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Panorama Die Notre-Dame im Dorf lassen
Nachrichten Panorama Die Notre-Dame im Dorf lassen
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14:41 17.04.2019
Die Schäden an der Notre-Dame Quelle: AP Photo/Christophe Ena
Paris

In Paris hat ein Feuer eine sehr alte und sehr schöne Kirche zu großen Teilen zerstört. Das ist furchtbar, es ist traurig und ein gewaltiger kultureller Verlust – auch, wenn viele der Kunstschätze gerettet werden konnten. Aber ist es eine Katastrophe?

Für Viele, ja: Menschen weinen über das zerstörte Kirchendach von Notre-Dame, als sei ein Verwandter gestorben. Von Özdemir bis Obama: Prominente und Politiker äußern ihre Beileid mit den Franzosen. Die ARD muss sich dafür rechtfertigen, keinen „Brennpunkt“ ausgestrahlt zu haben, als hätte sie einen Terroranschlag verpasst. Und Milliardäre öffnen ihre Geldbörsen, um die Reparatur zu finanzieren.

Mehr als 800 Millionen Euro sind schon zugesagt, Frankreichs Präsident Emmanuel Marcon verspricht, dass Notre-Dame in fünf Jahren wieder hergestellt ist. Die Bürgermeisterin von Paris hat gar vorgeschlagen, eine internationale Geberkonferenz einzuberufen, um Geld für den Wiederaufbau zu sammeln – das kannte man bisher nur im Fall von Ländern, die Krieg oder Naturkatastrophen heimgesucht worden sind.

Gelbwesten und Arbeitslosigkeit: Das sind Frankreichs wirklichen Probleme

Vielleicht mal kurz zur Einordnung: Die Kathedrale Notre-Dame steht im Zentrum eines Landes, das außer verkohlten, jahrhundertealten Balken und einem eingestürzten Dach noch ein paar andere Probleme hat: Die Arbeitslosigkeit von unter 24-Jährigen beträgt in Frankreich mehr als 20 Prozent. Seit den Anschlägen in Paris haben viele Bürger Angst vor Terror. Und Rechtsextreme nutzen diese Angst für Verschwörungstheorien aller Art – auch im Fall des Brandes von Notre-Dame, der offenbar ein Unglück war. Zugleich ziehen „Gelbwesten“ friedlich und gewaltsam demonstrierend durch die Stadt, um ihre Kritik an der Sozialpolitik des Präsidenten loszuwerden.

Im Vergleich zu solchen Themen wirkt das Dach selbst einer so riesigen Kathedrale wie Notre-Dame ziemlich winzig. Ja, die Kirche ist ein Symbol für vieles, was Europa ausmacht – für Stärken wie für Schwächen. Das Schöne an Symbolen: Wenn sie kaputt gehen, sind die Folgen weniger real, als es zunächst scheinen mag. Politiker wissen das, deshalb machen sie so gerne Symbolpolitik – sie bleibt meist folgenlos.

Für Notre-Dame spenden oder nicht?

Jeder darf selbst entscheiden, wofür er Geld spendet oder nicht, worüber trauert oder nicht. Das ist einer der vielen Fortschritte, die es gegeben hat, seit vor mehr als 850 Jahren mit dem Bau von Notre-Dame begonnen wurde. Aber genauso erlaubt ist heutzutage die Frage, ob es nicht eine sinnvollere Verwendung gäbe für eine knappe Milliarde Euro. Und wieviel Geld hat eigentlich die katholische Kirche schon für die Wiederherstellung des Gotteshauses Notre-Dame zugesagt?

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Natascha Ochsenknecht kritisiert Spenden für Notre-Dame

In der Kathedrale Notre-Dame in Paris ist am Montagabend ein Feuer ausgebrochen.

Von Christian Palm/RND

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