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Panorama Mehrjährige Haftstrafen für Gruppenvergewaltigung in Velbert
Nachrichten Panorama Mehrjährige Haftstrafen für Gruppenvergewaltigung in Velbert
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18:21 08.10.2018
Ein Schild weist auf das Parkbad hin. Die Tat hatte sich nach einem Freibadbesuch ereignet. Quelle: Oliver Berg/dpa
Wuppertal

Im Fall der Gruppenvergewaltigung eines 13-jährigen Mädchens in Velbert hat das Wuppertaler Landgericht bis zu vier Jahre und neun Monate Jugendhaft verhängt. Das hat ein Sprecher des Wuppertaler Landgerichts am Montag mitgeteilt.

Die Strafe wegen Vergewaltigung bekam einer der beiden Haupttäter, er ist 15 Jahre alt. Der zweite erhielt vier Jahre Haft. Zwei weitere Angeklagte müssen ebenfalls ins Gefängnis. Insgesamt vier Vergewaltiger schickte das Gericht hinter Gitter, zwei geständige Angeklagte kamen wegen Beihilfe mit Bewährungsstrafen davon.

Die Urteilsverkündung hatte – wie der gesamte Jugendstrafprozess – unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Angeklagt waren sechs Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren. Der Prozess hatte Ende August unter starken Sicherheitsvorkehrungen begonnen.

Spaziergängerin war eingeschritten

Die Jugendlichen sollen dem Mädchen nach einem Freibadbesuch aufgelauert, es in einen Wald gezerrt und dort sexuell missbraucht haben. Eine Spaziergängerin war im April mutig eingeschritten und hatte das Geschehen gestoppt.

Insgesamt sollen acht Jugendliche aus Bulgarien beteiligt gewesen sein. Zwei von ihnen hatten sich mit ihren Familien nach Bulgarien abgesetzt und waren dort festgenommen worden. Ihnen soll in einem weiteren Verfahren der Prozess gemacht werden.

Dem Opfer blieb eine Aussage vor Gericht nicht erspart, weil die meisten Angeklagten behaupteten, sie habe freiwillig mitgemacht. Diese Version verwarf das Gericht am Montag angesichts der Beweislage. Dennoch blieb es unter dem Strafantrag des Staatsanwalts, der nach dpa-Informationen bis zu sieben Jahre Haft gefordert hatte.

Jugendliche hatten ihre Tat gefilmt

Die Tat im südlich des Ruhrgebiets gelegenen Velbert hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Die Jugendlichen hatten ihre Tat gefilmt. Der Film konnte auf dem Mobiltelefon eines Beschuldigten sichergestellt werden. Außerdem gab es DNA-Spuren, die Aussagen der Augenzeugin und des Opfers. Die zwei Haupttäter hatten das Mädchen zweimal vergewaltigt.

Im Einzelnen verhängte das Gericht gegen die sechs Jugendlichen: Vier Jahre neun Monate, vier Jahre, drei Jahre, zwei Jahre und neun Monate, zwei Jahre sowie ein Jahr und acht Monate.

Das Opfer war seinen Peinigern selbst auf die Spur gekommen: Die 13-Jährige hatte auf Facebook nach einem der Jugendlichen gesucht und ihn schließlich auf einem Foto wiedererkannt. Er war ihr schon während der Tat bekannt vorgekommen.

Sein Foto war daraufhin an alle Streifenpolizisten in Velbert verteilt worden. Eine Streife erkannte ihn und nahm ihn fest. Für die Ermittler erwies sich die Festnahme als Volltreffer: „Er hatte sein Handy dabei, auf dem ein Filmmitschnitt des Verbrechens gespeichert war“, berichtete ein Staatsanwalt damals. Damit waren dann auch die übrigen Verdächtigen ermittelt worden.

Von RND/dpa