Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Panorama Postboten sollen künftig Senioren unterstützen
Nachrichten Panorama Postboten sollen künftig Senioren unterstützen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:38 09.04.2018
Briefträger der Deutschen Post sollen in Bremen künftig nach Senioren sehen Quelle: dpa
Bremen

In Bremen will die Post Senioren dabei helfen, länger ohne Pflegebetreuung auszukommen. Im Rahmen eines Projekts sollen Briefträger künftig bei älteren Menschen klingeln, um sich zu erkundigen, ob es ihnen gut geht. Auch Dienstleistungen wie ein Bargeldlieferservice oder die Benachrichtigung von Angehörigen sind vorgesehen.

Die neuen Dienstleistungen, für die die Post mit den Johannitern kooperiert, der Sparkasse und vier Wohlfahrtverbänden kooperiert, sind Teil eines Projekts der Stadt Bremen für ältere Menschen.

Post sucht neue Einnahmequellen

Mitte Mai soll der Service „Post Persönlich“ starten. Wie viel die Leistungen kosten, ist noch nicht bekannt. In regelmäßigen Abständen sollen die Postmitarbeitern dann kurz mit den Rentnern sprechen und die Verwandten benachrichtigen oder im Notfall die Johanniter-Sanitäter rufen. Für den Bargeldlieferdienst ist eine Kooperation mit der Sparkasse geplant.

Die Post, die wegen des schwindenden Briefgeschäfts ständig nach neuen Einnahmequellen sucht, hat bereits 2014 ein ähnliches Projekt im Ruhrgebiet durchgeführt. Weil das Interesse der Kunden nicht groß genug war, hat der Konzern es nach mehreren Monaten wieder eingestellt. Damals habe die Kommunikation zwischen Postboten und der Johanniter-Notrufzentrale nicht richtig funktioniert, sagt der wissenschaftliche Leiter des Modellprojekts, Herbert Kubicek, vom Bremer Institut für Informationsmanagement. Dies sei jetzt anders.

In Frankreich bietet die Post bereits flächendeckend einen Betreuungsservice an. Ab 39 Euro im Monat können Angehörige den Dienst „Veiller sur mes parents“ („Passen Sie auf meine Eltern auf“) in Anspruch nehmen. Postbeamte besuchen die Senioren, bieten Telefon-Assistenz und informieren und vermitteln Handwerker.

Auch die Bremer Postboten sollen bei ihren Besuchen über die Dienstleistungen der Bremer Wohlfahrtsvereine informieren. Gegen kleines Geld unterstützen Helfer die Senioren etwa beim Wohnungsputz oder leisten ihnen Gesellschaft. „Viele wissen gar nicht, dass es neben Pflegediensten ein solches Hilfsangebot gibt“, sagt Kubicek.

Krankenkasse hofft auf Einsparungen bei Pflegekosten

Die Krankenkasse AOK sieht durch den Service eine Möglichkeit, Pflegekosten zu sparen und unterstützt die Wohlfahrtsvereine mit 80.000 Euro. Die Briefträger sollen auch bei jüngeren Menschen klingeln, um sie als weitere Helfer anzuwerben. Neue Mitarbeiter werden für das Projekt nicht eingestellt. Die Postboten sollen für ihre neuen Aufgaben trainiert werden.

Die Gewerkschaft Verdi erhebt keine Einsprüche dagegen, dass die Postboten für das Projekt mehr Aufgaben übernehmen. „Werden die Aufgaben aber Teil des Regelbetriebs, braucht es mehr Personal“, sagt Verdi-Sprecher Matthias Büschking. „Weil die Post viel Personal abgebaut hat, sind Postzusteller für immer größere Bezirke verantwortlich.“

E-Books für Altenheime

Ab Juli können sich Rentner darüber hinaus beim Bürgertelefon kostenlos Behördenformulare an die Haustür bestellen. Die Sprecherin der Finanzsenatorin, die das Pilotprojekt koordiniert, sagt: „Wir möchten unseren Service für Leute verbessern, die nicht alles aus dem Internet ausdrucken können.“

Zum Modellprojekt gehören außerdem zwei Dienstleistungen für Altenheimbewohner: Rund 15 Heime sollen ab Mai je ein E-Book-Lesegerät erhalten. „Senioren können E-Books viel besser lesen als traditionelle Bücher mit einer Lupe. Denn das Display ist hell und die Schrift kann vergrößert werden“, sagt Kubicek. Die Heime sollen auch je ein Tablet erhalten. So können Senioren Kurznachrichten an ihre Enkel schreiben oder Hörbücher oder DVDs von der Stadtbibliothek bestellen. Die Bestellungen soll ein Bote einmal die Woche vorbeibringen und dabei auch bei technischen Problemen helfen.

Das Bremer Modellprojekt soll bis Ende 2019 gehen. Die Stadt investiert dafür 245.000 Euro. Dann muss der neue Senat entscheiden, ob er es weiterfinanzieren will. Ob die Post den Service auch in anderen Städten anbieten wird, ist noch offen.

Von RND/dpa

Münster versucht, sich vom Schock der tödlichen Amokfahrt zu erholen. Derweil wollen die Ermittler Spuren auswerten, die der Täter vor seinem blutigen Abschied hinterlassen hat.

09.04.2018

Der Staffordshire-Terrier Chico, der am Dienstag zwei Menschen getötet hat, wird vorerst nicht eingeschläfert. Das teilte die Stadt Hannover am Sonntagnachmittag mit. „Wir prüfen den Vorschlag des Tierschutzvereins Hannover, Chico in ein geeignetes Heim zu bringen“, sagte Stadtsprecher Udo Möller.

08.04.2018

Über die Amokfahrt von Münster mit drei Toten informieren am Sonntag Bundesinnenminister Horst Seehofer und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet. Hier können Sie die Pressekonferenz im Livestream verfolgen.

08.04.2018