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Panorama Erdbeben und Tsunami in Indonesien – mindestens 384 Tote
Nachrichten Panorama Erdbeben und Tsunami in Indonesien – mindestens 384 Tote
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08:58 03.10.2018
Ein Überlebender zwischen Trümmern von Häusern in Palu. Quelle: Rifki/AP
Jakarta

Bei den schweren Erdbeben und dem folgenden Tsunami sind auf der indonesischen Insel Sulawesi mindestens 384 Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde des Landes am Samstag mit. Mindestens 29 Menschen werden noch vermisst. Zudem gibt es mehr als 500 Verletzte.

Die Insel war am Freitag von zwei Erdbeben erschüttert worden. Das erste Beben hatte die Stärke 5,9, das zweite die Stärke 7,4. Anschließend brach eine meterhohe Tsunamiwelle über die Westküste von Sulawesi herein, eine der größten indonesischen Inseln. Befürchtet wird, dass die Opferzahlen noch deutlich in die Höhe gehen.

Die Zahlen stammen bislang nur aus der Küstenstadt Palu. Betroffen sind aber auch zahlreiche andere Gemeinden entlang von Sulawesis Westküste. Auch Kommunikations- und Verkehrsverbindungen sind beschädigt. Deshalb wird es möglicherweise noch Tage dauern, bis das genaue Ausmaß der Katastrophe klar wird.

Auf der indonesischen Insel Suwalesi sind hunderte Menschen infolge eines schweren Erdbebens und eines Tsunamis ums Leben gekommen. Viele Häuser wurden zerstört.

Der drei Meter hohe Tsunami hatte am Vorabend zwei Städte und mehrere Siedlungen im Zentrum von Indonesien getroffen, Gebäude fortgespült und eine große Brücke zerstört. Auch am Samstag war es für Rettungskräfte schwierig, die verwüstete Landschaft zu erreichen, da Straßen zerstört und Telekommunikationsnetze beschädigt waren.

In Palu wurden auch eine Shopping Mall und eine Moschee schwer beschädigt. Zudem stürzte eine 250 Meter lange Brücke ein. Der Flughafen der 350.000-Einwohner-Stadt ist wegen Schäden auf der Landebahn gesperrt. Nur Hubschrauber dürfen landen. Der zweite Erdstoß hatte eine hohe Meereswelle ausgelöst, die über die Küste der Inselhauptstadt Palu hereinbrach. Viele Menschen gerieten in Panik. Mehrere Häuser wurden weggeschwemmt.

Donggala: Brücke über Fluss eingestürzt

Palu ist rund um eine schmale Bucht gebaut, was die Wucht der Tsunamiwelle offenbar noch verstärkte. In der nahe gelegenen Stadt Donggala mit fast 300.000 Einwohnern stürzte eine Brücke über einem Fluss ein. Auch in anderen Küstenabschnitten Sulawesis waren verheerende Verwüstungen zu sehen.

Der Flughafen von Palu sei nicht beschädigt worden und Flugzeuge könnten dort landen, sagte Nugroho. UN-Sprecher Stéphane Dujarric gab bekannt, die Behörden der Vereinten Nationen stünden in Kontakt mit den indonesischen Stellen und für Hilfe bereit.

Die Erde bebt immer wieder

Der indonesische Präsident Joko Widodo ordnete seinen Sicherheitsminister an, die Reaktion der Regierung auf die Naturkatastrophe zu koordinieren. Er habe außerdem seinen Militärchef angehalten, die Such- und Rettungstrupps zu verstärken, sagte er. Wo Evakuierungen nötig seien, sollten sie erfolgen.

Indonesien – mit mehr als 260 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten Staaten – liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einer geologisch sehr aktiven Zone. Dort bebt die Erde immer wieder. Bei mehreren Erdstößen auf der bei Touristen beliebten Insel Lombok – der Nachbarinsel von Bali – kamen im Sommer mehr als 500 Menschen ums Leben. Auch Vulkanausbrüche sind in Indonesien keine Seltenheit.

Kanzlerin Merkel und Außenminister Maas kondolieren

„Die Nachricht von dem verheerenden Tsunami, der auf der Insel Sulawesi zahlreiche Opfer gefordert und große Zerstörungen hinterlassen hat, erschüttert mich zutiefst“, schrieb Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Kondolenztelegramm an den indonesischen Präsidenten Joko Widodo. Außenminister Heiko Maas teilte mit: „Erneut wurden Hunderte Menschen durch einen Tsunami getötet, erneut bringt eine Naturkatastrophe unfassbares Leid über eine ganze Region.“

Von RND/dpa/AP