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Panorama Menschenmenge behindert Rettungseinsatz
Nachrichten Panorama Menschenmenge behindert Rettungseinsatz
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17:13 06.09.2017
Eine Menschenmenge behinderte die Rettungsmaßnahmen der Feuerwehr in Frankfurt. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Eine Gruppe mit bis zu 60 Menschen hat die Wiederbelebung eines 19-Jährigen in Frankfurt erheblich erschwert. Mit Rufen wie „ Die Polizei schlägt immer Leute!“ soll ein ebenfalls 19-Jähriger einen Teil des Menschenauflaufs am Montagnachmittag in der Innenstadt provoziert haben. Die Polizei prüft, ob sie gegen die Menge vorgehen kann. Die Feuerwehr-Gewerkschaft und Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) sind über den Vorfall entsetzt. Der 19-Jährige ist außer Lebensgefahr.

Er war in der Nähe eines Fast-Food-Lokals an der Konstablerwache bewusstlos zusammengebrochen. Die herbeigerufenen Sanitäter und der Notarzt wurden bei ihrer Arbeit so „massiv gestört“, dass sie die Polizei zur Unterstützung anforderten, wie eine Polizeisprecherin am Mittwoch sagte. „Die Personen sind so nah an den Bewusstlosen herangetreten, dass die Sanitäter an ihrer Arbeit gehindert wurden.“ Die Polizisten seien ebenfalls behindert worden. Ein Beamter wurde geschubst, als er versuchte, den Weg für die Rettungskräfte frei zu halten und die Menge zu beruhigen. Erst als weitere Polizisten zur Unterstützung eintrafen, konnte der 19-Jährige ungestört reanimiert und anschließend in ein Krankenhaus gebracht werden.

Einige Personen waren der Polizei bereits bekannt

Von den Rufen des Störenfrieds hätten sich immer mehr Menschen angezogen gefühlt und zu der Gruppe gesellt. Unter den 50 bis 60 Menschen seien einige gewesen, die sich regelmäßig an der Konstablerwache aufhalten und der Polizei bereits bekannt sind. Es seien aber auch Passanten darunter gewesen.

Zum Milieu machte die Polizei zunächst keine genaueren Angaben. Bei dem 19-Jährigen gebe es aber den noch unbestätigten Verdacht, dass er aufgrund einer Überdosis an Drogen zusammengebrochen sei, sagte die Sprecherin. Er soll dessen ungeachtet zuvor aus zunächst unbekannten Gründen ein Schaufenster in der Nähe eingeschlagen haben. Es wird wegen Sachbeschädigung gegen ihn ermittelt.

Der Störenfried wurde festgenommen

Die beiden 19-Jährigen - der Zusammengebrochene und der Störer - kannten sich ersten Ermittlungen zufolge nicht. Der Rufer war vorläufig festgenommen worden, der Polizei aber zuvor auch nicht bekannt. Ob er strafrechtlich belangt werden kann, ist noch unklar.

„Es scheint mittlerweile keine Hemmschwellen mehr zu geben, auch Rettungsdienst- und Feuerwehrkräfte anzugreifen oder massiv an ihrer Tätigkeit zu hindern“, kritisierte der Landesverband der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft. Offensichtlich müssten Einsatzkräfte künftig mit Stich- und Schusswesten ausgerüstet werden, sagte der Landesgruppenvorsitzende Sven Janneck. „Es scheint, dass die Gewaltspirale sich stetig weiter nach oben dreht.“ Scharfe Kritik kam auch von Sozialminister Grüttner (CDU): „Es ist inakzeptabel und gefährdet Menschenleben, wenn Einsatzkräfte im Notfall behindert werden.

Von dpa/RND

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