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Panorama Messerangriff auf 24-Jährige: Brüder aus Syrien vor Gericht
Nachrichten Panorama Messerangriff auf 24-Jährige: Brüder aus Syrien vor Gericht
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15:13 21.08.2018
Das Opfer Vivien K. (am Dienstag im Gerichtssaal) wurde bei dem Messerangriff lebensgefährlich verletzt. Quelle: Zgoll/dpa/Montage
Hannover

Seit Dienstag müssen sich zwei junge Syrer vor dem Landgericht Hannover verantworten, weil sie am 24. März dieses Jahres die 24-jährige Vivien K. und ihren 25 Jahre alten Freund in Großburgwedel mit Fäusten und einem Messer attackiert haben sollen. Dabei wurde die Frau durch einen Messerstich in den Bauch lebensgefährlich verletzt, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet. Abdullah A. (17) ist wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung angeklagt, sein 14-jähriger Bruder Mohamad A. wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung. Verteidigt werden die beiden von Anwälten aus Berlin und Bonn. Der auf drei Verhandlungstage angesetzte Prozess vor der 1. Großen Jugendkammer – den Vorsitz hat Richter Stefan Lücke – findet aufgrund des Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der 14-jährige, schlaksig wirkende Mohamad A. betrat den Schwurgerichtssaal durch die Haupteingangstür, sein älterer Bruder – der seit März in Untersuchungshaft sitzt – wurde aus dem Zellentrakt in den Saal gebracht. Als Nebenklägerin tritt Vivien K. auf, die von Anwalt Dimitrios Kotios vertreten wird. Vor der Verhandlung wirkte sie sehr verschlossen, ließ sich aber bereitwillig fotografieren.

Die brutale Attacke war aus einer Kleinigkeit heraus entstanden. Zunächst hatten Mohamad A. und ein 13-jähriger Cousin gegen 19.20 Uhr in einem Edeka-Markt an der Großburgwedeler Dammstraße gerangelt. Sie sollen sich aus Spaß getreten und dabei um ein Haar Vivien K. getroffen haben, die gerade mit ihrem Freund einkaufen war. Daraufhin forderte die junge Frau, die selbst in einem Rewe-Supermarkt arbeitet, die Jungen auf, sich zu benehmen. Als sie sich uneinsichtig zeigten, forderte der Freund von Vivien K. die beiden auf, Älteren gegenüber mehr Respekt zu zeigen. Das wiederum nahmen diese zum Anlass, den älteren Bruder von Mohamad zu holen; die syrische Familie wohnt nur knapp 200 Meter vom Supermarkt entfernt.

Freund verfolgte Täter

In der Dunkelheit treffen das Paar und die drei Jungen auf der Dammstraße nahe dem Supermarkt aufeinander, es ist gegen 20 Uhr. Nach verbalen Scharmützeln und Schubsern, die von den Syrern ausgegangen sein sollen, wird der 25-Jährige mit Fausthieben traktiert, er wehrt sich mit Schlägen. Dann hält ihn – so die Aussage des Paars bei der Polizei – Mohamad A. fest, während sein älterer Bruder ein Klappmesser zieht. Vivien K. ruft: „Pack das Scheißding weg“ und versucht ihren Freund von dem 14-jährigen wegzuziehen. In diesem Moment sticht Abdullah A. zu und trifft die Frau; ihr Freund kann einem weiteren Stich ausweichen. Weil die 24-Jährige zunächst stehenbleibt, schätzt ihr Begleiter die Situation falsch ein und verfolgt die drei flüchtenden Täter. Kurz darauf bricht die Frau ohnmächtig zusammen. Der Messerstich hat Leber, Magen, Niere, Darm und Bauchspeicheldrüse verletzt; tagelang kämpfen Ärzte in den Folgetagen um das Leben des Opfers.

Der 13-jährige Cousin sitzt nicht auf der Anklagebank, er ist noch strafunmündig. Die beiden Brüder waren 2013 als syrische Kontingentflüchtlinge nach Deutschland gekommen, ihre Aufenthaltserlaubnis ist bis Mai 2020 befristet. Abdullah A. soll als Achtklässler an einem Gymnasium gescheitert sein, absolvierte seit Sommer 2017 ein Berufsvorbereitungsjahr an der Berufsschule Burgwedel. Im Zuge einer früheren Aussage soll der 17-Jährige gesagt haben, die Frau sei in sein Messer „hineingeschubst“ worden. Auch habe er erklärt, dass man Ehrverletzungen von Familienmitgliedern ahnden müsse – und dabei sei der Griff zur Waffe durchaus erlaubt. Wahrscheinlich war Abdullah A. seinem Opfer früher sogar schon begegnet: Er arbeitete im Frühjahr 2016 für knapp zwei Wochen als Praktikant in dem Rewe-Markt, in dem auch Vivien K. tätig war.

Die Tat hatte in der Bevölkerung großes Entsetzen ausgelöst. In Burgwedel waren besonders viele Anwohner fassungslos, gibt es hier doch einige erfolgreiche Integrationsprojekte und – im Regelfall – ein gutes Auskommen mit Flüchtlingen.

Von Michael Zgoll/HAZ/RND

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