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Panorama Junge wird gemobbt – weil er Jude ist
Nachrichten Panorama Junge wird gemobbt – weil er Jude ist
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23:09 01.04.2017
Ein jüdischer Junge (Symbolbild). Quelle: dpa
Berlin

In dem offenen Brief zeigte sich die Leitung der Friedenauer Gemeinschaftsschule entsetzt über den antisemitischen Vorfall. „Zunächst einmal möchten wir unser Bedauern und Entsetzen kundtun, dass ein Schüler in seinem Schulalltag an unserer Schule Antisemitismus erfahren musste“, schrieb die Schulleitung auf ihrer Homepage. „Wir verlieren hier einen besonders engagierten und leistungsorientierten Schüler, der sich mit Freude für unsere Schule entschieden hat und diese als Chance für sich selbst und seine Entwicklung sah.“

Der 14-jährige Junge hatte die Gesamtschule Friedenau verlassen, nachdem ihn Mitschüler wegen seiner Religionszugehörigkeit mehrfach beleidigt und schließlich angegriffen haben sollen. Die Mutter des Jungen hatte der englischsprachigen Zeitung „The Jewish Chronicle“ von dem Vorfall berichtet.

„Ich kann nicht mit Dir befreundet sein“

Die Schulleitung teilte auf ihrem Internetauftritt mit, dass sie gegen die mutmaßlichen Täter Strafanzeige erstattet habe. Außerdem wolle sie schulische Ordnungsmaßnahmen gegen die Jugendlichen einleiten. Wie der „Tagesspiegel“ berichtete, haben an der Schule etwa 75 Prozent der Schüler eine andere Muttersprache als Deutsch, viele kommen aus türkischen oder arabischen Familien.

Der jüdische Schüler soll bereits vor einigen Monaten von Mitschülern beleidigt worden sein, nachdem er von seiner Religionszugehörigkeit berichtet hatte, schrieb „The Jewish Chronicle“. „Du bist eigentlich ein cooler Typ, aber ich kann nicht mit dir befreundet sein“, soll einer der Mitschüler gesagt haben sowie: „Juden sind alle Mörder.“

Mit einer Spielzeugpistole beschossen

Schulleiter Uwe Runkel bestätigte dem „Tagesspiegel“ lediglich den ersten Teil der Aussage. Vor rund zwei Wochen hatten den Berichten zufolge dann zwei Mitschüler den 14-Jährigen an einer Bushaltestelle in den Schwitzkasten genommen und mit einer Spielzeugpistole Plastikteile auf ihn geschossen.

Die Friedenauer Gemeinschaftsschule ist seit 2016 Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Patin der Schule in dem Programm ist die Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Dilek Kolat (SPD). Nach Angaben der Schulleitung war der aktuelle Fall „der erste, bei dem das Kollegium der Friedenauer Gemeinschaftsschule das Problem des Antisemitismus wahrgenommen hat“.

Von dpa/RND/wer