Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Panorama 32 Schulkinder sterben unter Trümmern
Nachrichten Panorama 32 Schulkinder sterben unter Trümmern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:50 20.09.2017
Die Bewohner helfen, wo sie können. Gemeinsam versuchen die Menschen, schwere Trümmerteile zu bewegen – darunter könnten noch Überlebende sein. Quelle: imago
Mexiko-Stadt

Jubel brandet auf, als die Helfer zwei Kinder aus einer Spalte zwischen zwei Betonwänden ziehen. Das Mädchen und der Junge haben staubige Gesichter, sie weinen, aber sie sind in Sicherheit. „Papa, bringe mich zu meinen Brüdern“, ruft Fátima. Der Vater schließt seine Tochter fest in den Arm und atmet schwer. Einer seiner Söhne ist tot, der andere wird noch vermisst. Mindestens 32 Kinder kommen ums Leben, als das schwere Erdbeben am Dienstag die Schule Enrique Rébsamen im Süden von Mexiko-Stadt einstürzen lässt. Die ganze Nacht versuchen Rettungskräfte, Eltern und freiwillige Helfer, weitere Kinder zu bergen. Verzweifelte Eltern harren noch immer vor den teilweise eingestürzten Klassenräumen aus. Geräusche dringen aus den Trümmern. „Wir stehen in Kontakt mit einer Lehrerin. Sie ist verschüttet und sagt, bei ihr ist ein Schüler, der noch am Leben ist“, sagt Marine-Sprecher José Luis Vergara.

Mehr als 220 Menschen verloren bislang bei dem schweren Erdbeben der Stärke 7,1 in Mexiko am Dienstag ihr Leben. Die Zahl dürfte weiter steigen, denn in der Millionen-Metropole Mexiko-Stadt stürzten mehr als 40 Gebäude ein. Rettungskräfte suchen in den hohen Trümmerhaufen – oft mit bloßen Händen – nach Überlebenden. Viele Bewohner helfen mit.

Ausnahmezustand in Mexiko-Stadt: Dutzende Menschen sind bei einem Erdbeben der Stärke 7,1 in Mexiko ums Leben gekommen – darunter auch zahlreiche Kinder.

Die Katastrophe ereignete sich ausgerechnet am Jahrestag des verheerenden Erdbebens von 1985 – damals starben 10 000 Menschen. An diesem Dienstagmorgen im September 2017 rennt ganz Mexiko-Stadt auf die Straße. Die Regierung der Metropole hat zu einer Erdbebenübung gerufen. Die Sirenen heulen einige Minuten, und die Menschen bewegen sich geordnet an die vorgesehenen Sicherheitsstellen. Nach wenigen Minuten ist alles vorbei. Zurück an die Arbeit. Gut zwei Stunden später wird aus der Übung bitterer Ernst. Um 13.15 Uhr schlägt der Alarm erneut an, dieses Mal aber ist es keine Übung. Die Erde beginnt sich in Wellen zu bewegen, die Gebäude schwanken wie Bäume in Wind. Scheiben bersten, die Menschen laufen auf die Straßen, panisch, einige weinen. Im Moment des Bebens fällt der Strom aus, die Telefonleitungen bleiben tot. Als das Beben nachlässt, bietet sich ein gespenstisches Bild: Rauchschwaden hängen über der Skyline, Staub liegt in der Luft.

Zahl der Todesopfer steigt weiter

In Mexiko funktioniert vieles nicht wirklich gut, aber auf Katastrophensituationen sind die Menschen hier gut vorbereitet. Sofort nach dem Unglück sind Helfer da, Leute bringen Wasser oder schweres Gerät, um in den Trümmern nach Menschen zu suchen. Auch die Polizei und das Militär sind umgehend vor Ort. Ausgerüstet mit improvisierten Atemmasken, Fahrradhelmen und Spitzhacken bilden Hunderte eine Menschenkette. Immer noch tragen sie zusammen den Bauschutt der Ruinen ab, um Opfer zu retten. „Wir brauchen Wasser und Medikamente!“, schreien einige Jugendliche.

Die Zahl der Todesopfer ist am Mittwoch auf 225 gestiegen. 94 davon seien in der Hauptstadt Mexiko-Stadt umgekommen, teilte der Leiter der mexikanischen Zivilschutzbehörde mit. Angesichts der verzweifelten Rettungsmaßnahmen forderte Präsident Enrique Peña Nieto die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben: „Sofern die Häuser sicher sind, ist es wichtig, dass die Bevölkerung drinnen bleibt, um die Straßen für Krankenwagen frei zu halten“, sagte er in einer Videobotschaft.

Donald Trump: „Gott segne die Menschen in Mexiko-Stadt

Der Flughafen wurde geschlossen und auf Schäden untersucht. Beschädigte Krankenhäuser wurden evakuiert. Unter freiem Himmel wurden Verletzte mit Infusionen versorgt. In der Stadt Atzala im Bundesstaat Puebla stürzte eine Kirche während einer Tauffeier zusammen. Elf Menschen starben.

Nach Angaben des Elektrizitätsunternehmens CFE waren mindestens 3,8 Millionen Menschen ohne Strom.

US-Präsident Donald Trump, der die Mexikaner sonst gerne attackiert und eine Grenzmauer zum Schutz vor Drogendealern und Migranten errichten lassen will, twitterte: „Gott segne die Menschen in Mexiko-Stadt. Wir sind bei Euch und werden für Euch da sein.“

Erst am 7. September waren bei einem Beben der Stärke 8,2 rund 100 Menschen im Süden des Landes ums Leben gekommen. Das Zentrum des Bebens lag im Pazifik und war in Mexiko-Stadt deutlich weniger stark zu spüren.

Von RND/dpa

Das sogenannte „Horrorhaus“ von Höxter, in dem Frauen jahrelang misshandelt worden sein sollen, ist in jüngster Zeit für eine Drogenplantage genutzt worden. Mehr als tausend Cannabispflanzen stellte die Polizei am Mittwoch in dem Gebäude sicher.

20.09.2017
Panorama Geschlechterspezifische Trennung - Rosa Unterwäsche für alle

Herzchenmotive für sie, Autos für ihn: Die britische Kaufhauskette John Lewis unterteilt ihre Kinderkleiderabteilung nicht länger in „Mädchen“ und „Jungen“. Auch im Warenhaus Hema in den Niederlanden wird die geschlechterspezifische Trennung in der Kinderabteilung aufgelöst.

20.09.2017
Panorama Hurrikan in der Karibik - „Maria“ erreicht Puerto Rico

Hurrikan „Maria“ setzt seinen zerstörerischen Zug über die Karibikinseln fort. Nach Dominica und dem französischen Überseegebiet Guadeloupe rast der Sturm nun direkt auf Puerto Rico zu. Die Bewohner fürchten das Schlimmste.

20.09.2017