrichten Panorama S-Bahn-Surfer schocken mit waghalsigem Video
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:31 10.05.2018
Klickbringer im Internet: Die Gruppe „Berlin Kidz“ hat sich beim S-Bahn-Surfen gefilmt. Kritik kommt nicht nur von der Polizei. Quelle: Screenshot Vimeo
Berlin

Nackt läuft ein Mann in einem Video über das Dach einer fahrenden S-Bahn. In einer anderen Einstellung hängen seine Freunde außen an einem fahrenden Waggon und rauschen sehr knapp an einer Brückenkonstruktion vorbei. Sie alle sind maskiert. Was in den 1980er und 90er Jahren sehr angesagt war, geht im Internet seit einigen Tagen viral. Der Film ist neu. Auf der Video-Plattform „Vimeo“ wurde er innerhalb von einer Woche über 200.000 Mal geklickt. Er zeigt das anarchische Berliner Kollektiv „Berlin Kidz“. Für ein paar spektakuläre Videobilder setzen die jungen Männer ihr Leben aufs Spiel. Doch anders als früher nehmen sie ihre waghalsigen Aktionen nicht mehr nur mit Kopfkamera auf, sondern auch mit Drohnen. Das Video wirkt professionell. Ein fragwürdiges Signal an potenzielle Nachahmer.

Seit den 1990er Jahren haben die meisten Verkehrsbetriebe in Deutschland nachgerüstet. Die Türen von U- und S-Bahnen lassen sich heute nicht mehr von innen öffnen, sobald die Bahn aus dem Bahnhof rollt. Und tatsächlich ist die Zahl der S-Bahn-Surfer merklich zurückgegangen. Wie hoch sie heute genau ist, lässt sich in keiner Stadt sagen. Statistiken werden nicht geführt. Wirklich abhalten lassen sich Menschen, die den Adrenalinkick suchen, von den verschlossenen Türen aber nicht. Sie klettern aus Fenstern oder auf stehende oder anrollende Züge und warten schlicht, bis die Fahrt losgeht.

Bis zu 50.000 Euro Strafe

Werden die jungen Menschen von der Polizei erwischt, müssen sie mit Strafen von bis zu 50.000 Euro rechnen oder mit Haftstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. „Der häufigste Straftatbestand ist der gefährliche Eingriff in den Bahnverkehr“, sagt die Sprecherin der Berliner Polizei, Patricia Brämer. „Aber auch Hausfriedensbruch oder Sachbeschädigung können vorliegen.“ Außerdem kann das S-Bahn-Surfen als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden. „Wenn das alles aber nicht vorliegt, gefährden sie nur sich selbst und das ist nicht strafbar“, so Brämer weiter. Für Bahnfahrer und Fahrgäste ist es allerdings ärgerlich, wenn die S-Bahn-Surfer die Weiterfahrten um mehrere Stunden verzögern. Denn in vielen Fällen werden die Surfer entdeckt und die Bahn bleibt stehen – anders als es die weiterfahrenden Züge in dem Video von „Berlin Kidz“ vermuten lassen.

Im schlimmsten Fall gehen ihre Aktionen aber auch schief. Wir gefährlich sie sind, zeigen zahlreiche Unfälle in den vergangenen Jahren. In Berlin war im September 2016 ein Jugendlicher auf der U1 gestorben, weil er einem Stahlträger nicht mehr ausweichen konnte. Sie verlaufen nur 30 Zentimeter über den Zügen. Ende 2013 verletzte sich ein anderer in Hamburg lebensgefährlich, weil er einen Stromschlag bekam. In Roggendorf bei Köln starb 2008 ein 13-Jähriger, weil er auf der Kupplung der Bahn mitfuhr und den Halt verlor. Tatsächlich sind die Gegenstände, die die Bahn auf ihrem Weg passiert, der häufigste Grund für Unfälle: Tunnel, Brückengeländer, Stahlträger, entgegenkommende Züge. Auch der Strom kann zum Todbringer werden. Und der wird häufig unterschätzt, weil die Stromleitungen für einen Schlag nicht berührt werden müssen. Lichtbögen können einfach überspringen. Die Oberleitungen haben Spannungen von bis zu 25.000 Volt.

Nachahmer gibt es immer

Die „Berlin Kidz“ warnen in ihrem Video vor den Gefahren und mahnen, ihre „Stunts“ nicht nachzuahmen. Und dennoch: Das Video stößt auf Entsetzen. In einem Kommentar unter dem Video etwa schreibt ein Nutzer: „So viel Aufwand und Risiko, um etwas so dummes und sinnloses zu tun. Ihr verschwendet nur eure Leben, guter Job.“ Ein Anreiz sei der Film allemal, sagt Patricia Brämer. „Ich finde es hochgefährlich, so ein Video ins Internet zu stellen.“ Nachahmer gebe es immer und die seien häufig nicht so geübt wie die „Berlin Kidz“. „Fragen Sie mal Eltern von verunglückten Kindern, wie die solche Filme finden“, sagt sie am Telefon gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Das sage ich Ihnen nicht als Polizistin, sondern als Mutter.“

Von Annika Jensen/RND

Mit Saufgelagen hatte der Vater- oder auch Herrentag ursprünglich nur wenig zu tun. Stattdessen hat der Feiertag historische Wurzeln, die bis ins Mittelalter zurückreichen.

11.05.2018

Nach mehreren Tagen mit sommerlichen Temperaturen erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) ausgerechnet für den Feiertag eine deutliche Abkühlung. Aber keine Sorge, das Wetter soll schnell wieder besser werden.

10.05.2018

Am Vatertag begeben sich traditionell Tausende Menschen mit Bollerwagen und massig Alkohol im Gepäck auf Wanderschaft. Das führte in den vergangenen Jahren immer wieder zu beinah dramatischen Auswüchsen. Von wilden Traktorfahrten und skurrilen Polizeieinsätzen.

10.05.2018