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Panorama „Wir werden auch da sein, wenn die Kameras wieder weg sind“
Nachrichten Panorama „Wir werden auch da sein, wenn die Kameras wieder weg sind“
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19:40 03.09.2018
Campino von den Toten Hosen und Felix Brummer von Kraftklub bei der Pressekonferenz zum Konzert in Chemnitz Quelle: imago/Andre Lenthe
Chemnitz

Die Kritik war schon laut, bevor der erste Song überhaupt gespielt wurde: „Heute seid ihr mehr, aber morgen sind es wieder die Nazis“, wurde jenen Bands vorgehalten, die am Montag unter dem Motto „Wir sind mehr“ ein Gratiskonzert, vielmehr ein kleines Gratisfestival, in Chemnitz planten. Und als Die Toten Hosen, die Chemnitzer Musiker Kraftclub und Trettmann, Rapper Marteria und die Punkband Feine Sahne Fischfilet am Nachmittag ihre Pressekonferenz vor rund 150 Journalisten geben, wirken sie beinahe resigniert, immer wieder die gleichen Fragen zu beantworten: Nein, sie glauben nicht, dass man mit einem Konzert die Welt rettet und nein, man ist kein Linksextremist, weil man sich gegen Rechtsradikale stellt, betont vor allem Kraftclub-Sänger Felix Brummer. „Wir werden auch da sein, wenn all die Kameras wieder weg sind. Wir haben hier schon oft gegen Rechts gespielt, und es wird auch immer wieder nötig sein“, sagt Brummer.

„Wir wollen helfen, mit dem, was wir können: unseren Instrumenten und unseren Texten“, sagt Campino von den Toten Hosen. Es gehe auch nicht um den Kampf Links gegen Rechts, „es geht um Anstand!“ Für die Toten Hosen ist es ein Auswärtsspiel – jedenfalls gewissermaßen: „Wir kommen aus Düssseldorf, aber Chemnitz ist die offizielle Partnerstadt - es wird also auch unseren Oberbürgermeister freuen, dass wir heute hier spielen“, sagt Campino und lacht.

Schweigen bevor es laut wird

Die Künstler machen sich keine Illusionen. Mit einem Konzert könne man nicht all die gewachsenen Probleme lösen, die Chemnitz und viele andere Oststädte mit Rassismus haben. „Aber ein Konzert ist ein Anfang“, sagt Monchi, Sänger der Band Feine Sahne Fischfilet, die die Toten Hosen auf ihrer letzten Tour begleitet haben. Innerhalb einer Woche haben sich die Bands zusammentelefoniert, das Programm auf die Beine gestellt - organisatorisch wie finanziell. „Einen Großteil übernehmen die Künstler selbst, es werden keine Steuermittel oder Ähnliches benutzt“, hieß es von den Veranstaltern.

50 Spendensammler sind am Montag auf dem Platz zwischen Stadthalle und Karl-Marx-Monument unterwegs, der Erlös gehe zur Hälfte an sächsische Organisationen gegen Rechts. Die andere Hälfte geht an die Familie des Opfers Daniel H., an den um kurz nach 17 Uhr gedacht wird. Mehr als Zehntausend Menschen schweigen eine Minute lang. Bevor es ganz laut wird.

Von RND/Julia Rathcke

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