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Panorama „Friederike“ verzieht sich – Züge rollen wieder
Nachrichten Panorama „Friederike“ verzieht sich – Züge rollen wieder
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13:38 19.01.2018
„Die ersten Fernzüge sind unterwegs“, sagte ein Bahnsprecher am frühen Freitagmorgen. Quelle: imago/Xinhua
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Berlin

Nach der deutschlandweiten Einstellung des Fernverkehrs wegen des Orkans „Friederike“ hat die Deutsche Bahn den Betrieb wieder aufgenommen. „Die ersten Fernzüge sind unterwegs“, sagte ein Bahnsprecher am frühen Freitagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. So sei um 3.25 Uhr ein ICE aus München in Richtung Frankfurt-Flughafen losgefahren. Der Sprecher betonte aber nochmals, dass es „nach wie vor zu Einschränkungen kommen wird“.

Insbesondere in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen seien noch wichtige Strecken gesperrt, teilte die Bahn auf ihrer Webseite mit. Wegen der Auswirkungen des Sturms hatte die Deutsche Bahn am Donnerstag erstmals seit dem Orkan „Kyrill“ im Jahr 2007 den Betrieb auf ihrem gesamten Fernverkehrsnetz eingestellt.

„Beim Fernverkehr kommt es in Bayern zunächst noch zu Ausfällen und Verspätungen“, sagte ein Bahnsprecher am Freitagmorgen. Grund dafür seien Einschränkungen auf Strecken weiter im Norden. Der Regionalverkehr laufe bereits wieder ohne Einschränkungen.

Acht Menschen kamen uns Leben

Der schwerste Orkan seit mehr als zehn Jahren in Deutschland hatte mindestens acht Menschen das Leben gekostet. Vielerorts wurde zeitweise Windstärke 12 (Geschwindigkeiten von 117 Kilometern in der Stunde und mehr) gemessen. Auch mehrere Flughäfen strichen aus Sicherheitsgründen Flüge. Im Norden machte zudem regional Schneeglätte Autofahrern zu schaffen.

Entwurzelte Bäume, Stromausfall und Verkehrschaos: Der Orkan „Friederike“ hält das Land in Atem.

Im Süden Deutschlands sollten die Züge bereits ab dem Morgen weitgehend normal verkehren, wie die Bahn am Abend in der Mitteilung ankündigte. „Im Norden Deutschlands starten die Züge, sobald weitere Strecken von Schäden befreit und freigegeben wurden. Wir erwarten, dass bereits im Laufe des Vormittags alle Metropolen Deutschlands - mit Einschränkungen - wieder mit dem Fernverkehr erreichbar sein werden. Für das Wochenende erwarten wir einen weitgehend normalen Verkehr.“

Wegen des Orkans musste am Donnerstag im thüringischen Bad Salzungen die Bundeswehr ausrücken und einen getöteten Feuerwehrmann bergen. Ein Schützenpanzer Marder half zudem, Bäume abzutransportieren, die den Weg zur Unglücksstelle versperrten. Der 28-Jährige war im Einsatz von einem Baum erschlagen worden.

Die A7 könnte bis Freitagmittag gesperrt bleiben

Wegen der Gefahr umstürzender Bäume sollte die Autobahn 7 an der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Hessen in Richtung Süden laut Polizei voraussichtlich bis zum Mittag gesperrt bleiben. Probleme auf den Straßen gab es auch in Westsachsen: Die Autobahn 72 in Richtung Bayern war in der Nähe von Zwickau nach einem Lastwagen-Unfall mit drei Fahrzeugen in der Nacht dicht. Ein Laster war in ein Stauende gerast, zwei Männer starben. Der Stau hatte sich aufgrund eines sturmbedingten Unfalls gebildet. Allerdings hatte „Friederike“ mit dem folgenden Unfall der Laster nichts zu tun, wie ein Polizeisprecher sagte.

Das Wetter hat sich mittlerweile beruhigt. Um Mitternacht hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) die letzten Unwetterwarnungen auf. Am Tag weht der Wind laut DWD anfangs an der See und in den Bergen noch stürmisch. Probleme drohen weiterhin durch glatte Straßen. Es sind immer wieder Regen-, Schnee- und Graupelschauer möglich. An den Alpen erwartet der DWD kräftige Schneefälle.

Tausende Haushalte noch ohne Strom

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind noch zahlreiche Haushalte ohne Strom. Wie der Versorger Mitnetz Strom am Freitagmorgen mitteilte, sind noch 16 000 Kunden in allen drei Bundesländern sowie Brandenburg betroffen. Die Mitarbeiter des Unternehmens seien bis in die Nacht im Einsatz gewesen. Mit Tagesanbruch würden die Reparaturarbeiten fortgesetzt.

In Sachsen-Anhalt sind den Angaben zufolge rund 6 000 Kunden vor allem im Kreis Anhalt-Bitterfeld und im Harz ohne Strom. In Sachsen gibt es unter anderem in den Kreisen Nordsachsen, Leipzig und Mittelsachsen rund 4 400 unversorgte Kunden. In Thüringen haben rund 700 Kunden im Altenburger Land noch keinen Strom.

Von Tom Nebe, dpa/RND

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