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Panorama Dreifachmord im beschaulichen Ostwestfalen?
Nachrichten Panorama Dreifachmord im beschaulichen Ostwestfalen?
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13:41 15.03.2018
Ermittler der Spurensicherung arbeiten auf einem Gehöft in Hille, wo die Leiche eines 30-Jährigen gefunden wurde. Quelle: Stefanie Dullweber/Mindener Tagblatt /dpa
Hille

Der Fall klingt wie der Stoff aus einem Kriminalroman: In einem Ort in Ostwestfalen wird ein Mann vermisst. Wenige Tage später findet die Polizei seinen Leichnam auf einem Gehöft. Schnell lenkt sich der Tatverdacht auf einen 51-Jährigen, den die Polizei später in Bayern festnimmt. Er gesteht, den 30-Jährigen in Hille mit einem Hammer erschlagen zu haben. Und es scheint nicht das einzige grausige Verbrechen zu sein.

Denn im Umfeld des Tatverdächtigen Jörg W. werden zwei weitere Menschen vermisst: der 71 Jahre alte Besitzer des Gehöfts und ein 65-Jähriger. Die Familie des 65-Jährigen soll zuletzt im Herbst Kontakt zu ihm gehabt haben. Er soll auf dem Grundstück von W. gearbeitet haben.

Die Ermittler suchen mit einer Hundertschaft in der Nähe des Leichenfundorts nach Hinweisen – Spürhunde durchkämmen das Gelände. Und sie werden fündig: Am Mittwoch entdecken die Ermittler zwei weitere Leichen – sie wurden auf dem Grundstück des Tatverdächtigen, das an das Gehöft in Hille angrenzt, vergraben.

Der 51-jährige W. hatte am Dienstag gestanden, das erste Opfer, einen 30 Jahre alten Mann aus Stadthagen in Niedersachsen mit einem Hammer erschlagen zu haben. „Der mutmaßliche Täter und das Opfer standen in einer Geschäftsbeziehung zueinander. Das können wir jetzt sagen“, erklärte eine Polizeisprecherin.

Erste Hinweise zum Motiv

Zum Motiv gebe es erste Hinweise, allerdings waren die Informationen laut Polizei „noch zu schwammig und unkonkret“. Der 51-Jährige sei zuvor nicht durch Gewaltdelikte in Erscheinung getreten oder vorbestraft. Nach früheren Polizeiangaben hatte er die Tat zunächst bestritten. Die Ermittler hatten bis zum Zugriff in Bayern bundesweit nach dem Mann gefahndet. Aktuell sitzt er in Untersuchungshaft.

Hinweise auf weite Todesopfer haben die Ermittler aber nicht – deshalb stellten sie die Suche auf dem Gelände ein, hieß es am Donnerstag. Sollte sich aber herausstellen, dass es sich bei den beiden am Mittwoch gefundenen Leichen nicht um die zwei verschwundenen Männer aus Hille handele, würden die Ermittler zu den Höfen zurückkehren.

Eine Chronologie des Grauens

Sonntag, 4.3.: Ein 30-Jähriger aus dem niedersächsischen Stadthagen wird von seiner Familie als vermisst gemeldet. Die niedersächsische Polizei schließt eine Straftat nicht aus.

Montag, 5.3.: Der 51-jährige Jörg W. aus Hille wird ebenfalls vermisst. Mehr als 500 Beamte sind an den Suchaktionen nach den beiden Männern beteiligt. Auch eine Entführung scheint möglich.

Freitag, 9.3.: Das Auto des verschwundenen 30-Jährigen wird in einer Scheune in Hille gefunden, auf dem angrenzenden Gehöft finden Ermittler seine Leiche. Weil Jörg W. nicht weit entfernt wohnt, gilt er nun als dringend tatverdächtig.

Samstag, 10.3.: Ein Richter erlässt Haftbefehl, bundesweit wird nach Jörg W. gefahndet. Nach einem Zeugenhinweis können Spezialkräfte ihn am Abend im bayerischen Reit im Winkl festnehmen.

Sonntag, 11.3.: Die Ermittlungen zeigen: Der 71-Jährige, auf dessen Grundstück die Leiche des 30-Jährigen gefunden wurde, ist ebenfalls seit einem halben Jahr verschwunden.

Dienstag, 13.3.: Mit Leichenspürhunden sucht die Polizei die beiden Gehöfte in Hille ab. Am Nachmittag gesteht Jörg W., den 30-Jährigen aus Niedersachsen mit einem Hammer erschlagen zu haben.

Mittwoch, 14.3.: Nun ist klar: Auch ein 65-Jähriger Bekannter von Jörg W. ist seit Monaten verschwunden. Im Laufe des Tages findet die Polizei auf dem Grundstück des Verdächtigen zwei vergrabene Leichen.

Donnerstag, 15.3.: Die Polizei hat keine Hinweise auf weitere Todesopfer in Hille und sucht deshalb an den Fundorten auch nicht weiter. Sollte sich aber herausstellen, dass es sich bei den beiden Leichen nicht um die zwei verschwundenen Männer aus Hille handele, würden die Ermittler zu den Höfen zurückkehren.

Von RND/iro/dpa

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