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Panorama Drei Erntehelfer nach Badeunfall gestorben
Nachrichten Panorama Drei Erntehelfer nach Badeunfall gestorben
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14:58 18.06.2018
Blick auf den Uferbereich des Niederwiesenweihers. Bei einem Badeunfall in diesem See in der Pfalz sind am Sonntagabend drei Erntehelfer aus Polen ums Leben gekommen. Quelle: dpa
Ludwigshafen

Drei Erntehelfer haben einen Badeunfall in einem See bei Böhl-Iggelheim (Rhein-Pfalz-Kreis) nicht überlebt. Die Männer waren in der Nacht zum Montag in Krankenhäusern gestorben, nachdem Helfer von Polizei, DLRG, Feuerwehr und Rettungsdienst sie am Sonntagabend aus dem Badesee geborgen hatten, teilten die Staatsanwaltschaft Frankenthal und das Polizeipräsidium Rheinpfalz mit. Alle drei Männer hatten laut Leitendem Oberstaatsanwalt Hubert Ströber Alkohol getrunken.

Ermittler gehen nicht von Fremdverschulden aus

Ob übermäßiger Alkoholkonsum schuld am Tod der drei Männer aus Polen ist, soll nun eine Obduktion ergeben, deren Ergebnis in den nächsten Tagen erwartet wird. Ein Fremdverschulden schloss die Staatsanwaltschaft zunächst aus.

Insgesamt hatten den Angaben der Ermittler zufolge fünf Erntehelfer am Sonntagabend in dem Niederwiesenweiher gebadet. Als drei von ihnen nicht mehr auftauchen, sollen die beiden anderen vergeblich versucht haben, sie zu retten. Daraufhin sprachen die beiden Männer Passanten an, die die Polizei alarmierten. Acht Taucher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus Neuhofen zogen die drei bewusstlosen Männer aus dem Weiher. Sie wurden in Krankenhäuser nach Ludwigshafen und Mannheim gebracht, wo sie in der Nacht starben.

80 Einsatzkräfte waren vor Ort

„Das war ein Einsatz unter erschwerten Bedingungen. Die Sicht unter Wasser war praktisch gleich Null“, sagte Tauch-Einsatzführer Frank Markgraf. „Der See ist stark bewachsen, vor allem mit Schlingpflanzen.“ Insgesamt waren etwa 80 Einsatzkräfte vor Ort. „Dieses Jahr ist es schlimm. Wir kommen uns vor, als wäre bereits August, so viele Einsätze hatten wir schon“, sagte Markgraf. Seiner Ansicht nach liegt das daran, dass immer weniger Menschen ausreichend schwimmen können. „Wir würden es den Menschen beibringen, aber wir haben vor allem im Winter zu wenig Hallenbad-Kapazitäten“, erklärte der Tauchführer. Alleine in seinem Ortsverband stünden auf der Warteliste für das Kleinkinder-Schwimmen derzeit mehr als 150 Namen.

In der etwa 11.000 Einwohner zählenden Gemeinde Böhl-Iggelheim herrschte am Montag Bestürzung über den Tod der drei Erntehelfer. Der Weiher mit Liegwiese und kleinem Sandstrand ist ein Baggersee mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von sechs Metern, der von Grundwasserquellen gespeist wird. Er liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Das Baden ist dem Ersten Beigeordneten Karl-Heinz Hasenstab zufolge auf eigene Gefahr erlaubt. Hasenstab kann sich nicht daran erinnern, dass in dem See schon einmal ein Mensch ertrunken ist. „Wir wissen ja noch nicht, was passiert ist. Wir warten die Ermittlungen jetzt erst einmal ab“, sagte er.

Im selben See starb ein 74-Jähriger

Es ist nicht der erste Badeunfall mit tödlichem Ausgang in diesem Jahr in Rheinland-Pfalz. Vor wenigen Tagen starb ebenfalls im Rhein-Pfalz-Kreis ein 18 Jahre alter Mann, der im Silbersee in Bobenheim-Roxheim schwimmen war. Er hatte sich etwa 25 Minuten unter Wasser befunden und starb in einer Wormser Klinik. Die näheren Umstände werden noch untersucht.

Im selben See kam Ende Mai ein 74-Jähriger ums Leben. Er verschwand unter der Wasseroberfläche und konnte von den Rettungskräften nur noch tot aus dem See gezogen werden. Im Jahr 2017 waren in Gewässern in Rheinland-Pfalz 17 Menschen ums Leben gekommen. Damit war die Zahl der Badetoten im Vergleich zu 2016 konstant geblieben.

Von RND/dpa