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Panorama Polizei erhöht Präsenz bei „Hurricane“-Festival
Nachrichten Panorama Polizei erhöht Präsenz bei „Hurricane“-Festival
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09:53 20.06.2017
Rund 400 Polizeikräfte sicherten 2016 das „Hurricane“-Festival. In diesem Jahr werden es deutlich mehr sein.  Quelle: dpa
Scheeßel/Neuhausen ob Eck

 Die Tickets sind seit Monaten vergriffen – wie beinahe jedes Jahr: Das Doppelfestival „Hurricane“ und „Southsidel“, das parallel meist am dritten oder vierten Juni-Wochenende stattfindet, gehört zu den größten Musikereignissen in Deutschland.

Insgesamt 130.000 Zuschauer werden bei dem Rock-, Independent und Alternative-Festivals erwartet, um Bands wie „Green Day“, „Linkin Park“, „Mando Diao“ oder „Clueso“ live zu erleben – und zu feiern.

Eigene Sirene soll bei Gefahr Alarm schlagen

Klar ist bereits jetzt, dass sich die Fans einschränken müssen: Grund sind der Terror-Alarm beim Festival „Rock am Ring“ an Pfingsten und der Anschlag auf das Pop-Konzert von Ariana Grande in Manchester. Entsprechend wurde reagiert: Der Veranstalter, die FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH, hat strengere Vorschriften angekündigt.

So sind im Innenbereich, wo die Bands spielen, Rucksäcke oder Turnbeutel verboten. Nur Bauch- oder Brustbeutel im DIN A5-Format sind erlaubt. Volle Trinkflaschen müssen auch draußen bleiben.

Kurze Videos im Internet erklären Festivalgästen die neuen Regeln. Erstmals soll es zum Beispiel extra eine Sirene geben, die bei Gefahr Alarm schlägt.

Sobald sie erklingt, sollten Besucher ihre Smartphones checken, sagt Jonas Rohde, Marketing Koordinator des Veranstalters. „Dies hat den Vorteil, dass wir unsere Besucher auch beispielsweise nachts erreichen, wenn sie ihre Mobiltelefone nicht kontrollieren“, sagt Rohde. Es gibt eine Festival-App und einen eigenen Radiosender, der rund um die Uhr informieren soll.

Mehr Polizisten beim „Hurricane“-Festival

Auch von offizieller Seite wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft: Nach Polizeiangaben wird etwa in Scheeßel beim „Hurricane“-Festival die Zahl der Einsatzkräfte deutlich erhöht. Die Anzahl hält die Polizei aus taktischen Gründen geheim. Es dürften mehrere hundert Einsatzkräfte werden.

Im vergangenen Jahr hatten bis zu 400 Polizeikräfte das Festival im Landkreis Rotenburg gesichert. Diesmal will die Polizei auch erstmals beim „Hurricane“-Festival ein eigenes Social Media Team einsetzen. Die Beamten sollen die ganze Zeit erreichbar sein und vor allem twittern. „Die Festivalgäste sollen selbst sensibel sein“, sagt Heiner van der Werp von der Polizei Rotenburg

Rund 60.000 Menschen werden zum Southside-Festival erwartet. Quelle: dpa

Veranstalter setzt auf Geheimhaltung

Auch beim Southside-Festival in Neuhausen ob Eck bei Tuttlingen wurden „Vorkehrungen“ getroffen. Konkreter wird es auch hier. Das hat Gründe. „Da ein Baustein auch die Geheimhaltung der getroffenen Vorkehrungen darstellt, um potenziellen Gewalttätern etwaige Planungen zu erschweren“, hieß es seitens des Veranstalters FKP Scorpio.

Die Polizei sieht sich für das Festival auf dem Gelände eines ehemaligen Militärflugplatzes gut gerüstet. „Wir haben ein Sicherheitskonzept, das seit vielen Jahren besteht und das immer wieder verbessert und der Lage angepasst wird“, sagte Michael Aschenbrenner vom Polizeipräsidium Tuttlingen. „Wir sind daher überzeugt, das Möglichste getan zu haben, um einen sicheren Verlauf zu gewährleisten.“

Die Vorsicht kommt nicht ohne Grund: Im Mai hatte ein Selbstmordattentäter beim Konzert der US-Sängerin Arianna Grande in Manchester mit einem Sprengsatz 22 Menschen getötet. Knapp eine Woche später gab es einen Terror-Alarm bei einem Musikereignis in Deutschland: An Pfingsten musste das Festival „Rock am Ring“ am ersten Abend unterbrochen und das Gelände evakuiert werden - der Auftritt der Band Rammstein bei Deutschlands wohl bekanntestem Rockfestival in der Eifel fiel aus.

Mittlerweile ist klar, dass die Aufregung bei „Rock am Ring“ umsonst war: Auslöser für den Terror-Alarm war ein Schreibfehler bei den Namen zweier aus Syrien stammenden Aufbauhelfer.

Von RND/zys/dpa