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Panorama Suche nach vermisster Hilal verläuft erfolglos
Nachrichten Panorama Suche nach vermisster Hilal verläuft erfolglos
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11:50 11.09.2018
Ein Schaufelbagger der Polizei transportiert bei der Suche nach der vermissten Hilal im Altonaer Volkspark Erde von einem Waldstück ab. Mehr als 19 Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens Hilal hat die Hamburger Polizei eine Leichensuche im Altonaer Volkspark gestartet. Quelle: dpa
Hamburg

Knapp 20 Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens Hilal ist eine erneute Suche der Hamburger Polizei im Altonaer Volkspark erfolglos geblieben. „Diese Spur ist kalt“, sagte Polizeisprecher Timo Zill am Dienstag dem Sender NDR 90,3. Rund 50 Beamte hatten bis 2.00 Uhr morgens mit kleinen Baggern, Leichenspürhunden und Schaufeln den Boden in einem abgesperrten Gebiet untersucht. Ein Zeuge habe auf eine Örtlichkeit verwiesen, die bereits 2005 als möglicher Ablageort der Leiche des Kindes galt. „Insofern war es geradezu unsere Verpflichtung, noch einmal sehr genau nachzuschauen“, sagte Zill.

Seit dem 27. Januar 1999 wird das damals zehnjährige türkische Mädchen vermisst. Hilal hatte ein gutes Halbjahreszeugnis nach Hause gebracht. Der Vater erlaubte der Tochter, sich Süßigkeiten im benachbarten Einkaufszentrum „Elbgaupassage“ zu kaufen. Seitdem wird Hilal vermisst. Zunächst hatte sich der Verdacht gegen die Familie gerichtet, dann gegen einen Mann, der schon mal ein Kind entführt hatte. Ihm war im Fall Hilal aber nichts nachweisbar.

2005 führte die Suche nach Hilal ins Leere

2005 hatte ein Tatverdächtiger gestanden, Hilal entführt und getötet zu haben. Als die Polizei am nächsten Tag mit ihm zur Suche nach der Leiche in den Volkspark fuhr, sah der Verdächtige, dass Pressevertreter schon auf ihn warteten. Daraufhin widerrief er sein Geständnis und weigerte sich, den genauen Ort zu zeigen, an dem er angeblich die Leiche abgelegt hatte. Die Polizei hatte anschließend vergeblich nach den Überresten des Kindes gesucht.

Die neue Untersuchung des Waldbodens im Altonaer Volkspark hatte am Montagmorgen begonnen. Das Technische Hilfswerk unterstützte die Polizei. Leichenspürhunde schlugen mindestens einmal an. Es seien jedoch nur begrabene Kleintiere gefunden worden, sagte der Polizeisprecher.

19 Jahre danach eine neue Suche

Anfang des Jahres, genau 19 Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens, hatte die „Cold Case Einheit“ der Hamburger Polizei einen neuen Anlauf in den Ermittlungen gestartet. Die Polizei brachte eine sogenannte Fahndungserinnerung in dem Einkaufszentrum an, wo das Kind zuletzt gesehen worden war. Auf der Tafel ist ein Bild des Mädchens sowie ein Zeugenaufruf zu sehen. Für den entscheidenden Hinweis lobte die Staatsanwaltschaft Hamburg eine Belohnung von 5000 Euro aus.

Die Polizei gibt die Hoffnung, den Fall zu klären, nicht auf. Sie bittet weiterhin mögliche Zeugen um Hinweise. Die Chance, neue Spuren zu finden, sei gar nicht so klein, wie man glaubt, sagte Zill. Hilal ist das einzige Kind in Hamburg, das seit langer Zeit vermisst wird. Bereits wenige Tage nach dem Verschwinden hatte die Polizei eine Sonderkommission mit zeitweise 20 Beamten gebildet. Mehrfach hatten sich die Fahnder über das Fernsehen an die Öffentlichkeit gewandt. Auch der Volkspark war bereits 1999 abgesucht worden.

Von RND/dpa