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Panorama Hauptsache natürlich: Naturkosmetik im Trend
Nachrichten Panorama Hauptsache natürlich: Naturkosmetik im Trend
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09:00 21.10.2018
Vom Ökoladen zum „Green Glamour“: Wurde Naturkosmetik früher nur in Reformhäusern verkauft, findet sie heute zumindest in Deutschland und den USA viele Abnehmer. Quelle: iStockphoto
Berlin

Model Miranda Kerr kann für ihr eigenes Bio-Beauty-Label Kora Organics noch so oft an australischen Stränden werben, indem sie fast nackt und vermeintlich ungeschminkt in die Kamera strahlt – natürliche Schönheit hat ihre Wurzeln in Deutschland.

Kaum ein anderes Land jedenfalls kann mit so vielen Herstellern von Naturkosmetik aufwarten. Von Kneipp bis Weleda, von Dr. Hauschka bis Lavera reicht die Palette. Und selbst im Ausland zum Kult erhobene Marken wie Dr. Bronner’s sind deutschen Ursprungs: Der jüdische Flüssigseifenhersteller aus der Nähe von Ulm emigrierte während der Naziherrschaft in die USA.

Neben den Traditionsmarken gibt es auch etliche junge deutsche Anbieter von Naturkosmetik. Das It-Label Und Gretel aus Berlin etwa verspricht ebenso Schönheit ohne Farb- und Konservierungsstoffe wie das Familienunternehmen Jolu aus Mecklenburg-Vorpommern.

Jenseits von Jutebeuteln

Die Deutschen sind dankbare Abnehmer von Gesichtsmasken aus Rügener Heilkreide oder Lippenstift aus Bienenwachs: Branchenexperten zufolge ist der Markt für Naturkosmetik hierzulande mit fast 1,2 Milliarden Euro Umsatz europaweit der größte.

Die Begeisterung für Schönheit aus der Natur hat nicht zuletzt historische Wurzeln: Mit Hildegard von Bingen, Sebastian Kneipp und dem Anthroposophen und Weleda-Mitbegründer Rudolf Steiner gab es schon frühe Wellness-Experten, die auch bei der Körperpflege auf die Kraft der Natur setzten.

Lange verband man den Begriff Naturkosmetik mit weit weniger schillernden Produkten als etwa dem Noni Glow Face Balm, Miranda Kerrs derzeit auf Beauty-Portalen im Netz gehypten Erfolgsprodukt für makellose Haut. Mandelkleie, Seesandpeeling und fettige Cremes aus nachfüllbaren Tiegeln boten in den Achtzigerjahren in den ersten Bio-Läden der Republik eine konsumkritische Alternative zu den bonbonfarbenen Schminkutensilien der Warenhäuser und Parfümerien. Wer Naturkosmetik kaufte, tat dies mit Jutebeuteln und in Birkenstock-Latschen.

Internationale Großkonzerne in der Kosmetikindustrie schielen begehrlich auf Mittelständler mit lange unterschätzten Öko-Image. Quelle: iStockphoto

Was damals als verschroben galt, fällt heute unter die Kategorie „Green Glamour“, und was lange für undenkbar gehalten wurde, ist heute Realität: Internationale Großkonzerne in der Kosmetikindustrie schielen begehrlich auf die Mittelständler mit ihrem lange unterschätzten Öko-Image.

So übernahm Weltmarktführer L’Oréal jüngst den niedersächsischen Naturkosmetik-Hersteller Logocos, der unter anderem die Linie „Sante“ produziert. L’Oréal verspricht sich davon offenbar einen ebensolchen Erfolg wie mit der Apotheker-Marke Kiehl’s aus den USA, die der französische Konzern ebenfalls aufgekauft und unter seinem Dach zu einem milliardenschweren globalen Geschäft entwickelt hat.

Das weltweite Vertriebs- und Marketingnetz von Konzernen wie L’Oréal ermöglicht es, Nischenmarken zu derartiger Größe zu verhelfen. Mit ureigenen Kosmetiklinien auf natürlicher Basis tun sich die großen Namen der Branche jedoch schwer. „Die Innovationsfreude bei den Branchenriesen, zertifizierte Naturkosmetik-Produkte anzubieten, ist nicht sehr ausgeprägt“, bestätigt Christine Throl von der Zeitschrift „Öko-Test“.

