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Panorama 14-Jähriger von Mitschüler getötet
Nachrichten Panorama 14-Jähriger von Mitschüler getötet
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18:27 23.01.2018
An der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen soll ein Schüler von einem Mitschüler getötet worden sein. Quelle: dpa
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Dortmund

Es ist Dienstagmorgen kurz nach 8 Uhr, in den meisten Räumen der Lüner Käthe-Kollwitz-Gesamtschule wird unterrichtet, als das Unfassbare auf einem der Flure geschieht: Nach einem Streit bricht ein 14-Jähriger zusammen und stirbt. Sein Mitschüler, ein 15 Jahre alter Junge, ergreift die Flucht und wird wenig später am nahegelegenen Datteln-Hamm-Kanal gefasst. Er soll die Bluttat begangen haben.

Völlig unklar blieb am Dienstag lange, was den 15-Jährigen zu dem blutigen Angriff getrieben haben könnte und wie das jüngere Opfer starb. Sicher schien aber schnell, dass es sich um eine Einzeltat handelte und nicht um einen Amoklauf. „Das ist, glaube ich, auszuschließen“, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Heiko Artkämper.

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Ein 15-Jähriger soll in Lünen einen 14 Jahre alten Mitschüler an einer Gesamtschule in Lünen getötet haben.

Nach unbestätigten Aussagen von mehreren Schülern soll der mutmaßliche Messerstecher zuletzt eine Hauptschule besucht haben. Er habe diese aber verlassen müssen und sei am Dienstag zum ersten Mal an der Kollwitz-Schule gewesen, offenbar in Begleitung seiner Mutter.

Eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen. Der Tatverdächtige sollte noch vor der Obduktion vernommen werden. „Im Moment laufen die Ermittlungen auf Hochtouren, warum das genau passiert ist, was genau passiert ist“, sagte eine Polizeisprecherin. Es werde nach Spuren gesucht, Zeugen würden vernommen.

Wollte der Schüler einen Lehrer treffen?

Die Polizei prüft zudem Aussagen, nach denen der Angriff am Morgen nicht dem 14-jährigen Schüler gegolten haben könnte, sondern einem Lehrer. Nach Zeugenaussagen soll der 14-Jährige dazwischen gesprungen und dabei die tödlichen Verletzungen erlitten haben. Die Polizei kommentierte das nicht.

Die Polizei sperrte den Tatort ab. Eltern, die ihre Kinder von Schule abholen wollten, sollten einen Personalausweis mitbringen, erklärte Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns. Die Schüler seien in der Schule sicher, der Unterricht falle am Dienstag aus.

Schweigeminute an allen Schulen

Die Stadt kündigte für Mittwoch eine Schweigeminute in allen Schulen und im Lüner Rathaus an. „Diese schreckliche Tat macht mich tief betroffen. Unser tiefes Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten der Familie des Opfers“, teilte Kleine-Frauns auf der Internetseite der Stadt mit. „Unsere Gedanken sind aber auch auf die Schulgemeinde gerichtet. In diesen schweren Stunden sind wir für sie da. Es gibt keine Worte, die Trost spenden können. Aber wir werden zeigen, dass wir in Lünen in solchen Situationen zusammenstehen“, hieß es weiter.

Das Regierungskabinett gedachte des 14-Jährigen, dessen Familie und der Schulgemeinschaft bereits am Dienstag mit einer Schweigeminute. „Es ist die schrecklichste Vorstellung, die man als Eltern haben kann: Das eigene Kind verlässt das Haus und kommt nicht wieder“, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Schüler werden von Seelsorgern betreut

Seelsorger betreuten nach der Tat Angehörige, Schüler und Lehrer. „Dieser Vorfall an unserer Schule hat große Betroffenheit im Kollegium und in der ganzen Schule ausgelöst“, sagte Schulleiter Reinhold Bauhus. „Wir bekommen gute Unterstützung von dem Krisenteam und den Schulpsychologen.“

Unter der Überschrift „Wir trauern“ formulierte die Schulleitung auf einer in schwarzer Grundfarbe gehaltenen Homepage ihre Erschütterung. „Es handelte sich um eine schreckliche Einzeltat, die nicht absehbar war“, heißt es dort. Unmittelbar nach dem Vorfall sei es rasch gelungen, durch das schnelle und besonnene Handeln aller Ruhe zu bewahren und die Situation aufzufangen.

Am Tag nach der Bluttat werde der Unterricht wieder um 8.15 Uhr beginnen, teilte die Schulleitung den Eltern weiter mit. „Gerade jetzt ist es für Ihre Kinder sehr wichtig, dass ihnen die vertrauten Schulstrukturen Halt geben.“

Kampf gegen Jugendkriminalität

Die Kollwitz-Schule ist eine von zwei Gesamtschulen in Lünen, einer Stadt am Rand von Ruhrgebiet und Münsterland. Nach Angaben der Stadtverwaltung besuchen 968 Schüler die Einrichtung. Die Schule hat mehrere Schwerpunkte. Neben einer musisch-künstlerischen Ausrichtung spielen Sprachen, Sport und naturwissenschaftliche, technische und mathematische Schwerpunkte tragende Rollen.

Zuletzt hatte der Kampf gegen Kinder- und Jugendkriminalität auch die Landespolitik bestimmt. Der frühere NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte ihn als „eine der wichtigsten Aufgaben der NRW-Polizei“ bezeichnet. Immerhin war 2016 jeder fünfte Straftäter jünger als 21 Jahre, die Zahl war im zweiten Jahr in Folge angestiegen.

Von RND/iro/dpa

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