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Panorama Karl Marx wird Ampelmännchen in Trier
Nachrichten Panorama Karl Marx wird Ampelmännchen in Trier
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16:01 19.03.2018
Rot darf nicht die Farbe des Stillstands sein: Eine Karl-Marx-Figur leuchtet seit dem 19. März an einer Fußgängerampel in Trier. Quelle: dpa
Trier

Karl Marx leuchtet in seiner Heimatstadt jetzt nicht nur rot, sondern auch grün: In Trier ging am Montag die bundesweit erste Karl Marx-Ampel an den Start, die den gebürtigen Trierer Philosophen als Ampelmännchen zeigt. „Wir zeigen Flagge für Karl Marx“, sagte Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) am Montag beim Anschalten der Fußgängerampel. „Für die Touristen, aber auch für die Trierer.“ Anlass ist der 200. Geburtstag des in Trier geborenen weltberühmten Denkers, der am 5. Mai gefeiert wird.

Der Ampel-Marx trägt Rauschbart und Gehrock: In Rot steht er, in Grün geht er – und trägt beim Schreiten ein Buch unter dem Arm. „Den Grünen finde ich besonders gut“, sagte Leibe. Fußgänger, die als erste mit Marx über die Straße gingen, fanden, dass der Grüne besser als Marx zu erkennen sei. Die Marx-Ampel steht nur wenige Meter vom künftigen Standort der großen Karl-Marx-Statue entfernt, die Anfang Mai auf einem Sockel aufgestellt werden soll.

Und es bleibt nicht bei der einen Marx-Ampel: Eine zweite solle in wenigen Wochen unweit des Marxschen Geburtshauses angeknipst werden. Es könnten noch welche dazukommen: „Wir werden noch mehr Ampeln machen“, sagte Leibe. Die Kosten für die Schablonen, die angebracht werden, beliefen sich auf insgesamt 450 Euro.

Forsch schreitet der Fortschritt in Gestalt von Karl Marx im Gehrock voran: So sieht es aus, wenn die Marx-Ampel in Trier grün zeigt. Quelle: dpa

Der Trierer Künstler Johannes Kolz hat das Marx-Ampelmännchen entworfen. Marx sei ein dankbares Zeichenobjekt mit seinen typischen Merkmalen gewesen. „Bei Marx sind das klar der Bart und der Gehrock, die wollte ich unbedingt drin haben“, sagte er. Und: „Es soll weder rot noch grün ein politisches Statement sein.“

Marx, einer der geistigen Väter des Kommunismus, wurde in Trier geboren und verbrachte dort die ersten 17 Jahre seines Lebens. Im Karl-Marx-Jubiläumsjahr sind in Trier drei Sonderausstellungen plus 600 Einzelveranstaltungen geplant – Zehntausende Besucher werden erwartet.

„Ja, wir freuen uns über Touristen“, sagte Leibe. „Aber wir machen das alles nicht nur für Touristen, wir machen es auch für uns. Ich glaube in der Zwischenzeit sagen viele Trierer: Wir stehen dazu. Karl Marx ist eine wichtige Persönlichkeit für die Stadt.“ Für die Marx-Ampel werde noch ein Name gesucht, sagte der Oberbürgermeister.

In mehreren Städten gibt es bereits individuelle Ampellichter: In Mainz leiten die Mainzelmännchen Fußgänger mittlerweile bei acht Ampeln an zwei Stellen über die Straßen. In Erfurt leuchten Ost-Ampelmännchen, ein Mann mit Regenschirm oder mit Fahrrad und andere Figuren. Und in Augsburg wurde 2017 eine Fußgängerampel mit Puppenkisten-Start Kasperl in Betrieb genommen. Eine Äffle- und Pferde-Ampel konnte sich in Stuttgart nicht durchsetzen.

Von RND/dpa