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Panorama Mutiger Schüler hilft Obdachlosem
Nachrichten Panorama Mutiger Schüler hilft Obdachlosem
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22:31 03.03.2017
Ein Obdachloser (Symbolbild). Quelle: dpa
Lübeck

Das hätten sich sogar viele Erwachsene nicht getraut: Ein zehnjähriger Junge aus Lübeck hat einen Obdachlosen vor einem brutalen Schläger beschützt.

Der Junge war gerade auf dem Weg zur Schule, als er am Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr in einer Grünanlage am Rande der Lübecker Altstadt sah, wie ein großer, schlanker Mann einen Obdachlosen erst trat und anschließend noch ins Gesicht schlug.

Schüler schaltet sich ein

Da entschied sich der Zehnjährige, in das Geschehen einzugreifen. „Er fuhr mit seinem Fahrrad heran und sagte zum Tatverdächtigen, dass er aufhören soll“, sagte Polizeisprecherin Anett Dittmer den „Lübecker Nachrichten“.

Tatsächlich wandte sich der Unbekannte nach diesem mutigen Schritt des Jungen von seinem Opfer ab, trat aber plötzlich dem Kind gegen das Knie. Anschließend macht sich der Mann aus dem Staub. Der Junge fuhr nach Hause und berichtete seiner Mutter davon. Diese ging mit ihrem Sohn zum Arzt und erstattete bei der Polizei Anzeige.

Die Ermittler suchen jetzt nach Zeugen des Vorfalls und nach dem angegriffenen Obdachlosen. Der Tatverdächtige soll etwa 1,85 Meter groß und schlank sein. Zur Tatzeit habe er ein dunkelblaues Kapuzenshirt sowie eine hellblaue Jeans und weiß-blaue Turnschuhe getragen, sagte der Junge der Polizei. Der Obdachlose hatte braune Haare und trug einen Vollbart.

Mehr Gewalt gegen Obdachlose beklagt

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe beklagt zunehmende Gewalt gegen Obdachlose und macht dafür nicht zuletzt Rechtsextremisten verantwortlich. Nach Zahlen der Bundesarbeitsgemeinschaft sind seit 1989 insgesamt 504 obdachlose Frauen und Männer durch Gewalt ums Leben gekommen, allein 18 im Jahr 2016. Das geht aus einer Statistik hervor, über die der Evangelische Pressedienst (epd) am Freitag berichtete. Von den mindestens 179 Todesopfern rechtsextremistischer Gewalt seit 1989 hätten rund 20 Prozent auf der Straße gelebt, hieß es.

Von LN/RND