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Panorama Happy Birthday, Felipe
Nachrichten Panorama Happy Birthday, Felipe
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16:28 30.01.2018
Spaniens König Felipe bei der traditionellen Militärparade am in Madrid (Spanien). Quelle: dpa
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Madrid

„Der König macht keine Politik.“ Das ist die offizielle Linie des spanischen Königshauses. Geht es nach dem Palast, so ist Felipe stets Privatmann, fürsorgender Vater und liebender Ehemann.

Auch deshalb hat der Palast anlässlich des 50. Geburtstages von Felipe Juan Pablo Alfonso de Todos los Santos de Borbón y Grecia, so der sperrige volle Name des Königs von Spanien, ein zehnminütiges Video veröffentlicht, in dem er mit Frau und Töchtern zu Mittag isst. Einfach so. Später steigt er in einen Wagen, um die Mädchen zur Schule zu fahren: fast wie jeder andere Vater auch. Die PR-Kampagne dürfte ihre Wirkung nicht verfehlen: Felipe wird zwar immer etwas steif bleiben, aber immerhin bleibt er immer freundlich, seriös.

Der Palast mag es gar nicht, wenn der sich der spanische König Felipe zu sehr in die Regierungsgeschäfte einmischt. Also gibt er bevorzugt private Bilder der Familie heraus. Egal, ob zum 50. Geburtstag von Felipe, aus dem Familienurlaub auf Mallorca oder als Werbevideo.

Nur in wenigen Dingen hat er sich bisher quergestellt. So etwa, als er am 22. Mai 2004 gegen den Widerstand seiner Eltern Sofia und Juan Carlos die geschiedene Journalistin Letizia Ortiz Rocasolano heiratete, eine moderne Bürgerliche, die nach Auffassung des Vaters nicht recht ins steife Protokoll passen wollte. Mit der zierlichen, modebewussten Letizia hat der König mittlerweile zwei Kinder: Die 2005 geborene Kronprinzessin Leonor und die 2007 zur Welt gekommene Infantin Sofía.

Wenn auch das Privatleben politisch ist

Wenn Felipe die beiden Mädchen zur Schule fährt, ist das allerdings alles andere als privat. Denn dass Leonor und Sofía eine Privatschule besuchen, heißt auch: Das öffentliche Schulsystem ist nicht gut genug für eine künftige Königin. Sie soll unter ihresgleichen groß werden, mit Kindern aus begüterten Familien. Für Felipe gibt es keine rein „persönlichen, familiären“ Entscheidungen, wie es das Königshaus gern glauben machen möchte.

Felipe wurde 1968 als drittes Kind von Juan Carlos und Königin Sofía geboren, seine Ausbildung absolvierte er an Militärakademien, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in der spanischen Hauptstadt. 1995 macht er seinen Master in internationalen Beziehungen an der Georgetown University in Washington. Er ist damit der erste spanische Regent mit akademischem Abschluss.

Der König kann sich aus der aktuellen Krise nicht heraushalten

Und er ist ein König in politisch unruhigen Zeiten. Der katalanische Separatismus droht gerade das Land zu zerreißen. Da kann und will sich der König, laut Verfassung „Symbol der Einheit und Beständigkeit“ des Staates, nicht heraushalten. Manche vergleichen seine Rolle in diesem Konflikt mit der seines Vaters während des Putschversuches am 23. Februar 1981, den Juan Carlos im Keim zu ersticken half.

Felipe, damals gerade erst 13 Jahre alt, wurde aufgefordert seinen Vater bei der Krisenbewältigung zu beobachten, um daraus für sein späteres Leben zu lernen. Der kleine Prinz harrte die ganze Nacht im Arbeitszimmer seines Vaters aus. Am nächsten Tag hielt dieser eine viel beachtete Fernsehansprache, um die Putschisten zur Aufgabe zu bewegen. Juan Carlos erklärte die Erziehungsmaßnahme später so: „Er sollte sehen, wie ich mein Amt ausübe, wenn alles infrage gestellt ist.“

Eine Fernsehansprache im Oktober wurde zum Machtwort

Vielleicht hat Felipe tatsächlich daraus gelernt. Denn am 3. Oktober letzten Jahres, zwei Tage nach dem irregulären Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien, wandte auch er sich in einer kurzen Fernsehansprache an die Nation. Außer zu Weihnachten tut er das sonst nie. Das gab jedem seiner Worte an diesem Tag besonderes Gewicht. Er sagte den donnernden Satz: „Es ist die Verantwortung der legitimen Mächte des Staates, die verfassungsmäßige Ordnung und das normale Funktionieren der Institutionen zu sichern.“

Die Beliebtheitswerte des Königs stiegen. Aber nicht alle waren glücklich über die Einmischung. Der Vorsitzende der Linkspartei Podemos, Pablo Iglesias, sah die Hand der konservativen Rajoy-Regierung hinter dieser Ansprache. „In einem Schachspiel bewegst du die Figur des Königs erst, wenn du meinst, dass du dabei bist, die Partie zu verlieren“, sagte Iglesias.

Kritik, auf die das Königshaus allerdings nicht reagiert. Das wäre zu viel Politik.

Von Martin Dahms/RND

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