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Stilles Paris

Wetter in Frankreich Stilles Paris

Ungewöhnlich starker Schneefall lähmt den Verkehr in und um die französische Metropole – die Behörden empfehlen, das Auto in der Garage zu lassen, so mancher Hauptstädter packt das Snowboard aus.

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Auf der Piste: Geoffrey fährt mit seinem Snowboard den verschneiten Montmartre mit der Basilika Sacre Coeur nach unten.

Quelle: dpa

Paris. An einem gewöhnlichen Morgen zur Hauptverkehrszeit, also zu einer Stunde, in der es sonst rauscht und hupt in Paris, herrscht gedämpfte Stille. Seit dem Vorabend hat sich eine Schneedecke über die Stadt gelegt, die ihren sonst so hektischen Rhythmus zum Stocken bringt. Autos kriechen langsam über die matschigen, teils vereisten Straßen und wer kann, verzichtet ganz auf sein Gefährt. Dazu haben die Behörden sogar aufgerufen.

Schließlich mussten Hunderte Menschen die Nacht auf Mittwoch in ihren Autos verbringen, weil auf vielen Verkehrsachsen um die französische Metropole nichts mehr vorwärtsging: Bis zu 740 Kilometer lang waren die Staus insgesamt – ein Rekord. Andere Autofahrer kamen in zu Notunterkünften umfunktionierten Turnhallen oder Gemeindesälen unter. Rund 700 Personen blieben über Nacht in diversen Pariser Bahnhöfen, 230 am Flughafen Orly. Die Zahl der Plätze für Obdachlose wurde kurzfristig um 1000 weitere aufgestockt.

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Starker Schneefall sorgt in der französischen Hauptstadt für Freud und Leid. Während die einen verzweifelt auf eine Bahn warten oder im Stau stehen, genießen andere das Wetter auf ihre Art.

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Busse fielen gestern in der ganzen Hauptstadtregion aus und die staatliche Bahn SNCF empfahl ihren Nutzern, wenn möglich auf Fahrten zu verzichten. Die TGV-Schnellzüge fuhren zwar, drosselten aber aus Vorsicht die Geschwindigkeit, was zu Verspätungen führte. Radio- und TV-Info-Sender konzentrierten sich mit Sondersendungen ganz auf das Wetter- und Verkehrschaos. Dass Präsident Emmanuel Macron Korsika einen mit Spannung erwarteten Besuch abstattete, dass in Deutschland ein Durchbruch bei den Koalitionsverhandlungen verkündet wurde – all das interessierte kaum mehr.

Eine Stadt im Ausnahmezustand

Selbst der Eiffelturm ist seit Montag geschlossen. Touristen, denen ein Besuch des Pariser Wahrzeichens vorenthalten bleibt, bekommen dafür ein anderes, seltenes Spektakel zu sehen: Paris im Schnee. Paris verlangsamt. Stilles Paris. Von einigen Abhängen, beispielsweise am Montmartre-Hügel, versuchen Abenteuerlustige mit Snowboards und Skiern herunterzurutschen. Seit 1987 wurden hier nicht mehr als zehn Zentimeter Schnee gemessen. Doch diese Schönheit bringt eben auch einen Ausnahmezustand mit sich, zumal erst in den vergangenen Tagen lang anhaltende Regenfälle stellenweise zu Hochwasser geführt hatten.

Haben die Meteorologen versagt?

Und so wurden auch kritische Fragen laut. Hatten Meteorologen bei der Vorsage versagt – oder die politischen Verantwortlichen bei den erforderlichen Präventionsmaßnahmen? „Es ist schwierig, die Zahl der Zentimeter an Schnee, der fallen wird, vorauszusehen“, wehrte Regierungssprecher Benjamin Griveaux Vorwürfe ab. Er gab aber zu, dass die öffentlichen Verkehrsbetriebe noch Nachholbedarf bei der ausreichenden Information über die Situation hätten. Vielen Politikern fiel das vor allem auf, weil sie selbst betroffen waren. Ihr Zug sei am Morgen nicht losgefahren, twitterte Valérie Pécresse, Präsidentin des Regionalrates der Hauptstadtregion.

„Keinerlei Informationen für die Reisenden. Und die Applikationen empfehlen, Busse zu nehmen, … die nicht fahren.“ Sie empfehle den Verkehrsbetrieben die Verbesserung der Information in Echtzeit. „5 cm Schnee, BORDEAUX-Paris 4h. Bravo an die SNCF“, echauffierte sich der Bürgermeister von Bordeaux und frühere Premierminister, Alain Juppé, ebenfalls auf Twitter. Woraufhin die Staatsbahn mit der Veröffentlichung eines Videos konterte, das erklärte, warum die TGV-Züge bei Schneefall verlangsamt fahren müssten – die Sicherheit gehe vor.

Ob sich die Lage schnell entspannt, scheint ungewiss: Nach einem weiteren Sinken der Temperaturen soll es erneut schneien. Paris bleibt sein ungewohnt weißes Antlitz vielleicht noch ein paar Tage erhalten.

Von Birgit Holzer/RND

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