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Panorama Ronaldo hält sich für unschuldig
Nachrichten Panorama Ronaldo hält sich für unschuldig
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17:48 31.07.2017
Ronaldo musste einer Richterin Rede und Antwort stehen. Quelle: dpa
Madrid

Die Reporter und Kamerateams, genau wie die Fans – sie alle haben vergeblich auf ihn gewartet. Doch Cristiano Ronaldo wählt den Hintereingang durch die Garage des Gerichtsgebäudes in Pozuelo de Alarcón. Nur die Richterin Mónica Gómez Ferrer bekommt den millionenschweren Fußballstar für eineinhalb Stunden zu Gesicht. Auf eine Selbstinszenierung legt der des Steuerbetrugs beschuldigte Weltfußballer bei seiner Anhörung diesmal keinen Wert. So müssen sich mehr als 200 Journalisten aus aller Welt mit den kargen Worten eines Sprechers begnügen. „Cristiano ist schon auf dem Weg nach Hause.“

Ronaldo hätte reinen Tisch machen können. Er hätte die 14,7 Millionen Euro überweisen können, die das spanische Finanzamt von ihm einfordert. Damit würde er seine Schuld eingestehen, aber auch ziemlich sicher dem Gefängnis entgehen. Doch Ronaldo hält sich für unschuldig. Er wies vor Gericht alle Anschuldigungen von sich: „Ich habe niemals etwas verborgen und auch niemals die Absicht gehabt, Steuern zu hinterziehen“, hieß es in einem verbreiteten Kommuniqué des Gerichts. Der Fußballer habe betont, dass die Finanzbehörden „alle meine Einnahmen im Detail kennen, da ich sie immer angegeben habe“.

Am 13. Juni erhob die Staatsanwaltschaft Madrid Anklage gegen Ronaldo. Der Vorwurf: Der Real-Madrid-Star soll 14,7 Millionen Euro an Steuern am Fiskus vorbeigeschleust haben. Ronaldos Management bestreitet die Vorwürfe. Dennoch liegt ein Schatten auf der Karriere des Superstars. Eine Karriere in Bildern.

Es ist eine riskante Strategie. Alles oder nichts. Unschuldig oder als Verbrecher für sieben Jahre ins Gefängnis, wie es die Staatsanwaltschaft fordert. Der 32-Jährige, der seit zwei Jahren Fernsehwerbung für eine Online-Poker-Firma macht, setzt alles auf eine Karte: Er habe niemals die Absicht gehabt, das spanische Finanzamt zu betrügen. „Ich sitze hier nur, weil ich Cristiano Ronaldo bin“, sagte er nach inoffiziellen Quellen zur Richterin. Beleidigt.

Ronaldo war Marke

Ronaldo, seit acht Jahren Stürmer bei Real Madrid, ist nicht nur Fußballer, sondern auch eine Marke, bekannt als CR7: eine der teuersten Marken im internationalen Sport. Sein Potenzial erkannte er schon bei Manchester United, wo er beschäftigt war, bevor er nach Madrid ging. 2004 gründete er eine Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln, die vorgeblich seine Werbeeinnahmen verwaltete. In England hatte er damit nie Probleme, was eines der Argumente von Ronaldos Anwälten für seine Unschuld ist. „Wer von England nach Spanien kommt, muss sich daran gewöhnen, dass er nicht mehr auf der linken Seite fahren kann“, sagt der spanische Steuerexperte Juan Manuel Toro dazu. Als Ronaldo 2009 nach Madrid wechselte, wurde er steuerlich mit offenen Armen empfangen. Damals war noch das sogenannte Beckham-Gesetz in Kraft, das gut verdienenden Ausländern erlaubte, ihre Einnahmen nur mit einem Satz von 24,75 Prozent zu versteuern, während für Spanier ein Spitzensteuersatz von 47 Prozent gilt. Das Gesetz gilt mittlerweile nicht mehr, aber Ronaldo kam gerade noch rechtzeitig, um davon zu profitieren.

Das Beckham-Gesetz lockte reiche Ausländer

Das Beckham-Gesetz enthielt eine zweite Kausel fiskalischer Großzügigkeit: Reiche Ausländer mussten nur ihre spanischen Einnahmen in Spanien versteuern, der Rest interessierte das Finanzamt nicht. Ronaldo beschloss deshalb, ein paar Jahre lang seine Werbeeinnahmen nicht zu deklarieren. 2015 überlegt er es sich anders. Da machte er auf einen Schlag seine Steuererklärungen für die Jahre 2011 bis 2014. Und veranschlagte über den Daumen: Ein Fünftel seiner Werbegelder seien Spanien zuzurechnen, der Rest nicht. Er zahlte 5,6 Millionen Euro.

Ein paar Monate später begann sich die Staatsanwaltschaft für Ronaldo zu interessieren. Ihr stieß auf, dass der Fußballer seine Werbeeinnahmen über Briefkastenfirmen laufen ließ. Sie konnte darin nur Betrugsabsicht erkennen. Das Finanzamt forderte von Ronaldo nun eine 14,7-Millionen-Euro-Nachzahlung. Mindestens vier Jahre lang habe er bewusst zu wenig Steuern gezahlt, weswegen er sich vier Steuerdelikten schuldig gemacht habe. Sieben Jahre Gefängnis seien dafür angemessen. Die Richterin, die in Justizkreisen als „hart“ gilt, muss jetzt entscheiden, ob sie Anklage erheben wird. Dafür hat sie 18 Monate Zeit.

Von Martin Dahms/RND

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