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Panorama An S-Bahnhof in München getöteter Geschäftsmann beigesetzt
Nachrichten Panorama An S-Bahnhof in München getöteter Geschäftsmann beigesetzt
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18:30 18.09.2009
Der am Münchner S-Bahnhof getötete Dominik Brunner ist am Freitag in seinem Heimatort beigesetzt worden. Quelle: ddp

Der Geschäftsmann war am vergangenen Samstag von zwei Jugendlichen zu Tode geprügelt worden, nachdem er sich schützend vor vier Kinder gestellt hatte. Die Landeshauptstadt München, der bayerische Ministerpräsident und die Deutsche Bahn ließen einen Kranz am Grab niederlegen. Auf einem weiteren Kranz war die Aufschrift „Dank unserem Bürger für Zivilcourage“ zu lesen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drückte dem Opfer am Freitag in Berlin ihre „höchste Anerkennung“ aus. Man könne nun nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sagte Merkel. So müsse über eine stärkere Polizeipräsenz und eine umfassende Videoüberwachung nachgedacht werden. Der Staat könne „den Mut Einzelner nur einfordern, wenn er selbst alles unternimmt, um Sicherheit zu gewährleisten“, sagte sie.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Notrufsäule am S-Bahnhof Solln bereits seit fünf Jahren defekt war. Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) reagierte „mit großem Unverständnis“ und kündigte am Freitag an, dass die Deutsche Bahn (DB) und die Bayerischen Oberlandbahn (BOB) umgehend für eine Inbetriebnahme sorgen würden. Er versprach zudem einen weiteren Ausbau der Videoüberwachung. „Es muss möglich sein, dass sich die Polizei bei einem Notruf direkt auf die Stationsüberwachungskameras aufschalten kann“, sagte Zeil.

Unterdessen ging die Debatte über den therapeutischen Umgang mit verhaltensauffälligen Jugendlichen weiter. Zwei der drei gewalttätigen Jugendlichen, Sebastian L. und Christoph T., lebten in einer therapeutischen Wohngemeinschaft des Präventions- und Suchthilfevereins Condrobs. Der Verein müsse sich jedoch keinen Vorwurf machen, denn „eine derartige exzessive Gewalt war vorher nicht erkennbar“, sagte der zweite Vorsitzende des Vereins, der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Ullrich Pfaffmann, auf ddp-Anfrage. Er warnte jedoch davor, diese „Einzeltat“ als Anlass zu nehmen, um „alle betreuten Jugendlichen pauschal zu verurteilen“.

ddp

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