„Natürlich“ ist kein gesetzlich geschützter Begriff

Wie L’Oréal setze beispielsweise auch Beiersdorf mit Nivea auf den Bekanntheitsgrad und das Image seiner Produkte. Natürliche Stoffe rangierten bei hauseigenen Pflege- und Kosmetikprodukten bei den Angaben zu den Inhalten häufig weit hinten – ein Indiz dafür, dass ein als mit dem Attribut „natürlich“ beworbenes Produkt nur einen „grünen Anstrich“ habe, sagt Throl.

Offenbar ist der Druck auf die Großunternehmen trotz des schnell wachsenden Naturkosmetik-Markts noch eher gering. Der Marktanteil von zertifizierter Naturkosmetik in Deutschland lag im vergangenen Jahr bei knapp 9 Prozent. Nur in den USA ist er mit rund 20 Prozent höher.

Den Handel hierzulande treiben vor allem Drogeriemarktketten voran: dm und Rossmann vertreiben schon seit Längerem hauseigene Marken, führen aber auch viele andere Naturkosmetik-Anbieter im Sortiment. Doch Begriffe wie „natürlich“ sind anders als etwa wie „bio“ bei Lebensmitteln nicht gesetzlich geschützt. Wo Natur drauf steht, kann also trotzdem Chemie drin sein.

Qualitätssiegel wie die schwarze BDIH-Plakette zeigen an, ob für das Kosmetikprodukt natürliche Rohstoffe wie pflanzliche oder ätherische Öle aus kontrolliert biologischem Anbau oder aus einer Wildsammlung verwendet wurden. Quelle: dpa-tmn

Um sicher zu gehen, dass ein bestimmtes Produkt auch wirklich aus natürlichen und nicht zu stark verarbeiteten Inhaltsstoffen besteht, bleibt Kunden nur, auf Zertifizierungen zu achten. Die wichtigsten Siegel sind laut „Öko-Test“ der Cosmos-Standard sowie die Siegel von Natrue, Ecocert und Demeter. Zudem seien Bio-Märkte und Naturkostläden verlässliche Einkaufsquellen für Naturkosmetik.

Und die Wirkung? Tatsächlich schnitten zertifizierte Naturkosmetik-Produkte in der Regel mit sehr guten Noten in den Tests ab, sagt Verbraucherschützerin Throl. Selbst Discountmarken seien qualitativ nicht unbedingt schlechter als Handelsmarken.

Wegen der Rohstoffe und der besonderen Verarbeitung sind Naturkosmetik-Produkte häufig teurer als konventionelle. So ist die steigende Nachfrage nach Naturkosmetik im doppelten Sinne ein Zeichen von Luxus, denn Gesundheits- und Umweltbewusstsein leistet sich in der Regel nur, wer im Wohlstand lebt.

Skandale um umweltschädigende Substanzen in Kosmetik

Allein 2017 haben laut dem vom Branchendienst Naturkosmetik Konzepte herausgegebenen Jahresreport 750 000 Menschen in Deutschland erstmals zu Naturkosmetik gegriffen. Marktbeobachter führen das Verbraucherverhalten auf eine wachsende Verunsicherung durch Skandale um gesundheits- und umweltschädigende Substanzen in Kosmetik wie Plastik und Mineralölderivate zurück und prognostizieren gar ein „neues Post-Erdöl-Kosmetikzeitalter“.

Dazu passt, dass der Jutebeutel heute bei vielen Jugendlichen als schickes Accessoire gilt. Umweltfreundlicher als die Plastiktasche ist er dagegen nicht: Der Naturschutzbund hat errechnet, dass eine Tasche aus konventioneller Baumwolle über hundertmal mehr als eine erdölbasierte Kunststofftüte genutzt werden muss, um die schlechtere Klimabilanz auszugleichen.

Von Kerstin Hergt/RND

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