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Ein Mann als Bayrische Bierkönigin?

Gleichberechtigung Ein Mann als Bayrische Bierkönigin?

Die Wahl der Bierkönigin ist in Bayern alljährlich ein Ereignis. Ein Mann aus Baden-Württemberg hat sich für die nächste Regentschaft beworben – und eine Genderdebatte ausgelöst.

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Der 40-jährige Patrick Karch hat sich für das Amt der Bayrischen Bierkönigin beworben.

Quelle: Patrick Karch

München. Ein Mann aus Baden-Württemberg als Bayerische Bierkönigin – ein logischer Schritt in Zeiten von Gleichberechtigung und Genderwahn? Der Bayerische Brauerbund hat sich tatsächlich eingehend mit dieser Frage befasst, zuletzt angesichts der vielversprechenden Bewerbung von Patrick Karch. “Ich bin in Bayern geboren, über 21 Jahre alt, kontaktfreudig, kommunikativ und begeistert für bayerisches Bier“, sagt der 40-Jährige, der im unterfränkischen Miltenberg zur Welt kam und ein paar Kilometer weiter in Freudenberg am Main in Baden-Württemberg lebt.

Beste Voraussetzungen für die Wahl der Bayrischen Bierkönigin, findet Karch und bewirbt sich kurzerhand für die Regentschaft 2018/2019. „Ich finde Gleichberechtigung wichtig, ich bin überzeugter Feminist.“ Seine Bewerbung sei auch eine allgemeine Botschaft gegen Diskriminierung von Geschlechtern, Religionen und Nationalitäten. Seine Frau, mit der er sich partnerschaftlich die Haushaltsarbeit teile, unterstütze ihn, ebenso die beiden Söhne. Die große Bürde eines Königs sei Karch außerdem bereits aus seinem Schützenverein bekannt: „Ich bin herrschaftlichen Kopfschmuck gewohnt.“

Bayrische Bierkönigin weiterhin weiblich

Die Genderdebatte sei bereits vor der Bewerbung beim Brauerbund angekommen, sagt Geschäftsführer Walter König: Man habe bereits im vergangenen Jahr überlegt, ob nicht wechselweise ein Bierkönig und eine Bierkönigin oder gar ein Königspaar künftig die bayerische Brauwirtschaft vertreten sollten. Allerdings habe im Endeffekt zuviel dagegen gesprochen – etwa, das Vorurteil, dass Männer für den massenhaften Konsum von Bier verantwortlich sind. Schließlich werbe der Brauerbund nicht für zügellose Gelage, sondern für maßvollen Genuss.

Das Wort Bierkönig bereite auch Probleme: Den Begriff habe sich 1986 die rheinland-pfälzische Stadt Kirchheimbolanden schützen lassen. An der Wahl zur Bayrischen Bierkönigin können folglich weiterhin nur Frauen teilnehmen. König machte Karch aber Mut: „Mit Ihrer Begeisterung für unser bayerisches Volksgetränk wären Sie als Biersommelier oder Bierbotschafter in Ihrer Region sicherlich eine Bereicherung für die heimische Brauwirtschaft und die Gastronomie vor Ort.“

Weinkönigin Sven Finke-Bieger setzt auf Gleichberechtigung in hoheitlichen Ämtern

Weinkönigin Sven Finke-Bieger setzt auf Gleichberechtigung in hoheitlichen Ämtern.

Quelle: dpa

Sven Finke-Bieger ist Jurastudent – und Weinkönigin

Die Bierkönigin bleibt weiblich, eine männliche Königin gibt es allerdings bereits: Im 350-Einwohner-Ort Kesten an der Mosel regiert seit 2016 eine männliche Weinkönigin. „Ich kann es nicht besser als Frauen, aber ich kann es genauso gut“, sagte der Jurastudent Sven Finke-Bieger, in seiner Amtstracht als Weingott „Bacchus“ in Toga und mit Lorbeerkranz unterwegs, im vergangenen Jahr zur Halbzeit seiner Amtsperiode. Männliche Kronenträger könnten zudem eine Bereicherung sein. „Ich kann auch mit den Weinköniginnen tanzen.“

Von RND/dpa/lf

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