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Panorama Michael Schulte: „Mein Vater ist immer bei mir“
Nachrichten Panorama Michael Schulte: „Mein Vater ist immer bei mir“
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14:14 12.05.2018
Besticht durch Natürlichkeit: Michael Schulte in Lissabon. Quelle: dpa
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Sie wirken entspannt kurz vor dem Eurovision Song Contest. Aber wie sieht es in Ihrem Inneren aus?

Ich bin noch recht entspannt. Und ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht. Wir haben alle wochen- und monatelang darauf gewartet. Wir sind gut vorbereitet, das Feedback in den letzten Tagen hier in Lissabon ist doch sehr positiv. Samstag um Mitternacht sind wir schlauer.

Die deutsche Bilanz der letzten Jahre ist miserabel. Haben Sie Sorge, dass sich das mit Ihnen fortsetzen könnte?

Ich habe keine Angst, ich bin recht optimistisch. Ich habe aus verschiedenen Ländern viel Gutes zu meinem Auftritt gehört. Aber es kann natürlich immer passieren, dass man dann doch ganz hinten steht – wenn sich der Fluch fortsetzt.

Welcher Song Ihrer Mitbewerber gefällt Ihnen denn besonders gut?

Mein Lieblingssong ist der aus Irland – von dem viele dachten, dass er es nicht ins Finale schafft. Auch die Lieder aus Frankreich und Portugal mag ich, es gibt viele schöne Songs in diesem Jahr. Ich mag ja eher die ruhigeren Sachen.

Es geht in Ihrem Lied um den Tod Ihres Vaters, der starb, als Sie 14 Jahre alt waren. Während Ihres Auftritts sind im Hintergrund Fotos von Vätern mit ihren Kindern zu sehen – aber keines aus der Familie Schulte. Warum?

Ich wollte nicht allzu persönlich werden. Ich wollte es nicht übertreiben, damit man mir nicht vorwerfen kann, einen kalkulierten Auftritt hinzulegen. Es ist ein persönlicher Song, es ist meine Geschichte – aber es ist eben auch die Geschichte von vielen anderen. Viele Menschen haben uns Bilder geschickt, einige davon sind nun auf der Bühne zu sehen.

Ist denn die Trauer um Ihren Vater auch während des Singens noch sehr präsent?

Mein Vater ist immer bei mir, das glaube ich auf jeden Fall. Gerade an Vatertag denkt man noch intensiver darüber nach, wo er wohl gerade steckt und ob er das hier alles mitbekommt. Aber ich glaube tatsächlich, dass er das hier mitbekommt. Er war ein ganz toller Mann – und ich war immer stolz darauf, sein Sohn zu sein. Gerade durch den Song ist er ganz nah bei mir, in meinem Herzen. Das merkt man mir sicher auch beim Singen an.

Die Favoriten in diesem Jahr sind Israel, Zypern, Tschechien. Wem trauen Sie den Sieg zu?

Ich dachte lange, dass Bulgarien gewinnt. Mittlerweile denke ich das nicht mehr. Es sieht so aus, als könne Zypern ganz vorne landen. Aber das hier ist der Eurovision Song Contest. Man weiß es nicht. Im Moment glaube ich, dass das Rennen absolut offen ist. Es gibt fünf sechs Länder im engeren Favoritenkreis, aber die könnten alle gewinnen. Und es gibt auch Länder, die in den Wetten nicht ganz vorne stehen, aber am Ende auch gewinnen könnten.

Stichwort Überraschung: Mancher hier nennt Sie das „Dark Horse“ des ESC 2018, also den Bewerber, der das Feld überraschend von hinten aufmischen kann. Bei den Buchmachern haben Sie zwischendurch Platz vier erreicht. Wo sortieren Sie sich selbst ein?

Ich habe das natürlich mitbekommen und nehme die Rolle gern an. Lieber zu den Jägern gehören als gejagt werden. Ich würde mich wahnsinnig freuen, in die Top Ten zu kommen. Ich freue mich über die Aufmerksamkeit gerade – und über den gefühlten Ruck auch bei den deutschen ESC-Fans, die gerade merken: Ach Mensch, vielleicht passiert dieses Jahr doch mal was Gutes?

Sie wirken wie jemand, dem es nichts ausmachen würde, morgen wieder mit der Gitarre in der Fußgängerzone in Buxtehude zu stehen. Wie soll die Karriere nach dem ESC weitergehen?

Es ist viel geplant für hinterher. Gleich am Montag eine Reihe von Radiointerviews, ich kann kaum ausschlafen. Dann stehen Bandproben an für die Konzerte im Sommer, danach eine Tour – und privat auch noch einige Highlight. Zum Beispiel unsere Hochzeit. Und die Geburt unseres Kindes. Der Termin ist Ende August. Mein Gefühl ist aber, dass es ein bisschen früher wird, so rund wie der Bauch schon ist.

Von Imre Grimm/RND

Michael Schulte soll nach Jahren der Schmach die deutsche ESC-Ehre retten – das könnte klappen, meint unser ESC-Experte Imre Grimm.

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