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Panorama Auto rammt Sicherheitsbarrieren vor Moschee
Nachrichten Panorama Auto rammt Sicherheitsbarrieren vor Moschee
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17:30 30.06.2017
Französische Polizisten (Symbolbild). Quelle: dpa
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Paris

Ein Mann hat mit seinem Geländewagen mehrfach die Sicherheitsbarrieren vor einer Moschee im Pariser Vorort Créteil gerammt. Als er die Hindernisse nicht durchbrechen konnte, ergriff der Fahrer die Flucht und wurde später bei sich zuhause festgenommen, wie die Polizeipräfektur mitteilte.

Der Rektor der Großen Moschee von Paris, Dalil Boubakeur, sprach von einer „islamophoben Tat“. Die Behörden hielten sich zum Hintergrund der Tat zunächst bedeckt: Die Ermittlungen müssten die genauen Beweggründe des Mannes klären, teilte Innenminister Gérard Collomb mit.

„Wir sind am Schlimmsten vorbeigeschlittert“

„Die Metallpfeiler um die Moschee und der Mut einiger Gläubiger haben den Angreifer nach Angaben der (...) Verantwortlichen der Moschee aufgehalten“, teilte Boubakeur mit. Verletzt wurde bei dem Vorfall am Donnerstagabend niemand.

Die französische Zeitung „Le Monde“ berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, bei dem Mann handele es sich um einen 43 Jahre alten Armenier. Er habe „unzusammenhängende Äußerungen“ von sich gegeben und sich dabei auf islamistisch motivierte Anschläge bezogen, die Frankreich seit 2015 erschüttert haben. „Aber das war konfus“, hieß es demnach weiter. „Wir orientieren uns eher in Richtung von jemandem, der nicht im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten ist.“

Der Vorfall weckt Erinnerungen an London

Der Leiter der betroffenen Moschee, Karim Benaïssa, sprach laut „Le Monde“ dagegen von einem „versuchten Anschlag“. „Wir sind am Schlimmsten vorbeigeschlittert“, sagte er.

Die französische Nachrichtenagentur AFP meldete unter Berufung auf informierte Kreise, der Festgenommene sei in psychologischer Behandlung gewesen und der Polizei wegen eines harmlosen Delikts bekannt gewesen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Créteil war der Mann nicht alkoholisiert.

Der Vorfall weckt Erinnerungen an eine Tat in London. Dort war ein Mann am 19. Juni mit einem Kleintransporter in eine Menschenmenge nahe einer Moschee gerast. Ein Mensch wurde getötet, mehrere wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Fahrer vor, vorsätzlich gehandelt zu haben und von seinem Hass auf Muslime angetrieben worden zu sein.

Von RND/dpa

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