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Panorama Mann erschießt 26 Gläubige in US-Kirche
Nachrichten Panorama Mann erschießt 26 Gläubige in US-Kirche
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07:20 06.11.2017
Der Tatort in Texas. Quelle: dpa
Sutherland Springs

In Texas hat ein junger Mann während eines Gottesdienstes am Sonntag 26 Menschen getötet. Ob der Täter mitgezählt werde, sei noch nicht klar. Er wurde nach einer Autoverfolgungsjagd von der Polizei gestellt. Ob er erschossen wurde oder sich selbst richtete, war noch unklar. Rund 20 Menschen wurden bei der Schießerei verletzt und in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Nach Augenzeugenberichten hatte der Mann das Feuer am Vormittag (Ortszeit) rund 30 Minuten nach Beginn eines Gottesdienstes in der Baptistenkirche eröffnet. Es seien mindestens 20 Schüsse in rascher Reihenfolge gefallen. Andere Zeugen schilderten, der Schütze habe mehrere Male nachgeladen. Die tödlich getroffenen Opfer, so CNN, lägen noch in der Kirche, da die Spurensuche am Tatort noch nicht beendet sei. Es werde Stunden dauern, bis die Spurensicherung beendet sei und man finale Gewissheit über die Anzahl der Opfer habe.

Unter den Verletzten sollen sich auch eine Zweijährige und eine 13-Jährige befinden.

FBI-Beamte und lokale Polizeikräfte am Tatort, der First Baptist Church in Sutherland Springs, Texas Quelle: AP

Im Durchschnitt kommen 50 Menschen zu der sonntäglichen Andacht. Die First Baptist Church sei das Zentrum der kleinen Gemeinde Sutherland Springs, die gut 50 Kilometer östlich von San Antonio liegt und in der 400 Menschen leben. US-Präsident Donald Trump wurde während seines Aufenthalts in Tokio über die Bluttat informiert und twitterte: „Möge Gott an der Seite der Menschen in Sutherland Springs sein. (...) Ich verfolge die Lage von Japan aus.“

Das Fernsehen zeigte zahlreiche Krankenwagen vor der Kirche. Auch sollen Verletzte mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser gebracht worden sein. Eine Zeugin, Carrie Matula, sagte dem Sender MSNBC, Sutherland Springs sei so klein, dass es dort nicht einmal eine Feuerwehr gebe. Jeder kenne jeden, man stehe sich sehr nahe. Was am Sonntag geschehen sei, treffe damit alle Einwohner.

Matula sagte weiter zu CNN, zunächst habe sie gedacht, jemand würde auf Zielscheiben schießen, ein populärer Zeitvertreib in Sutherland Springs. Aber schnell habe sie gemerkt, dass es sich hier um Feuer aus einer automatischen Waffe handle. „Dieses Ereignis wird das gesamte Zusammenleben unserer kleinen Gemeinde für immer verändern. Der Schock ist unbeschreiblich – es ist furchtbar.“

Zweiter Massenmord innerhalb von fünf Wochen

Erst am 1. Oktober hatte ein Mann weltweites Entsetzen ausgelöst, als er in Las Vegas (Nevada) aus einem Hotelfenster auf Besucher eines Musikfestivals schoss und 58 Menschen tötete – mehr als 500 weitere wurden verletzt. Der Täter nahm sich das Leben. Es war der schlimmste Massenmord in der jüngeren Geschichte der USA. Das Motiv ist nach wie vor unklar. Zu Schüssen in einer Kirche kam es im Jahr 2015 in Charleston (South Carolina). Ein damals 21-Jähriger hatte aus rassistischen Motiven neun schwarze Gläubige erschossen. Er wurde zum Tode verurteilt.

Von RND/dpa/AP/dk