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Panorama Flugverkehr in Hamburg für Sonntag eingestellt
Nachrichten Panorama Flugverkehr in Hamburg für Sonntag eingestellt
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21:30 03.06.2018
Reisende gehen während eines Stromausfalls durch den unbeleuchteten Flughafen in Hamburg. Quelle: dpa
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Hamburg

Nach stundenlangem Stromausfall hat der Hamburger Flughafen seinen Betrieb für den gesamten Sonntag eingestellt. Dazu sehe man sich gezwungen, teilte das Unternehmen auf Twitter mit. „Es ist nicht gelungen, den Fehler zu beheben.“ Tausende Passagiere hatten stundenlang teils vor dem Gebäude ausgeharrt, in der Hoffnung, doch noch abfliegen zu können. Von den Flugausfällen dürften nach Angaben des Flughafens mehr als 30.000 Passagiere betroffen gewesen sein. Alle Flüge Richtung Hamburg werden umgeleitet, landen unter anderem in Hannover und Bremen. Live-Informationen finden Sie hier. Ob am Montag wieder Starts und Landungen möglich sind, ist noch unsicher. Am Abend teilte der Flughafen auf Twitter mit, dass die Ursache für den Stromausfall gefunden worden sei.

Schon mehrere gestrichene Flüge für Montag

Auf der Homepage des Airports waren am Sonntagabend mehr als ein Dutzend gestrichene Flüge für Montag aufgelistet. Es seien die Airlines, „die entscheiden, ob ein Flug stattfindet oder gestrichen wird“, twitterte der Flughafen. Weil durch den Stromausfall etliche Maschinen seit Sonntagvormittag nicht mehr in der Hansestadt landeten, konnten auch nicht alle Flugzeuge wie vorgesehen über Nacht auf dem Flughafengelände bleiben und für Montagfrüh startklar gemacht werden.

Nach der Ankündigung, dass keine Flüge mehr starten würden, machten sich am Nachmittag viele auf den Heimweg oder auf ins Hotel. Der Flughafen stellte auch Feldbetten auf. Eine 30-köpfige italienische Reisegruppe war noch unentschlossen, ob sie die Schlafgelegenheit nutzen sollte.

Keine Angaben zur Ursache des Kurzschlusses

Für einen sicheren Flugbetrieb benötige der Flughafen eine redundante Stromversorgung, also eine Hauptversorgung nebst Notstromaggregaten, erläuterte Flughafen-Sprecherin Katja Bromm. Da es am Vormittag einen Kurzschluss in der Hauptstromversorgung gegeben habe, habe ein sicherer Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten werden können, ergänzte sie. Notstrom könne nur zur Überbrückung, aber nicht dauerhaft eingesetzt werden. Zur Ursache des Kurzschlusses machte sie keine Angaben.

Der Flughafen arbeite mit Hochdruck daran, „die Ursache des Kurzschlusses zu beheben und diese Ausnahmesituation für unsere Gäste so schnell wie möglich zu beenden“, berichtete Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler. Bis jetzt gab es keine Erklärungen dafür, warum der Flughafen so massiv getroffen wurde.

Blackout um 9.15 Uhr

Seit 10 Uhr war der Flugbetrieb eingestellt worden, nachdem es gegen 9.15 Uhr einen Kurzschluss in Terminal 2 gegeben hatte. Zunächst waren die Passagiere von Terminal 2 nach Terminal 1 geschickt worden, aber auch dieses Terminal war kurz darauf vom Stromausfall betroffen. Im Internet wurden auf den Abflug- und Ankunftsinformationen des Flughafens keine Flugbewegungen mehr angezeigt.

Die Live-Anzeige der Flugbewegungen am Hamburger Airport. Quelle: RND/Screenshot

„Der Flughafen wird geschlossen, die Sicherheitsbereiche werden geräumt“, hieß es von Seiten der Bundespolizei. Wie ein Augenzeuge berichtete, waren zunächst die meisten Abflugschalter geschlossen worden. Es bildeten sich lange Schlangen. Sie sammelten sich zunächst dort oder im Bereich zwischen den beiden Terminals, wie ein Augenzeuge der dpa berichtete. Dort funktionierte zunächst die Klimaanlage noch, die im Terminal 2 bereits ausgefallen war. Dann musste aber auch der neue Aufenthaltsort von den Passagieren verlassen werden. Tausende Passagiere hatten stundenlang am Flughafen ausgeharrt, in der Hoffnung, doch noch abfliegen zu können.

Zahlreiche ehrenamtliche Rotkreuz-Kräfte und Mitarbeiter der DRK-Flughafensanitätswache verteilen Getränke an die gestrandeten Passagiere.

Verzweifelte und ratlose Passagiere am Hamburger Flughafen. Der fünftgrößte Airport des Landes hat seinen Betrieb für Sonntag komplett eingestellt. Die Bilder des Tages sehen Sie hier.

Flughafen in Hamburg fünftgrößter in Deutschland

Die Informationslage für die Passagiere war offenkundig spärlich: Über die Lautsprecher habe es lediglich die Durchsage zum Verlassen des Terminals gegeben, aber keine Begründungen oder Auskünfte über die voraussichtliche Dauer der Wartezeit, schilderte der Augenzeuge. Auch die Flughafenschließung sei den Passagieren am Flughafen erst etwa eine halbe Stunde nach der Twitter-Mitteilung über Durchsagen kundgetan worden. Passagiere beschwerten sich über chaotische Zustände.

Nach Angaben des Flughafens wickelt der Airport Hamburg sonntags gewöhnlich rund 200 Starts und Landungen ab. Bisher gab es keine Erklärungen dafür, warum der Flughafen so großflächig getroffen wurde. Der Flughafen Hamburg ist mit mehr als 17 Millionen Passagieren jährlich nach Angaben des Flughafenbetreibers der fünftgrößte in Deutschland.

Erst vor wenigen Tagen musste in Hamburg der Hauptbahnhof geräumt werden. Ein Kühlmittel trat aus – es bestand Explosionsgefahr.

Habe ich ein Recht auf Entschädigung?

Nach Angaben des Passagierrechte-Experten euclaim.de gibt es bei Stromausfällen an Flughäfen keinerlei Anspruch auf Entschädigung. Stromausfälle am Flughafen gehörten demnach zu den außergewöhnlichen Umständen, auf die Fluggesellschaften keinen Einfluss haben. Passagiere haben jedoch Anspruch auf Betreuungsleistungen wie Erfrischungsgetränke, Verpflegung und Unterkunft.

Von RND/dpa/dk

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